Und was mir dazu am Herzen liegt

Nach dem Text, dem Brief des Pastoralteams von St. Martin, drängte es mich, folgende Zeilen zu tippen:
1. „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.“ (1 Kor 13,1 nach Luther)
2. „Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.“ (1 Kor 13,1 EHÜ)
3. „Wenn ich in den Sprachen/Zungen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden …“ (1 Kor 13,1 Elberfelder)

Ich habe noch eine weitere Übertragung, eine eigene Überlegung, die am Text von Luther an-setzt:
„Wenn ich zu den Menschen mit Engelszungen rede, dahinter nicht merken lasse, dass ich sie liebe, dann wird mein Reden und Tun zu einer Schelle. Dann verpasse ich den Menschen verbale Prügel, verbale Schellen, welche besser und härter treffen als die wirklichen Schläge.“
Luther hätte vielleicht formuliert: Ich verpasse ihm Maul-Schellen.
„Der Gerechte mag mich schlagen [mir Schellen verpassen] aus Güte…“ (Ps 141,5)
Und das ist für mich das Entscheidende, das ich uns allen für die kommenden Wochen, für die kommenden Beratungen, für die Pfarreiversammlung, für die Zeit mit weniger Personal etc. pp. mit auf den Weg gebe: Wir dürfen uns hier in diesen Runden strubbeln und streiten. Hier dürfen auch mal die Fetzen fliegen (dann aber bitte offen, mit offenem Visier). Hier, in den verschiedenen Bereichen unserer Pfarrei, in den Gemeinden vor Ort, bei den verschiedensten Arbeiten darf es neben Lob und Anerkennung auch Kritik und Schelte geben. Aber es muss immer wieder erlebbar bleiben – oder wieder werden (manches Mal auch ausgesprochen), dass wir die Menschen, mit denen wir es zu tun haben, für die wir uns mühen, lieben.

Ihr Pfarrer Ludger Kauder