Gemeinsam zum Tisch des Herrn

„In Deutschland sind gegenwärtig bei mehr als 40 % der kirchlichen Trauungen die Partner konfessionsverschieden“ (S. 6).
In den letzten Jahren hat sich der negativ konnotierte Begriff „Konfessionsverschiedene Ehe“ zum positiveren Begriff „Konfessionsverbindende Ehe“ verschoben, denn „[sie] leben ihre Ehe als ein Band, das die Konfessionen vereint“(ebd.).
„Die Frage der gemeinsamen Kommunion konfessionsverbindender Eheleute ist eine wichtige [und drängende] pastorale Frage, die in der Kirche beantwortet werden muss“ (S. 32). Das 2. Vatikanum sagt in LG 11, dass die Ehe und die daraus entstehende Familie eine „Hauskirche“ sei. Und so wie keine Kirche ohne Eucharistie über-leben kann, so ist es auch mit der Hauskirche. Papst Franziskus schreibt in Amoris laetitia, dass die Nahrung der Eucharistie für die christliche Ehe Kraft sei, den Ehebund als Hauskirche zu leben (vgl. AL 318).
„Die Eheleute haben einander [sakramental] die Treue versprochen; … sie kann dadurch gestärkt werden, dass sie im gemeinsamen Glauben auch gemeinsam zum Tisch des Herrn treten.“ (S. 32).
Die deutschen Bischöfe haben im Februar 2018 unter dem Titel „Mit Christus gehen – Der Einheit auf der Spur – Konfessionsverbindende Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie“ eine „Orientierungshilfe“ zu diesem großen Thema verabschiedet. Bischof Heinrich Timmerevers hat diese am 05.10.2018 für das Bistum Dresden-Meißen in Kraft gesetzt.

In dieser „Orientierungshilfe“ folgen die deutschen Bischöfe einem Wort von Papst Franziskus: „Eine Taufe, ein Herr, ein Glaube. Sprecht mit dem Herrn und geht weiter. Mehr wage ich nicht zu sagen“ (S. 8). Sie schreiben: „Wir laden alle konfessionsverbindenden Ehepaare ein, mit ihrem Pfarrer oder einer anderen mit der Seelsorge beauftragten Person ein Gespräch zu suchen, um eine Entscheidung zu treffen, die dem eigenen Gewissen folgt und die Einheit der Kirche wahrt. … Sie sollen erfahren, dass sie dazu eingeladen sind, ihrer eigenen Gewissensentscheidung zu folgen, zu der sie in einem pastoralen Gespräch gefunden haben.
Es ist uns wichtig, dass wir mit unserer Handreichung der Freiheit des Gewissens, der Verantwortung des Glaubens und dem Frieden in der Kirche dienen“
(S. 31).
Auch wir, das Pastoralteam der Pfarrei St. Martin, möchten Sie ermutigen und einladen, das Gespräch zu suchen und für sich, für Ihre Hauskirche „de[n] gemeinsamen [konfessionsverbindenden] Glauben auch gemeinsam [am] Tisch des Herrn [zu feiern]“ (S. 32).
Pfarrer Ludger Kauder
(Die Seitenangaben beziehen sich auf das o. g. Schreiben. Das gesamte Dokument können Sie unter https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2018/08-Orientierungshilfe-Kommunion.pdf nachlesen.)