Friedens-Impuls am 23. März 2022

Liedruf (GL 286):
Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet, wachet und betet!

Tagesevangelium nach Matthäus Kapitel 5, Verse 17-19:
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

Betrachtung:
Jesus hat sich zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich zu den Gesetzen geäußert, im Zusammenhang mit den Vorschriften für den Sabbat auch so: „Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat.“ Wir alle kennen Gesetze, die zu Ungerechtigkeit führen und wir wissen, dass das Zusammenleben auch gestört sein kann, ohne dass ein konkreter Gesetzesverstoß vorliegt.
Aber wir merken in diesen Tagen auch, wie schwer Menschen in der Ukraine unter dem Krieg leiden müssen, weil es keine Partei gibt, die ihre Menschen- und Völkerrechte durchsetzt.
Im Idealfall schützen Gesetze die Schwächeren vor den Stärkeren und legen die Regeln des Zusammenlebens fest. Aber sie können keine vertrauensvolle Atmosphäre oder gegenseitige Achtung schaffen. Daher hat Jesus mehr Wert auf Grundregeln des Zusammenlebens wie die Liebe zum Nächsten gelegt, die sich aus der Liebe zu Gott ableitet, als auf einzelne Gesetzesformulierungen, für die sich zu oft Lücken und Ausreden finden lassen.
Wenn wir uns vorstellen, wie Gott in seiner Liebe zu uns und seiner ganzen Schöpfung unser Tun anschaut, könnte uns im Idealfall klar werden, was wir tun und was wir lassen sollten.
„Wo ist Abel, dein Bruder?“ fragte der Herr den Kain. Was wird er uns fragen?

Friedensgebet
Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

(französisches Gebet, dem hl. Franziskus zugeschrieben)

Liedruf (GL 827):
Herr, gib uns Deinen Frieden, gib uns deinen Frieden.
Frieden, gib uns deinen Frieden, Herr gib uns deinen Frieden.

(Betrachtung und Zusammenstellung: Christoph Nitsche)
Sie wollen mittun: Schreiben Sie mir oder gleich zum Dudle.
Alle Impulse der Fastenzeit: Link.