Entwurf eines pastoralen Weges für die Pfarrei St. Martin

(Arbeitstitel anstelle von „Pastoralkonzept“)

1. Unser biblisch begründeter Auftrag: „Seid ein Segen und bereitet den Weg des Herrn!“

Wir Christen sind Volk Gottes und wie Abraham und Sara auf dem Weg, Gottes Segen und Lebensfülle zu empfangen und weiterzugeben. Christus ist uns Weg, Wahrheit und Leben. Diese Botschaft zu leben und den Menschen erfahrbar zu machen, erkennen wir als unseren Auftrag in der Welt.

2. Unsere Grundüberzeugungen

2.1 Jeder Mensch ist zur Heiligkeit berufen
Darum wollen wir, ausgehend von unserer Taufe, unsere Berufungen entfalten und stärken, eine persönliche Beziehung zu Christus fördern und Menschen ermutigen, Christus in ihrem Leben zu entdecken und nachzufolgen.
Christusorientierung

2.2 Die vielen Charismen sind der Reichtum der Kirche.
Darum wollen wir den Reichtum der Charismen in unseren Gemeinden entdecken, fördern und zur Entfaltung bringen. Wir Menschen sind Gottes geliebte Geschöpfe und sagen Ja zu unserer Größe, zu unseren Begabungen, wie auch zu unserer Unvollkommenheit und Zerbrechlichkeit.
Charismenorientierung

2.3 Im Leben der Kirche wird Jesus Christus sichtbar.
Darum wollen wir die Vielfalt des Lebens in unseren Gemeinden fördern, die gemeinsame Berufung in unterschiedlichen Diensten und Aufgaben einsetzen und so den Menschen dienen, ihre Freude und Hoffnung, Trauer und Angst teilen.
Lebensraumorientierung

2.4 Die Kirche ist priesterliches Volk Gottes.
Darum wollen wir miteinander darauf hören, was der Heilige Geist uns sagt,
uns von Ihm leiten lassen und all das tun, wozu er jede/-n von uns beruft.
Wir erkennen Gottes Wirken in den vielen Zeichen des menschlichen Miteinanders, der Fürsorge und der Suche nach Spiritualität und Tiefe des Lebens. Wir wissen, dass Christus uns besonders in den Armen und Kranken, den Ausgegrenzten und Fremden entgegentritt und auf unsere ausgestreckte Hand wartet.
Ressourcenorientierung

2.5 Leitung in der Kirche hat viele Gesichter.
Darum wollen wir möglichst viele Frauen und Männer – je nach ihren Charismen – in unseren Gemeinden an der Leitung beteiligen, um unseren Auftrag als Kirche vor Ort gemeinsam zu erfüllen.
Partizipation an der Leitung

2.6 Das Leben der Kirche erneuert sich.
Darum wollen wir das Wort Gottes miteinander teilen, uns von ihm inspirieren lassen und so unseren Glauben je neu mit Leben erfüllen (lassen). Unser Zusammenleben soll sich zu einer Gemeinschaft vieler Gemeinschaften entwickeln.
Orientierung am Wort Gottes

Unsere Ziele

Das Ziel, das uns vor Augen steht ist eine geisterfüllte Gemeinde, voll Liebe und Leben, voll Lachen und Lebendigkeit, voll Glaube und Hoffnung, vernetzt mit allen Menschen guten Willens mitten im Leben, verwurzelt im Himmel.

Unser Ziel in der Verkündigung:
Gemeinsam auf das Antlitz Christi schauen und den Menschen mit Seinem liebenden Blick und Seiner befreienden Botschaft begegnen.

Unser Ziel als Gemeinschaft:
Gemeinsam die vielfältigen Charismen des Heiligen Geistes fördern und sie zum Aufbau des Reiches Gottes einbringen.

Das Ziel unserer Diakonie:
Gemeinsam Christus in allen Menschen entdecken, mit ihnen das Leben teilen und füreinander eintreten.

Das Ziel unserer Liturgie:
Gemeinsam Christi Gegenwart in großer Vielfalt feiern und leben.

4. Unsere Kraftquellen

Um unseren Auftrag vor Gott und den Menschen zu erfüllen, wollen wir Gemeinde vor Ort so gestalten, dass sie uns zur Kraftquelle wird.
Dazu gehören:

• die Feier der Sakramente
• das persönliche und gemeinsame Gebet
• die lebensnahe Verkündigung und Schriftauslegung
• die (gegenseitige?!) Seelsorge
• die Glaubensvermittlung und -vertiefung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
• ein gutes Miteinander in Gemeinde und Pfarrei
• die Beheimatung in kleineren Kreisen und Gemeinschaften
• das Einbringen der vielfältigen Gaben unter Wahrung der je persönlichen Ressourcen
• das Teilhaben an Leitungsaufgaben
• die ökumenische Verbundenheit
• das Anteilnehmen an und Mitgestalten von Gesellschaft und Politik