διάκονος – diákonos – ‘Diener, Helfer’

In unserer Pfarrei haben wir uns auf den Weg zum Ständigen Diakon im Zivilberuf gemacht.
Wir sind seit ca. 2 Jahren in der Ausbildung an der Fachakademie für Gemeindepastoral in Magdeburg, welche im Frühjahr 2021 zur Weihe zum Diakon führen kann, so Gott und der Bischof wollen.

Ein paar wenige Worte zum Diakon:

Als „Gottes Mitarbeiter am Evangelium Christi“ bezeichnet sie schon der Apostel Paulus in seinem Brief an die Thessalonicher: die Diakone. In der frühen Kirchengeschichte noch ein eigenständiger Teil des kirchlichen Dienstamtes, wurde der Diakonat nach und nach zur bloßen Durchgangsstufe auf dem Weg zum Priesteramt. Doch mittlerweile erfährt der „Ständige Diakon“ als dauerhaftes Amt eine Renaissance.

Alle Diakone, ob sie später Priester werden oder ständig Diakone bleiben, haben die gleichen Aufgaben. Ihr Name leitet sich vom griechischen διάκονος ab und bedeutet so viel wie „Diener“ oder „Helfer“. Der Diakon hat Anteil an dem einen sakramentalen Amt, das sich in seiner dreifachen Ausformung von Diakonat, Presbyterat (Priester) und Episkopat (Bischof) vollzieht. Auch wenn es der Name nahe legt, beschränken sich seine Aufgaben aber nicht auf die Diakonie, also den Dienst am Nächsten. Er ist auch in den beiden anderen kirchlichen Grunddiensten, der Liturgie und der Verkündigung, tätig. „Es gehört zu unserem Amt, dafür Sorge zu tragen, dass die Diakonia in allen Lebensvollzügen der Kirche auch wirklich gelebt wird“ sagt Thomas Nixdorf, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat.

Gerne möchten wir uns der Pfarrei hier kurz vorstellen:

Franz-Josef Herzog:

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segeln anders setzen.“

Es ist vorrangig das Evangelium Jesu, die frohmachende Botschaft zu beobachten und versuchen in meinen Alltag, das heißt in meine konkreten zwischenmenschlichen Beziehungen und täglichen Aufgaben, mithineinzunehmen. Ich versuche regelmäßig zu Beten und die Tageslesungen zu inhalieren. Es gelingt mir jedoch nicht immer aber daran merke ich, dass es eine Beziehung ist, etwas lebendiges und keine Pflichterfüllung. Für mich entspringt aus dem Evangelium immer wieder der Geist Jesu. In meiner Nachfolge ihm hinterher zu gehen, prägt das Evangelium meine Haltung und mein Spirit und somit mein Denken und Handel. Oder anders ausgedrückt mein Gottes- und Menschenbild.

In meinem Leben gab es häufig einen Windwechsel auf dem offenen See des Lebens. So z.B. meine Entscheidung die franziskanische Klostergemeinschaft zu verlassen und zu heiraten. Dabei ist es mir wichtig geworden und auch so bis heute geblieben, dass Jesus stets in meinem Boot dazugehört. Er ist aus meinem Lebensboot nicht wegzudenken. Wenn ich die Segel anders setzte, dann bitteschön stets mit ihm zusammen. Der Raum der Kirche und der Gemeinde ist für mich die Vergegenwärtigung der Präsenz Jesu. Daher ist mir Kirche als Sakrament (Medium), mit allen Schwächen und Fehlern wichtig und der Raum wo Jesus erstmal offiziell sein zu „Hause“ hat.

Ich bin 43 Jahre alt, seit gut 3 Jahren verheiratet. Meine Ausbildung habe ich im Kaufmännischen Bereich absolviert. Hobbys: Lesen, Fussball, Wandern, Stille, Mit Freunden Zeit verbringen…

Franz-Georg Lauck:

Liebe Schwestern und Brüder,

ein Mensch in der Mitte seines Lebens – auf dem Weg zum Diakon mit Zivilberuf: Wie kommt es dazu?

Ich erlebe mich selbst als Suchenden, auf der Suche nach Glück, nach Gemeinschaft, nach Liebe, letztlich nach Gott. Nach Gott, den ich in meinem Leben, in der Natur, in menschlichen Begegnungen, im Gottesdienst immer wieder erahne. Und ich spüre in solchen Momenten: Gott sucht liebevoll nach mir, nach Ihnen, nach uns allen. Gott sucht eine liebevolle Beziehung zu allen Menschen.

Ich bitte Sie: Lassen Sie uns gemeinsam auf Augenhöhe nach Gott suchen, lassen wir uns gemeinsam von Gott finden, lassen wir mitten in unserem Leben, in unserem Alltag, Gottes Liebe zu allen Menschen, gleich ob getauft oder ungetauft, in Taten und Worten aufscheinen.

Franz – Georg Lauck

*Herr Lauck ist auf dem Weg zum ständigen Diakon mit Zivilberuf und derzeit Praktikant in der Pfarrei Sankt Benno, Meißen. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Ehefrau Irmgard seit 1995 in Moritzburg. Herr Lauck gehört zur Gemeinde Sankt Josef, Dresden – Pieschen. Er ist Fachanwalt für Erbrecht.

Christoph Nitsche:

Mein Name ist Christoph Nitsche, ich wurde vor 49 Jahren in der Gemeinde St. Josef geboren. Ich habe in Dresden Mathematik studiert und arbeite als Softwareentwickler in der Logistikbranche. Seit 20 Jahren bin ich verheiratet und engagiere mich gemeinsam mit meiner Frau Dorit schon lange vielfältig in unserer Gemeinde, etwa als Lektor oder bei Laudes und Wortgottesdienst.

Als wir uns zu Beginn des Erkundungsprozesses gefragt haben, was es bedeutet, in der Taufe zu Priester, König und Prophet berufen zu sein, habe ich den Wunsch verspürt, mich verbindlicher und fundierter in der Kirche zu engagieren. Nach diversen Lehrbriefen, Prüfungen und Ausbildungstreffen bin ich mir immer noch nicht gewiss, was einmal mein Platz sein könnte, aber ich bin schon jetzt froh, auf diesem Weg unterwegs zu sein.

„Fürchtet Euch nicht!“ sagt Gott zu uns Menschen an vielen Stellen der Bibel, und ich bemühe mich von ganzem Herzen darum!

Alexander Narr:

Im Brief von Papst Franziskus „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ vom 29. Juni 2019 schreibt unser Papst unter anderem:

„Deshalb muss unser Hauptaugenmerk sein, wie wir diese Freude mitteilen: indem wir uns öffnen und hinausgehen, um unseren Brüdern und Schwestern zu begegnen, besonders jenen, die an den Schwellen unserer Kirchentüren, auf den Straßen, in den Gefängnissen, in den Krankenhäusern, auf den Plätzen und in den Städten zu finden sind. Der Herr drückte sich klar aus: «Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben» (Mt 6,33). Das bedeutet hinauszugehen, um mit dem Geist Christi alle Wirklichkeiten dieser Erde zu salben, an ihren vielfältigen Scheidewegen, ganz besonders dort, «wo die neuen Geschichten und Paradigmen entstehen, um mit dem Wort Jesu den innersten Kern der Seele der Städte zu erreichen»“

Dies ist mein Verständnis von Kirche: Ich möchte hinausgehen zu den Menschen und mit Ihnen die Freude teilen, die wir als Christen dank der Botschaft Gottes in uns tragen.
Oder um es mit Paulus zu sagen „Wir sind nicht Herren über euren Glauben, sondern wir sind Mitarbeiter eurer Freude“ (2 Kor 1,24)

Ich heiße Alexander Narr, bin verheiratet. Wir haben 2 Jungs im Alter von 11 und 14 Jahren, leben seit 2002 in Klotzsche und sind Teil der Gemeinde St. Josef in Pieschen. Ich arbeite als Projektleiter für globale strategische Qualitätsprojekte bei Infineon Dresden.

Und noch eine Bitte:
Wenn jemand oder eine Gruppe oder ein  Haus- oder Familienkreis mit einem von uns Diakonatsanwärtern ins Gespräch kommen will, um mehr über das Amt des Diakons, die Ausbildung oder auch unseren Glaubens- und Berufungsweg zu erfahren: Am besten direkt ansprechen (oder über das Pfarramt unsere Kontaktdaten erfragen)

Text: Alexander Narr, Franz-Josef Herzog, Franz-Georg Lauck, Christoph Nitsche
Bilder: privat und  pixabay.de