Brief in die Ewigkeit, Newsletter Nr. 19

Liebe selige Mutter Teresa,
die Not vieler Menschen auf unserer Erde steigt mittlerweile ins Unerträgliche. Es wird viel von Hilfe für die Armen und Bedürftigen gesprochen, aber es besteht doch der Eindruck, dass es in den meisten Fällen nur bei einem Gerede bleibt.
In dieser Situation erinnerte ich mich an Dein unermüdliches und uneigennütziges Eintreten für diejenigen, die sich an der untersten Schwelle des sogenannten Wohlstandes unserer irdischen Welt befinden. Du hast nicht geredet, sondern gehandelt. Viele heute agierende Politiker und vermeintliche Kirchenfürsten reden auch von den Armen und Bedürftigen. Es bleibt aber offensichtlich bei Hilfen, die mehr an der Oberfläche kratzen und den Mitmenschen das Gefühl vermitteln sollen, als wenn große Hilfen erfolgen.
Mich regte neulich ein Artikel in der Zeitung „Die Zeit“ auf, in dem berichtet wurde, dass der UN dringend ca. 4,5 Milliarden Euro fehlen, um der Hungersnot in Afghanistan, von der überwiegende Kinder betroffen sind, begegnen zu können. Gleichzeitig wurde bekannt, dass in einem derzeitig an der Grenze von Europa stattfindenden Krieg bereits ein Vielfaches an Geld eingesetzt wurde, um Waffen zu kaufen. Damit soll der Krieg beendet werden.
Selige Mutter Teresa, Dein Eintreten für die ärmsten der Welt konnte den Hunger auf Dauer auch nicht beseitigen, es war aber ein sichtbares Signal, dass Hilfe möglich ist. Unser Papst Franziskus hat dies erkannt und Dich seliggesprochen. Ich bin sicher, dass die Seligsprechung viel wichtiger war als die an Dich erfolgte Verleihung des Friedensnobelpreises, den leider auch viele Politiker erhalten haben, die mehr für politische Auseinandersetzungen, als zur Erreichung des Friedens in der Welt gesorgt zu haben.
So wie Du in Kalkutta aus einem tiefen christlichen Glauben heraus und dem Bewusstsein, dass auch Christus heute nicht dafür plädieren würde, Waffen zu beschaffen, damit dadurch Kriege beendet werden, sollten auch wir mehr für Arme und Notleidende und gegen alle Kriege eintreten. Christus würde wie Du in die Armenviertel gehen, den Menschen Essen bringen und ihnen Zuversicht vermitteln, dass es durchaus auch möglich wäre, zu einer friedlichen Welt zu gelangen und den Hunger auf Dauer zu beseitigen.
Selige Mutter Teresa, ich bitte Dich, dass Du ein Signal an diejenigen in unserer Welt sendest, die glauben, sie würden die Not in dieser Welt verhindern, in Wahrheit aber dazu beitragen, dass die Not – und hier meine ich insbesondere die Not von Kindern – immer größer wird. Es wäre sehr wichtig, wenn sich auch viele Bürger wieder mehr an Dein Handeln erinnern würden, damit sie entsprechende Impulse in die Kreise derjenigen ausstrahlen, die die Macht haben, Verhältnisse auch zu ändern. Ich kann mir vorstellen, dass hier auch die Christen eine wichtige Rolle spielen müssten, um durch das Berichten über Deine Arbeit andere zu motivieren, Dir nachzufolgen.
Mit hoffnungsvollen Grüßen aus dem Diesseits in das Jenseits

Dein Erdenbürger Jörg-Michael Bornemann