Brief in die Ewigkeit, Nr. 15, 11.05.2022

Lieber Erzengel Michael,
uns verbindet, dass meine Mutter mich nach Dir benannte, so dass ich auch Deinen Namen trage.
Deine Aufgabe in der Heer-Schar der Engel ist es, den Teufel in der Welt zu besiegen, damit die Menschheit rechtzeitig erkennt, wo und wann sie in die Irre läuft oder sich von Führern verleiten lässt, die vorgeben, den Frieden zu bringen und in Wahrheit dem Teufel direkt zuarbeiten, weil sie keinen Frieden wollen, sondern die Zerstörung des Denkens und der christlichen Ethik. Du wirst auch als der Beschützer Deiner Kirche angesehen, um diese vor einem Irrweg und damit vor dem Abgrund zu bewahren. Auch hier scheint mir ein großer Handlungsbedarf zu bestehen, so dass dies auch für einen sturmerpropten Erzengel eine große Herausforderung darstellen dürfte. Du wirst einwenden, dass Du als Erzengel schon immer mit der Dummheit der Erdenbewohner zu kämpfen hattest. Aber im Gegensatz zu früheren Zeiten, verfügen die Erdenbewohner inzwischen über Waffen, die um ein Vielfaches zerstörender sind, als es zum Beispiel die Waffen im Bauernkrieg waren.
Warum ich mich als Namensträger Deines großen Namens an Dich wende, ist die Feststellung, dass jetzt auch Deine obersten Repräsentanten sich mehr an weltliche Regeln halten, die sehr stark von Deinem Widersacher dem Teufel durchsetzt und teilweise bereits festgelegt sind, als sich an ihrem Auftraggeber Jesus Christus zu orientieren. Wenn die Nachricht zutrifft, dass Papst Franziskus ein geplantes Gespräch mit seinem Amtsbruder, dem Patriarchen Kyrill abgesagt hat, weil man in einem solchen Gespräch die Gefahr einer großen weltlichen Irritation sehe, dann zeigt dies, dass nicht mehr das theologische, nein besser, das seelsorgerische Gespräch im Vordergrund steht, sondern politische Opportunität der Maßstab ist. Wenn das so ist, dann solltest Du als Kämpfer gegen den Teufel mit der Gewalt des Schwertes eine solche Entwicklung unterbinden.
Ich war überrascht und zugegebenermaßen auch irritiert, als ich trotz Konsultation eines Dipl.- Theologen Deiner Erdenkirche in Dresden St. Hubertus neben Papst Benedikt XV. keinen weiteren Papst finden konnte, der sich besonders für den politischen Frieden in der Welt eingesetzt hätte. Alle Päpste haben große Aufgaben für die Kirche zu bewältigen gehabt, aber nur Papst Benedikt XV. hat sich darüber hinaus besonders für ein friedliches Miteinander der Völker in unserer irdischen Welt eingesetzt.
Lieber Erzgengel Michael, ich bitte (und bete) inständig dafür, dass Du gerade in der gegenwärtigen Zeit ein deutliches Signal aus dem Himmel zur Erde sendest, dass wieder erkennbar wird, warum zum Frieden auch die Kraft gehört, diesen Frieden durchzusetzen. Dafür braucht man keine Leoparden, sondern einen geläuterten Geist mit dem Willen, eigenständig für das Gute in der Welt einzutreten.
Lieber Erzengel Michael, ich hoffe auf Dich.

Dein Erdenbürger Jörg-Michael Bornemann