Gemeindewallfahrt „St. Hubertus“ 2021

Kennen Sie das Sorbenland? Natürlich war jeder schon in Bautzen, auch Schmochtitz ist bekannt und natürlich Kloster Marienstern in Panschwitz-Kuckau. Aber dass es eine so liebliche Gegend ist, das wird richtig erlebbar, wenn man durch kleinere und größere Orte über Land fährt abseits der großen Verkehrsadern.

Wir konnten das erleben anlässlich unserer nun schon fast traditionell stattfindenden Gemeindewallfahrt am 11. September. Wir waren 22 Wallfahrer aus den Gemeinden St. Hubertus und St. Petrus Canisius und einigen Gästen, die uns immer sehr willkommen sind.

Unsere erste Station war das Kloster Marienstern, eines der beiden Klöster zwischen Erzgebirge und Ostsee, die seit dem 13. Jahrhundert bis heute existieren. In der Klosterkirche hatten wir Gottesdienst, gefeiert von Pfarrer Lommatzsch. Auch den Organisten hatten wir mitgebracht, Herrn Meyer, der dankenswerterweise auch wieder die Organisation übernommen hatte. Nach dem Gottesdienst wurde uns die Kirche wie auch das gesamte Kloster durch eine Führung näher gebracht von einem sehr kenntnisreichen Herrn, den man auch viel fragen konnte.

Das „Klosterstübel“ mit dem Klosterkeller hat einen neuen Betreiber, und so war das sehr wohlschmeckende Mittagessen gesichert. Eigenes Bier wird nicht mehr gebraut, das kommt aus Wittichenau. In der Mittagspause blieb noch Zeit für Besichtigung der Schatzkammer oder der Klosterbäckerei. Auch der Klosterladen lohnt einen Besuch. Der Kräutergarten hat sonnabends geschlossen.
Unser nächstes Ziel war Ralbitz. Der Ort ist eine bekannte Station der Osterreiter. Wir haben den berühmten Friedhof angesehen, berühmt wegen seiner Besonderheit, dass alle Gräber gleich gestaltet sind. Sie haben alle die gleiche Höhe, auf allen stehen die gleich großen weißen Holzkreuze mit einer ovalen Tafel mit Namen und Daten. Familiengräber gibt es nicht, auch die Kinder bekommen ein Grab in normaler Größe. Die Angehörigen sind verpflichtet, sich um die Grabpflege zu kümmern. So steht ein Wald von weißen Kreuzen in einem Meer von bunten Blumen, ein wahrhaft österlicher Anblick.
Pfarrer Delan hat uns freundlich und kompetent über den Friedhof geführt, uns vieles erklärt, zum Schluss auch die Kirche. Zum Dank haben wir ein Marienlied gesungen, dann ging es wieder zum Bus, der Regen blieb draußen.

In Schmochtitz erwartete uns eine liebevoll gedeckte Kaffeetafel in der „Scheune“ des Bischof-Benno-Hauses, das seit 2 Jahren „Bildungsgut“ heißt. Pfarrer Foelz erwartete uns auch schon, was uns besonders gefreut hat. Von 1971 bis 1999 hatten wir die Oratorianer vom Hl.Philipp Neri als Seelsorger in unserer Gemeinde. Unser Pfarrer war bis 1999 Michael Ulrich. Er lebt jetzt im Altersheim St. Hedwig in Bautzen. Pfarrer Foelz gab uns einen gut strukturierten Überblick über die Geschichte des alten Rittergutes Schmochtitz, das von 1923 bis zum 2. Weltkrieg Bildungsstätte für die Priester unseres Bistums war. Nach dem Krieg war das Herrenhaus zerstört. Es wurde wieder aufgebaut und nun ist das Gut Bildungs- und Begegnungsstätte dank einer klugen Entscheidung von Bischof Reinelt.

Nach der Schlussandacht in der Kirche hieß es Abschied nehmen. 17.50 Uhr waren wir wieder wohlbehalten am Weißen Adler und hatten Grund zum Danken für einen schönen Tag mit vielen neuen Eindrücken.

Ilse Boddin