Friedens-Impuls am 18. März 2022

(Eines Tages: Die Felder stehen in voller Frucht und Uniformen taugen nur noch als Vogelscheuchen.)
Bild: Mari Kinovych auf www.supportukraine-pic.com

Liedruf (GL 286):
Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet, wachet und betet!

Aus dem Tagesevangelium nach Matthäus, Kapitel 21, 33 – 39:
Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.
Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie.
Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso.
Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um.

Betrachtung:
Die unheilvolle Logik des Krieges: Nur dieses oder jenes noch, dann können wir die Früchte unserer Untaten in Ruhe genießen. Aber wer kann das schon, und wie lange? Bald ziehen die Schandaten der Vergangenheit neue Schandtaten nach sich. Wir Europäer haben dazu Erfahrungen großer Schuld in der Kolonialpolitik gesammelt, wir Deutschen noch einmal besonders in den Weltkriegen.
Die Spirale der Gewalt hört nicht von alleine auf. Unsere bevorstehende Aufrüstung mag notwendig sein, um uns selbst vor Angriffen wie den auf die Ukraine zu schützen, aber sie ist noch keine Friedenspolitik. Wenn wir Kriege ganz vertreiben wollen, werden wir uns überlegen müssen, was die beste Friedenspolitik dazu ist.
Ich bin ratlos. Die Fastenzeit kann uns auch helfen,  darauf zu schauen, wie wir unsere Fehler und Schwächen auf dem Weg zum Frieden überwinden können.

Friedensgebet:

Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, sei uns Sündern gnädig!

Herr Jesus, geboren unter den Bomben von Kiew, erbarme dich unser!

Herr Jesus, der in den Armen seiner Mutter in einem Bunker in Charkiw starb, erbarme dich unser!

Herr Jesus, der mit 20 Jahren an die Front geschickt wurde, erbarme dich unser!

Herr Jesus, der du immer noch bewaffnete Hände im Schatten deines Kreuzes siehst, erbarme dich unser!

Vergib uns, Herr, wenn wir uns nicht mit den Nägeln begnügen, mit denen wir deine Hand durchbohrt haben, sondern weiterhin das Blut der von Waffen zerfetzten Toten trinken.

Vergib uns, Herr, wenn diese Hände, die du zum Schutz geschaffen hast, zu Werkzeugen des Todes geworden sind.

Vergib uns, Herr, wenn wir fortfahren, unseren Bruder zu töten, wenn wir wie Kain fortfahren, Steine von unserem Feld zu nehmen, um Abel zu töten.

Vergib uns, Herr, wenn wir weiterhin Grausamkeit mit unserer Müdigkeit rechtfertigen, wenn wir mit unserem Schmerz die Grausamkeit unseres Handelns legitimieren.

Vergib uns den Krieg, Herr.

Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, wir flehen dich an! Halte die Hand des Kain auf! Erleuchte unser Gewissen, unser Wille geschehe nicht, überlass uns nicht unserem eigenen Handeln!

Halte uns auf, Herr, halte uns auf!

Und wenn du die Hand des Kain aufgehalten hast, dann kümmere dich auch um ihn. Er ist unser Bruder.

Oh Herr, stoppe die Gewalt! Halte uns auf, Herr!

(Gebet des Erzbischofs von Neapel, Mimmo Battaglia,
das Papst Franziskus bei der Generalaudienz am Mittwoch betete)

Liedruf (GL 827):
Herr, gib uns Deinen Frieden, gib uns deinen Frieden.
Frieden, gib uns deinen Frieden, Herr gib uns deinen Frieden.

(Betrachtung und Zusammenstellung: Christoph Nitsche)
Sie wollen mittun: Schreiben Sie mir oder gleich zum Dudle.
Alle Impulse der Fastenzeit: Link.