Friedens-Impuls am 19. März 2022

 

Bild: Masha Foya auf www.supportukraine-pic.com

Liedruf (GL 286):
Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet, wachet und betet!

Tagesevangelium nach Matthäus, Kapitel 1, 16.18–21.24a:
Jakob zeugte den Josef, den Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus genannt wird.
Mit der Geburt Jesu Christi war es so:
Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte:
Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.

Betrachtung:
Heute ist in Pieschen unser Kirchweihtag, der Tag des heiligen Josefs. Es soll ein froher Tag werden mit Messe und Stehempfang und Festkonzert. In diesen Zeiten? Es kommt eben doch immer anders, als man plant.
Josef hatte sich das mit Maria auch anders vorgestellt. Sie wollten heiraten, eine ganz normale Familie gründen, er brauchte ja auch einen beruflichen Nachfolger. Er hatte sich das gemeinsame unauffällige Leben wohl schon vorgestellt und ausgemalt, den einfachen Frieden eben.
Wir wissen nicht, was langfristig aus Josefs Träumen geworden ist.
Aber wir wissen, dass er mit Gottes Hilfe Maria ein liebender und beschützender Mann gewesen ist, der versucht hat, seiner Frau und dem Kind Sicherheit auf den Wegen dieser Welt zu verschaffen: nach Betlehem, durch Ägypten, nach und von Jerusalem. Er konnte Jesus nicht vor den Römern oder Pharisäern schützen. Vielleicht hat er das Leiden seines Sohnes gar nicht mehr miterleben können. Aber es fällt mir schwer zu glauben, dass Jesus eine schwere Kindheit hatte. Er muss den Frieden, den er den Menschen bringen wollte, auch selbst erlebt haben, denke ich. Den einfachen Frieden daheim. So hat Josef, unser Patron, vielleicht aus seinen Teil zum göttlichen Heilswerk beigetragen.

Auch ein Friedensgebet ?
(Ich bitte um Verzeihung für die Dissonanz in der zweiten Strophe.)

Wenn ein Gras wächst, wo nah ein Haus steht,
und vom Schornstein steigt der Rauch,
soll’n die Leute beieinander sitzen,
vor sich Brot und Ruhe auch,
und Ruhe auch.

Das ist der einfache Frieden,
den schätze nicht gering.
Es ist um den einfachen Frieden
seit Tausenden von Jahren
ein beschwerlich Ding.

Wo ein Mann ist, soll eine Frau sein,
dass da eins das andre wärmt,
solln sich lieben und solln sich streiten,
von der Angst nicht abgehärmt,
nicht abgehärmt.

Das ist der einfache Frieden,
den schätze nicht gering.
Es ist um den einfachen Frieden
seit Tausenden von Jahren
ein beschwerlich Ding.

Wo ein Ball liegt, soll nah ein Kind spiel’n,
das zwei gute Eltern hat,
und soll alle Aussicht haben,
ob im Land, ob in der Stadt,
ob in der Stadt.

Das ist der einfache Frieden,
den schätze nicht gering.
Es ist um den einfachen Frieden
seit Tausenden von Jahren
ein beschwerlich Ding.

Wo ein Leben war, da soll ein Tod sein
unter Tränen still ins Grab,
wo der Nachfahr manchmal hingeht
zu dem Menschen, den es gab,
den es gab.

Das ist der einfache Frieden,
den schätze nicht gering.
Es ist um den einfachen Frieden
seit Tausenden von Jahren
ein beschwerlich Ding.

 

© Text von Gisela Steineckert (*1931)

Liedruf (GL 827):
Herr, gib uns Deinen Frieden, gib uns deinen Frieden.
Frieden, gib uns deinen Frieden, Herr gib uns deinen Frieden.

(Betrachtung und Zusammenstellung: Christoph Nitsche)
Sie wollen mittun: Schreiben Sie mir oder gleich zum Dudle.
Alle Impulse der Fastenzeit: Link.