Friedens-Impuls am 5. März 2022

Engel des Friedens (Olesya Hudyma)(Bild „Engel des Friedens“ der ukrainischen Künstlerin Olesya Hudyma, es steht zum Verkauf)

Liedruf (GL 286):
Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet, wachet und betet!

Evangelium nach Lukas 5, 27-32:
In jener Zeit sah Jesus einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach!
Da stand Levi auf, verließ alles und folgte ihm.
Und er gab für Jesus in seinem Haus ein großes Festmahl. Viele Zöllner und andere Gäste waren mit ihnen bei Tisch.
Da sagten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten voll Unwillen zu seinen Jüngern: Wie könnt ihr zusammen mit Zöllnern und Sündern essen und trinken?
Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.

Kommentar:
Zöllner sorgen für Ordnung und die Geschäfte der Besitzenden. Doch plötzlich, mit Jesus, der Blickwechsel: Es ist wichtiger, sich um die Armen zu kümmern und um Menschen in Not. Doch alleine ist das ein schwerer Dienst! Levi ruft seine Freunde und Kollegen zu einem Festmahl. Nicht alle werden Jesus nachgefolgt sein, aber vielleicht hat sich doch eine Gruppe Gleichgesinnter gebildet? Gemeinsame Werte und Ziele helfen uns, durchzuhalten und zu einer Gemeinde zusammenzuwachsen.
Die Christen der evangelischen Gemeinde Midsayap haben vor einigen Jahren ihre gemeinsame Vorstellung aufgeschrieben, was es aktuell bedeutet, in der Nachfolge Christi zu leben. Auch heute kann man auf ihrer Facebook-Seite Berichte zu Gottesdiensten ebenso finden wie zu gesellschaftlichem Engagement.

Glaubensbekenntnis  der philippinischen Stadtgemeinde Midsayap (1985):
Wir glauben an Gott, der die Liebe ist und der die Erde allen Menschen gegeben hat.

Wir glauben an Jesus Christus, der zu uns kam,
um uns zu heilen
und uns von allen Formen der Unterdrückung zu befreien.
Wir glauben an den Geist Gottes,
der in und durch alle Menschen wirkt,
die sich der Wahrheit zugewandt haben.
Wir glauben an die Gemeinschaft des Glaubens,
die berufen ist, allen Menschen zu dienen.
Wir glauben an Gottes Versprechen,
schließlich und endlich
die Macht der Sünde in uns allen zu zerstören
und ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens
unter den Menschen zu errichten.
Wir glauben nicht an das Recht des Stärkeren,
noch an die Kraft von Waffen,
noch an die Macht der Unterdrückung.
Wir glauben an die Rechte der Menschen,
an die Solidarität aller Menschen aus dem Volk.

Wir glauben nicht an Rassismus,
noch an die Macht, die sich auf Wohlstand und auf Privilegien gründet,

noch an irgendeine aufgerichtete Ordnung, die die Menschen versklavt.
Wir glauben, dass alle, Männer und Frauen, gleichberechtigte Wesen sind
und dass eine Ordnung, die auf
Gewalt und Ungerechtigkeit basiert, verwerflich ist.
Wir glauben nicht, dass Krieg und Hunger unvermeidlich sind und Frieden unerreichbar.
Wir glauben an die Schönheit des Einfachen,
an Liebe mit offenen Händen, an Frieden auf Erden.

Wir glauben nicht, dass das Leiden umsonst ist,
dass der Tod das Ende ist,
dass die Verunstaltung
unserer Welt das sein soll, was Gott mit ihr beabsichtigt hat.
Aber wir wagen, immer wieder und trotz allem,
zu glauben an Gottes Macht, umzuformen und
umzugestalten,
und so sein Versprechen eines neuen Himmels und einer neuen Erde zu erfüllen,
wo Gerechtigkeit und Frieden blühen werden.

Amen.

Liedruf (GL 827):
Herr, gib uns Deinen Frieden, gib uns deinen Frieden.
Frieden, gib uns deinen Frieden, Herr gib uns deinen Frieden.

(Zusammenstellung und Kommentar: Christoph Nitsche)