Kennen Sie die Geschichte unserer Krippe? – Wir wollen sie Ihnen erzählen.

Unsere Krippe kam unter Pfarrer Würstel im Zuge der Umgestaltung nach der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils 1977 zum Weihnachtsfest nach St. Hubertus. Gefertigt wurde sie in Potsdam in den Oberlin Werkstätten. Ein ganz besonderer Arbeitsplatz, an dem Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen Wertschätzung als Kinder Gottes erfahren. In der diakonischen Einrichtung werden die Beschäftigten gezielt gefördert und können – kompetent und liebevoll vermittelt – eine Vielfalt an Arbeitsmöglichkeiten nutzen.
In den 1950er Jahren entwarf die Bildhauerin Ilse Schaeffer die Figuren extra für die Werkstätten. Seitdem entsteht jede einzelne Figur in aufwändiger Handarbeit aus rötlich brennendem Ton. Sie wird in einer Gipsform vorgefertigt, bevor Details wie Gesicht, Haare, Hände künstlerisch herausgearbeitet werden. Dadurch erhalten sie ihren unverwechselbaren schlichten andächtigen Charakter. Auf der Webseite der Werkstätten können Sie sich die Fertigung der Figuren in einem kleinen Film anschauen.

Frau Schaeffer war nicht nur Bildhauerin, sie war auch eine bekennende Widerstandskämpferin, die in der Nazi-Diktatur 1943 wegen Hochverrat zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Das Kriegsende befreite sie aus der Haft und nach einigen Jahren als Bürgermeisterin von Zernsdorf zog sie nach Potsdam, wo sie freischaffend arbeitete. 1972 starb sie dort im Alter von fast 73 Jahren. Für ihr aufrechtes Leben wurde sie in der Nähe vom Berliner Hauptbahnhof mit einer Straßenbenennung geehrt.

Es ist für eine Krippe ungewöhnlich, dass keine der Figuren aufrecht steht. Und man könnte auch meinen, dass es nicht zum standhaften Leben der Künstlerin passt. Aber vielleicht hat gerade ihre Lebenserfahrung sie sensibel gemacht für das, was wirklich wichtig ist im Leben, worin sich Stärke und Kraft zeigen, und wo der Mensch sich gern und freiwillig beugt.

  • Alle Jahre wieder steht diese Krippe in unserer Kirche St. Hubertus.
  • Alle Jahre wieder lassen wir uns verzaubern von der Kraft der Figuren.
  • Alle Jahre wieder stehen wir staunend davor und entzünden Kerzen.
  • Alle Jahre wieder bringen wir ehrfürchtig Bitten an das Kind in der Krippe.

Mehr braucht es eigentlich auch nicht, um Weihnachten, den Geburtstag Jesu, zu feiern und ihn in unser Leben zu lassen.
Jeder von uns wird an den Weihnachtstagen das Bild einer Krippe in sich tragen.
Möge das Kind aus dieser Krippe in uns lebendig werden, damit der Segen der Weihnacht uns durch das kommende Jahr trägt.

Ein gesegnetes Fest wünscht der Elistakreis.