Die Frauen-Weggemeinschaft

kam wie gewohnt am 3. Freitag im Monat (21.2.2020) im Pfarrhaus St. Martin zusammen. Zwölf Frauen versammelten sich, um dasAbschlussschreiben des Papstes zur Amazonas-Synode zu besprechen und sich über die Themen des Synodalen Weges zu informieren.

Ein intensives Gespräch entwickelte sich: Anerkennung und Wertschätzung für den „Einsatz“ des Papstes für die indigenen Völker und die Ökologie im Amazonasgebiet und weltweit; Fragen und Unverständnis bezüglich des Frauenbildes, das Papst Franziskus in „Querida Amazonia“ zeichnet, wenn er vor allem auf ihre Glaubenskraft und Hingabefähigkeit hinweist, nach dem Vorbild Mariens. Enttäuscht sind diejenigen, die klare Aussagen erwartet haben, hoffnungsvoll diejenigen, die darauf verweisen, dass Papst Franziskus Entscheidungen vermeidet, also brennende Themen offenlässt.

Der Synodale Weg: In allen vier Themenbereichen – Umgang mit Macht, Zölibat, Rolle der Frau, Sexualmoral – gilt es zu prüfen,was den Zeitgeist vergangener Jahrhunderte atmet und der Erneuerung bedarf. Wie kann Machtmissbrauch eingedämmt werden? Ist der verpflichtende Zölibat zukunftsfähig? Besteht die Möglichkeit der „Inkulturation“ des Christentums in die westliche Welt des 21. Jahrhunderts, die von der Gleichberechtigung von Mann und Frau und von einem veränderten Verständnis von Geschlechtlichkeit und Sexualität ausgeht? Gibt es berechtigte Hoffnung auf Veränderungen?

„Warum bist du noch in der Kirche?“, so die gegenseitige Frage der Frauen zum Abschluss des Abends. Eine der Antworten: „Es ist auch meine Kirche. Verändern kann ich nur etwas, wenn ich drin bin.“
Rebekka-Chiara Hengge, Gemeindereferentin