Friedens-Impuls am 26. März 2022

(unsere Kirchensaalfenster in blau und gelb)

Liedruf (GL 286):
Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet, wachet und betet!

Tagesevangelium nach Lukas Kapitel 18, Verse 9 – 14:
In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel:
Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Betrachtung:
Eine Geschichte, die mich an Kain und Abel erinnert und zu zwei Erkenntnissen führt:
In der erzählten Geschichte erfährt der Pharisäer nicht, dass sein Opfer vor Gott nichts gilt, daher kommt es auch nicht zur Gewalt.
Da Jesus diese Geschichte aber in die reale Lebenswelt des Evangeliums erzählt, spüren die Pharisäer, das Gott sie nicht erhören wird. Wie Kain kommen sie zu dem Schluss: Der da muss sterben!
Was können wir tun? Zuerst geht es sicher darum, sich niemals selbst zu sehr im Recht zu wähnen. Jede Sicherheit, dass ich irgendetwas besser, richtiger, gottgefälliger mache als mein Nachbar, führt zwangsläufig von Gott weg. Eine Weile kann ich das vor mir verbergen, aber wenn es mir bewusst wird, schlage ich vielleicht  um mich wie Kain.
Danach müssen wir die Machtfülle von Menschen und Institutionen in den Blick nehmen: Wo Rechenschaft, Kontrolle und Begrenzungen fehlen, entwickelt sich auch sinnvolle Macht nach und nach zur Willkür. Haben wir den Mut, dem auch in unseren eigenen Reihen entgegenzuwirken, bevor es zu spät ist?

Friedensgebet
Gott, zu dir rufe ich am frühen Morgen
hilf mir beten und meine Gedanken sammeln;
ich kann es nicht allein
In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht
ich bin einsam, aber du verläßt mich nicht
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe
ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld
ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weißt den rechten Weg für mich.

Vater im Himmel,
Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht
Lob und Dank sei dir für den neuen Tag
Lob und Dank sei dir für alle deine Güte und Treue
in meinem vergangenen Leben.
Du hast mir viel Gutes erwiesen,
laß mich nun auch das Schwere aus deiner Hand hinnehmen.
Du wirst mir nicht mehr auferlegen, als ich tragen kann.
Du läßt deinen Kindern alle Dinge zum besten dienen.

(Dietrich Bonhoeffer, „Widerstand und Ergebung“, DBW Band 8, Seite 204f)

Liedruf (GL 827):
Herr, gib uns Deinen Frieden, gib uns deinen Frieden.
Frieden, gib uns deinen Frieden, Herr gib uns deinen Frieden.

(Betrachtung und Zusammenstellung: Christoph Nitsche)
Sie wollen mittun: Schreiben Sie mir oder gleich zum Dudle.
Alle Impulse der Fastenzeit: Link.