„Brich dem Hungrigen dein Brot“ 22.09.19

Brich den Hungrigen dein Brot

Schöne Musik auf CD oder in einem Konzert zu hören, macht Freude und kann ermuntern. Selbst Bachkantaten zu singen ist etwas ganz Besonderes und vermittelt oft Botschaft in ganz tiefer Weise. Einen Gottesdienst zu erleben, wo Predigt und Musik ineinandergreifen und gegenseitig sich bereichern, war wunderbar. In der jungen unruhigen Gemeinde war es still wie selten.
Am Caritassontag (22.09.2019) wurde im Sonntagsgottesdienst die Bachkantate „Brich dem Hungrigen dein Brot“ BWV 39, Kantate für 2 Blockflöten, 2 Oboen, 2 Violinen, Viola, Basso continuo, Solisten und Chor unter Leitung von Jochen Schubert aufgeführt.

Pfarrer Posielek begrüßte die Gemeinde: „Dies ist ein ganz besonderer Sonntag, da Sie gekommen sind und mit Gott in Beziehung treten möchten. Besonders auch, da Sie eine Kantate hören werden, die vor der Predigt 10 min einnehmen wird, dann 1 Stunde Predigt, wie zu Bachs Zeiten und dann hören Sie den 2. Teil. Ich hoffe am Ende sind Sie alle noch da.“
Die Lesung stand im Buch Amos 4-7. Das Evangelium Lk 16 1-13 vom untreuen Verwalter ist eindrücklich und hinterfragt uns auch heute mit den Worten:
„Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“.

Natürlich dauerte die Predigt keine Stunde und das Gleichnis vom Verwalter, der das Geld seines Herrn verschwendete und trotzdem klug gehandelt hat, wird mir eindrücklich in Erinnerung bleiben.
Uta Graba

Bachkantate „Brich den Hungrigen dein Brot“

Hier der Text der Kantate:
Prima parte

Eingangschor:
Brich dem Hungrigen dein Brot und die, so im Elend sind, führe ins Haus. So du einen nacket siehest, so kleide ihn, und entzeuch dich nicht von deinem Fleisch. Alsdenn wird dein Licht herfürbrechen wie die Morgenröte, und deine Besserung wird schnell, schnell wachsen, deine Gerechtigkeit wird für dir hergehen und die Herrlichkeit des Herrn wird dich zu sich nehmen. (Jesaja 58,7+8)

Recitativo:
Der reiche Gott wirft seinen Überfluss auf uns, die wir ohn ihn auch nicht den Odem haben. Sein ist es, was wir sind; er gibt nur den Genuß, doch nicht, daß uns allein nur seine Schätze laben. Sie sind der Probestein, wodurch er macht bekannt, daß er der Armut auch die Notdurft ausgespendet, als er mit milder Hand, was jener nötig ist, uns reichlich zugewendet. Wir sollen ihm für sein gelehntes Gut die Zinse nicht in seine Scheuren bringen; Barmherzigkeit, die auf dem Nächsten ruht, kann mehr als alle Gab ihm an das Herze dringen.

Aria:
Seinem Schöpfer noch auf Erden nur im Schatten ähnlich werden, ist im Vorschmack selig sein. Sein Erbarmen nachzuahmen, streuet hier des Segens Samen, den wir dorten bringen ein.

Seconda parte

Aria:
Wohlzutun und mitzuteilen vergesset nicht, denn solche Opfer gefallen Gott wohl. (Hebräer 13,16)

Aria:
Höchster, was ich habe, ist nur deine Gabe. Wenn vor deinem Angesicht ich schon mit den deinen dankbar wollt erscheinen, willt du doch kein Opfer nicht.

Recitativo:
Wie soll ich dir, o Herr, denn sattsamlich vergelten, was du an Leib und Seel mir hast zugut getan? Ja, was ich noch empfang, und solches gar nicht selten, weil ich mich jede Stund noch deiner rühmen kann? Ich hab nichts als den Geist, dir eigen zu ergeben, dem Nächsten die Begierd, daß ich ihm dienstbar werd, der Armut, was du mir gegönnt in diesem Leben, und, wenn es dir gefällt, den schwachen Leib der Erd. Ich bringe, was ich kann, Herr laß es dir behagen, daß ich, was du versprichst, auch einst davon mög tragen.

Choral:
Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott, die behülflich sind mit Rat, auch, wo möglich, mit der Tat, werden wieder Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen.

Gern kann man auch nur Projekt bezogen für eine Kantate im Chor an St. Martin mitsingen. Seien Sie herzlich eingeladen: Kontakt: jochen.schubert@st-martin-dresden.de