NEWSLETTER 3

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Liebe Gemeinde St. Hubertus,
der Seelsorgerat möchte mit Ihnen gemeinsam in die Kar- und Ostertage gehen, mit besinnlichen Texten und praktischen Hinweisen.

Und das erste Wort hat Pfr. Lommatzsch:

Liebe Schwestern und Brüder in St. Hubertus und der Pfarrei, diese Kar-und Ostertage sind wirklich einmalig, unvergesslich. Wir haben vergangenen Sonntag die Heilige Woche begonnen.“Er war wie Gott, hielt aber nicht daran fest wie Gott zu sein, sondern wurde Mensch“ (Phil 2). Gott sucht die Nähe des Menschen. Während manche immer noch mehr Nähe zu anderen Menschen haben, als gut tut, vermissen viele – auch in unserer Gemeinde – die Nähe der Menschen. Es ist auch diese Nähe, die Gott zulässt, aber nicht diese Nähe steht in dieser Woche im Mittelpunkt. In seinem Bericht des Pilgers erzählt Ignatius von Loyola von einer Begegnung mit einem Pestkranken in Paris. Er konnte diesen Menschen sprechen, trösten. Danach verfolgte ihn paranoide Angst, sich angesteckt zu haben. Das war möglich, aber er schildert, die Hand, mit der er den Kranken berührt hatte, habe geschmerzt. Das war eingebildet. Ignatius erzält das, weil es um Umgang mit unserer Angst geht. Die Schmerzen der Hand stehen dafür. Die Lösung von Ignatius ist so typisch für ihn wie schräg: Er steckt die Hand in den Mund, dreht sie um und sagt sich: Wenn du dich schon angesteckt hast, dann richtig. Zum Glück war dem nicht so, aber auch Ignatius musste in Quarantäne. Diese Geschichte erzählt von der Nähe, um die es geht, wenn wir 2020 Jesu Weg mitgehen. Gott sucht die Nähe des Menschen, nicht um das Gefühl der Geborgenheit zu haben, sondern um denen nahe zu sein, denen andere ausweichen. Gott wird Mensch, nicht um der Schmerzen willen, sondern um denen nahe zu sein, die Schmerzen haben. So will er uns nahe sein -auch am Kreuz- um allen vorauszugehen, die er ins Leben führen will. Vielleicht spüren Sie in diesen Tagen solche Nähe, wenn Sie unseren Kreuzweg meditieren. Die Nähe zu den alten oder kranken Menschen in Häusern und Heimen, die Nähe zu Familien, die existenzielle Ängste haben. Auch wenn wir körperlich diesen Menschen derzeit nicht nahe sein können, schauen wir auf den Gott, der ihnen nahe ist. Deswegen hielt er nicht daran fest wie Gott zu sein, er wurde ein Sklave, den Menschen gleich. Mit Worten von Silja Walter wünsche ich Ihnen GESEGNETE OSTERN 2020:

Immer ist dieser dritte Tag, da wir verzagt und ratlos nach Emmaus gehen und dich nicht sehen. Und doch bist du bei uns, Herr. Immer ist dieser dritte Tag, da wir dich hören und nicht verstehen, was rundum geschehen. Du sprichst dennoch zu uns, Herr. Immer ist dieser dritte Tag, da uns beim Brotbrechen die Augen aufgehen, wir dich erkennen und brennenden Herzens gestehen: DU LEBST UNTER UNS, HERR! Halleluja!

Ihr Pfarrer André Lommatzsch

Auch der Seelsorgerat möchte Ihnen einen Ostergruß senden:

Liebe Gemeinde,
wir versammeln uns in diesen Tagen in ungewohnter Form zum Gottesdienst. Der Herr ist auch am Bildschirm bei uns und verbindet uns untereinander und mit allen Menschen, die zu ihm beten.
Trotz aller Begrenzungen geht es uns hier vor Ort dabei gut. Wir leben in sozialer Sicherheit und im Frieden. Ein Schatz, den viele Menschen verloren haben oder zum Teil gar nicht kennen.
Wir wünschen Ihnen, dass Sie in diesen feierlichen Tagen Stärkung für Ihren Glauben erfahren.
Wir wünschen Ihnen, dass dieses besondere Osterfest mit Freude über die Auferstehung gefüllt ist.
Wir wollen mit diesem Newsletter jeden Mindestabstand überwinden und reichen Ihnen hiermit die Hände zum Friedensgruß:
Der Friede des Auferstandenen sei mit Ihnen und allen Menschen dieser Erde. HALLELUJA!

Es grüßen Florentina Purgowinanti, Ariane Reichenberger, Juliane Leyens, Norbert Meyer, Martin Dritschler, Thomas Börner, Albert Langkamp und Maria Schmidt

Kurzinfos und Organisatorisches:

1. Unsere Kirche bleibt auch in der Kar- und Osterzeit geschlossen.
Bitte nutzen Sie für die Feier der heiligen Tage die Angebote auf unserer Homepage (st-martindresden.de) und erkundigen sich im Internet auf der Bistumsseite, wo welche Gottesdienste über Livestreams gefeiert werden.
Evangelische Kindergottesdienste gibt es auch im Livestream.

2. Auf der Bistumshomepage wird es von Gründonnerstag bis Ostermontag jeweils einen kurzen Impulsgedanken zum jeweiligen Tag und Fest geben. Die entsprechende Seite wird erst am Morgen des betreffenden Tages online sein. Verfasst wird er von Frau Elisabeth Meuser aus unserer Gemeinde.

3. Wer noch eine von der Jugend gestaltete Osterkerze, ein Plakat unseres Kreuzweges und/oder Osterdeko der jungen Jugend haben möchte, der kann das bis Karfreitagabend noch über Mail an den Seelsorgerat oder bei Frau Schmidt (269 14 16) bestellen. Herr Langkamp ist bereit am Karsamstag nochmal auszuliefern.

4. Wer hat Schutztücher genäht und wartet auf Abholung? Oder hat noch Fragen zur Fertigung?
Bitte wenden Sie sich an Frau Andrea Meyer ( 03528 447632 ).

5. Nutzen Sie die freie Zeit doch auch mal, um ausgiebig auf der Homepage unserer Pfarrei zu stöbern. Es gibt in jeder Gemeinde viel zu entdecken und wir sagen Danke an Frau Uta Graba für ihre Arbeit daran.

Es gibt viele gute Ostergedanken und Geschichten. Zwei haben wir für Sie ausgesucht.

Gespräch in der „Originalverpackung“

„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragt der eine Zwilling.
„Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden groß und stark für das was draußen an der frischen Luft kommen wird.“ antwortet der andere Zwilling.
„Ich glaube, das hast du eben erfunden!“ sagt der erste.
„Es kann kein Leben nach der Geburt geben – und wie soll denn ‚frische Luft‘ bitte schön aussehen?“
„So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir mit den Beinen herumlaufen können und mit dem Mund tolle Sachen essen?“
„So einen Schwachsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns nährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist doch die Nabelschnur viel zu kurz.“
„Doch, das geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders sein.“
„Du träumst wohl! Es ist doch noch nie einer zurückgekommen von ’nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben einfach zu Ende! Punktum!“
„Ich gebe ja zu, dass keiner genau weiß, wie das Leben ’nach der Geburt‘ aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird sicher für uns sorgen.“
„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo soll denn die nun sein, bitteschön?“
„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“
„So ein Blödsinn! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht! Schluss damit!“
„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie leise singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt ganz sanft und liebevoll streichelt …“
(Henry Nouwen)

ICH BIN DA

In das Dunkel deiner Vergangenheit und in das Ungewisse deiner Zukunft,
in den Segen deines Helfens und in das Elend deiner Ohnmacht, lege ich meine Zusage: Ich bin da.
In das Spiel deiner Gefühle und in den Ernst deiner Gedanken,
in den Reichtum deines Schweigens und in die Armut deiner Sprache, lege ich meine Zusage: Ich bin da.
In die Fülle deiner Aufgaben und in die Leere deiner Geschäftigkeit,
in die Vielzahl deiner Fähigkeiten und in die Grenzen deiner Begabung, lege ich meine Zusage: Ich bin da.
In das Gelingen deiner Gespräche und in die Langeweile deines Betens, in die Freude deines Erfolges
und in den Schmerz deines Versagens, lege ich meine Zusage: Ich bin da.
In die Enge deines Alltags und in die Weite deiner Träume, in die Schwäche deines Verstandes
und in die Kräfte deines Herzen, lege ich meine Zusage: Ich bin da.
(Paul Weismantel)