Berufen – eucharistisch Kirche zu sein

Berufen – eucharistisch Kirche zu sein
Eine Einladung zu Beginn des Erkundungsprozesses durch Bischof Heiner Koch

Fünf Brote, die uns daran erinnern, wie wir als eucharistische Kirche heute im Bistum Dresden-Meißen Kirche leben und den folgenden Schlüssel-Fragen Nahrung geben:  

Wer sind wir als Kirche?
Wozu sind wir da?
Was ist unser Auftrag?

Das erste Brot erinnert uns daran, dass wir vom Herrn Gerufene sind:
Am Anfang steht der Ruf Christi an Jede und Jeden von uns. Sein Ruf zu einer persönlichen Beziehung mit Christus.
Es geht darum, dass wir täglich Christus und unser Christsein neu entdecken.
Von Christus jeden Tag lernen, Jünger und Jüngerinnen zu sein und Antwort auf den Ruf Christi geben.

Das zweite Brot erinnert uns daran, dass wir vom Herrn als Glieder des einen Leibes gerufen sind: Gemeinsam sind wir berufen eucharistisch Kirche zu sein – ein Leib mit vielen Gliedern, mit unterschiedlichen Gaben und Fähigkeiten, die Jeder und Jede zum Aufbau des Leibes, der Gemeinde und Kirche einbringt.
Daher dürfen wir täglich die Gaben neu entdecken, die eigenen und die der Anderen.
Diese Geben (Charismen) haben wir nicht für uns erhalten, sondern für das Leben der Gemeinde, für die Kirche am Ort und das Zusammen-Leben in der Nachbarschaft. 

Das dritte Brot erinnert uns daran, dass wir vom Herrn berufen sind, zu sein, was wir empfangen: Leib Christi:
Wir empfangen das Sakrament der Eucharistie und sollen zum Sakrament für die Welt werden, zum sichtbaren Zeichen Seiner Gegenwart. Christus ein Gesicht geben – einander helfen der sichtbare Leib Christi zu sein. Als Gemeinde Beziehung zur Welt leben. Immer neu die Frage beantworten: wozu sind wir Kirche an diesem Ort? Wie dienen wir den Menschen am Ort, so wie Christus uns dienst. 

Das vierte Brot erinnert uns daran, dass wir vom Herrn als sein Volk, als Volk Gottes auf dem Weg gerufen sind:
Wir leben diesen Ruf Christi in das eine Volk Gottes als priesterliche (Christus dienende), als prophetische (auf Christus hörende) und als königliche (mit Seiner Würde bekleidete) Menschen. Die Freude am Herrn ist unsere Kraft und der Grund dies miteinander zu feiern – pilgerndes Volk Gottes zu sein. Menschen des neuen Weges.

Das fünfte Brot erinnert uns daran, dass uns die Fünf auch immer wieder formt und herausfordert:
Die Zahl fünf ist die Zahl der Liebe und des heilsamen Be-Wirkens. Sie verkörpert die  bedingungslose Liebe. Sie erinnert an: Verantwortungsgefühl, Helfen, Heilen, Dienen und den Sinn des Lebens, sowie die heilende Nähe und Gottverbundenheit. Die Fünf beinhaltet aber auch: Taktlosigkeit, Unbeweglichkeit und Intoleranz. (Wikipedia).
Zwei Herzen schlagen in unserer Brust.

Fünf Brote, die uns daran erinnern, täglich aus unserer Berufung eucharistisch Kirche zu sein, Kraft und Freude zu schöpfen.

Predigt am Fronleichnamsfest 2019 in Pillnitz (Thaddäus Posielek)