Friedens-Impuls am 12. März 2022

(Kerze von Familie Sorek)

Liedruf (GL 286):
Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet, wachet und betet!

Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5, 43 – 48:
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

Betrachtung:
Ist es angemessen, die Leidtragenden der russischen Angriffe zu ermahnen, ihre Feinde zu lieben? Ihre Feinde, die nicht einmal das Rückgrat besitzen, einen Angriffskrieg als Krieg zu bezeichnen? Was sollen sie denn noch alles tun in ihrer Verzweiflung? Wir dürfen dankbar sein für die Anzeichen, dass die Ukrainer bislang nicht Gleiches mit Gleichem vergelten, sondern versuchen, Haltung und Anstand zu bewahren. Das gilt für die Ansprachen ihres Präsidenten genauso wie für die Menschen, die ihr knappes Brot mit Kriegsgefangenen teilen.

Ansonsten werden wir gut daran tun, die Worte Jesu für uns selbst ernst zu nehmen. Spätestens seit den unendlichen Corona-Diskussionen, aber auch schon vorher in den Auseinandersetzungen mit „Spaziergängern“ und „Querdenkern“ ist manchmal der Eindruck unversöhnlicher Feindschaften entstanden. Auch wenn es gute Gründe gibt, inhaltlichen Diskussionen nicht auszuweichen und auf Klarheit in wichtigen Fragen zu bestehen, bleibt es die unumstößliche Wahrheit, dass Gott Andersdenkende genauso innig liebt wie mich, und er drängt mich, es ihm gleichzutun!

Friedensgebet:
Gütiger Gott, wir sehnen uns danach, miteinander in Frieden zu leben.
Wenn Egoismus und Ungerechtigkeit überhandnehmen,
wenn Gewalt zwischen Menschen ausbricht,
wenn Versöhnung nicht möglich erscheint,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Wenn Unterschiede in Sprache, Kultur oder Glauben uns vergessen lassen,
dass wir deine Geschöpfe sind und dass du uns die Schöpfung als gemeinsame Heimat anvertraut hast,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Wenn Menschen gegen Menschen ausgespielt werden,
wenn Macht ausgenutzt wird, um andere auszubeuten,
wenn Tatsachen verdreht werden, um andere zu täuschen,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Lehre uns, gerecht und fürsorglich miteinander umzugehen und der Korruption zu widerstehen.
Schenke uns mutige Frauen und Männer, die die Wunden heilen, die Hass und Gewalt an Leib und Seele hinterlassen.

Lass uns die richtigen Worte, Gesten und Mittel finden, um den Frieden zu fördern.
In welcher Sprache wir dich auch als „Fürst des Friedens“ bekennen,
lass unsere Stimmen laut vernehmbar sein gegen Gewalt und gegen Unrecht.

Liedruf (GL 827):
Herr, gib uns Deinen Frieden, gib uns deinen Frieden.
Frieden, gib uns deinen Frieden, Herr gib uns deinen Frieden.

(Betrachtung und Zusammenstellung: Christoph Nitsche)
Sie wollen mittun: Schreiben Sie mir oder gleich zum Dudle.
Alle Impulse der Fastenzeit: Link.