100 x Laudes! Ich war dabei

100 x Laudes! Ich war dabei – ein Erfahrungsbericht.

Heute am Freitag, den 15.03.2019 ist es wieder soweit: Laudes in der Werktagskapelle in St. Josef, Pieschen. Obwohl ich schon oft bei diesem Morgengebet dabei war, ist es immer noch zu keiner Selbstverständlichkeit für mich geworden. Kann ich mir wirklich die Zeit dafür nehmen? Jeder der berufstätig ist und/oder ein Familienleben zu managen hat, weiß wie eng die morgendliche Routine getaktet ist. Schließlich siegt mein sicheres Wissen, dass diese kleine Auszeit am Morgen, mir guttun wird. 

Ich sitze in dem kleinen Raum, noch etwas gestresst vom Berufsverkehr, und komme mit jeder Minute, die vergeht, mehr an diesem Ort an. In der angenehmen Stille, die in der Kapelle herrscht, wird mir der Kontrast zu dem Lärm draußen, der gedämpft durch das Gemäuer kriecht, deutlich bewusst. In mir blubbert ein kleines Glücksgefühl, weil ich erst wieder in 30 Minuten Teil dieser Hektik sein werde.

Die Laudes wird abwechselnd von einem der vier Diakonbewerber Christoph Nitsche, Franz-Josef Herzog, Franz-Georg Lauck und Alexander Narr sowie von Dorit Nitsche und Patricia Sorek gehalten. Das Morgengebet ist für mich jedes Mal spannend anders, weil jeder von ihnen seine eigene Persönlichkeit in die Ausgestaltung des Gebetes einbringt.

An diesem Freitag führt Alexander Narr durch das Gebet. Als Überraschungsgeschenk zur Feier der 100. Laudes hat er für jeden Besucher ein kleines Nutellaglas mitgebracht. Mit einem Zwinkern im Auge weißt er darauf hin, dass eine Zutat der Frühstückssüßigkeit Nüsse sind und diese somit fastenkonform ist. Die Nutella steht für »Auf den Geschmack des Glaubens kommen«. Christoph Nitsche, der sich diesen Slogan für die Laudesfeiern ausgedacht hatte, lädt anschließend alle Besucher zu einem kleinen Stehfrühstück im Vorraum der Kirche ein. Dabei kann der Schokoladenaufstrich gleich verzehrt werden.

Ich verlasse St. Josef Pieschen und bin wieder ein Teil der emsigen Betriebsamkeit einer Großstadt am Morgen. Allerdings mit einem kleinen Lächeln im Gesicht, weil ich ein Stück der Ruhe aus der Kapelle in mir trage. 

Text und Foto: Regina Bittl