Lädt zum Danken mit Glockenläuten ein: Bischof Heinrich im Glockenturm der Dresdner Kathedrale. © Dompfarrer Norbert Büchner
Lädt zum Danken mit Glockenläuten ein:
Bischof Heinrich im Glockenturm der Dresdner Kathedrale. © Dompfarrer Norbert Büchner


Bitte und Dank mit Glockenläuten


Katholische Kirchen in Sachsen und Ostthüringen laden ab Sonntag, 29. März 2020, 19.30 Uhr, täglich zu Dank und Gebet ein

Im Bistum Dresden-Meißen werden ab Sonntagabend täglich die Glocken der katholischen Kirchen läuten. Damit laden sie ein, während der krisenbedingten Einschränkung des öffentlichen Lebens den Menschen zu danken, die sich derzeit für den Erhalt wichtiger Abläufe des gesellschaftlichen Miteinanders einsetzen. Zugleich fordert das tägliche Glockengeläut dazu auf, diesen schweren Zeit betend zu begleiten. Neben der Hilfe vor Ort ist dies ein wichtiger Beitrag der Gläubigen in dieser Situation.

 Dazu erklärt Bischof Heinrich Timmerevers aus Anlass der andauernden Corona-Pandemie:

„Unser Alltag steht auf dem Kopf. Aber unser Land steht nicht still. Denn im Moment arbeiten täglich Männer und Frauen daran, dass die entscheidenden Prozesse trotz der Pandemie aufrechterhalten werden können. Das ist nicht selbstverständlich. Pflegedienste, Müllabfuhr, Supermärkte, Erzieherinnen, Medien und Behörden sind neben den medizinischen Diensten nur einige Beispiele dafür, wie tagtäglich Menschen daran mitwirken, dass wir mit möglichst wenig Nachteilen durch diese Krise kommen. Dafür gilt es, Danke zu sagen! Wann haben Sie zuletzt einem Menschen, der sich für Ihr Wohl einsetzt, ein ‚Danke‘ geschenkt? Natürlich persönlich, aber ohne Begegnung. Ich lade Sie ein: Rufen Sie an, schreiben Sie eine SMS oder verschicken Sie eine Postkarte. Ein schlichtes ‚Danke‘ genügt. Gerade in dieser Zeit brauchen wir Zeichen der Solidarität. Deswegen werden ab diesem Sonntag alle Glocken der katholischen Kirchen jeden Tag um 19.30 Uhr läuten, um die Menschen daran zu erinnern, dass andere für sie anpacken und damit unserem Land Gutes tun.

Leid braucht Trost. Einsamkeit sehnt sich nach Vertrautheit. In der Stille trägt das Wort. Not lehrt nicht beten. Aber in Krisen kann das Gebet eine Stütze sein. Wenn die Glocken läuten, werden sie auch eine Einladung sein, das Bitten und Danken an Gott zu richten. Vielleicht werden wir in den kommenden Wochen neu lernen müssen, auch Verzweiflung zu benennen. Deswegen lädt das Glockenläuten alle Menschen guten Willens ein, kurz innezuhalten, miteinander und füreinander zu beten. Bitten wir darum, dass diese Pandemie ein rasches und glimpfliches Ende findet. Ich weiß, dass in unserem Land nicht jeder mit dem Gebet vertraut ist. Deswegen lade ich Sie ein, das Glockenläuten zu nutzen, um an den anderen zu denken. Lassen Sie uns dabei nicht nur Deutschland im Blick haben. In anderen Ländern, aber auch auf anderen Kontinenten wächst ebenfalls das Leid. Als Christ bin ich davon überzeugt, dass wir das Menschenmögliche unternehmen müssen, damit diese Pandemie ein Ende findet, und zugleich auf das Gebet vertrauen können, als hätten wir nichts in der Hand. Die Glocken laden ein: Danken und bitten Sie.“

Bischof Heinrich Timmerevers hat alle Pfarreien des Bistums gebeten, bis zum Ende der Corona-Pandemie möglichst täglich in allen Kirchen der Diözese Dresden-Meißen die Glocken um 19.30 Uhr läuten zu lassen. Ausgenommen davon ist die liturgische Zeit von Gründonnerstag bis Ostersonntag. Damit wird in Sachsen und Ostthüringen mit 334 Glocken an 136 Orten die bereits in vielen Regionen stattfindende, ökumenische Initiative aufgegriffen. Es steht anderen Einrichtungen mit Glockengeläut frei, sich dieser Initiative und damit der Einladung zu Gebet und Dank anzuschließen.