Gottesdienst 23.06.19 im Garten in Pillnitz

Sonntag nach Fronleichnam in Pillnitz gemeinsamer Pfarrei-Gottesdienst

Seit vielen Jahrzehnten ist es in Pillnitz Tradition, am Sonntag nach Fronleichnam einen Gottesdienst mit Prozession zu feiern. Anfangs führte diese durch den Pillnitzer Schlosspark, später dann musste ein neuer Ort gefunden werden: Der Park an unserem Pfarrhaus, der Brockhausvilla, war perfekt dafür geeignet. Auch als Bischof Schaffran im Hause wohnte, wurde diese Tradition gelebt, seit 2011 feierten wir gemeinsam mit der Gemeinde St. Hubertus und heute war erstmals unsere gesamte neue große Pfarrei eingeladen. Bei strahlendem Sonnenschein feierten wir unter freiem Himmel einen festlichen Gottesdienst.
„Eucharistisch Kirche sein“ ein Wunsch von Bischof Heiner Koch 2015. Was ist damit gemeint? (Predigt hier in Kurzform)

Die Prozession führte zu 4 Stationsaltären, die von den Gemeinden St. Petrus Canisius, Heilig Kreuz, St. Franziskus Xaverius und St. Hubertus liebevoll und ideenreich gestaltet worden waren.
1. Altar: Für die Kirche und alle, die an Christus glauben
Als Kirche haben wir die Aufgabe, die Gegenwart Christi in der Welt zu bezeugen. Am Fronleichnamsfest tun wir das in besonderer Form: Wir tragen das Kostbarste, das uns als Kirche anvertraut ist, in die Öffentlichkeit: die heilige Eucharistie.
Sie schenkt uns auf unserem Pilgerweg durch die Welt die intensivste Gemeinschaft mit Christus: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde.“
Dieses verwandelnde Wort wurde bei der Eucharistie über das Brot, das wir in der Monstranz mittragen, gebetet.
Kostbar sind uns auch die Worte des Herrn und das, was sie durch Jahrhunderte bewirkt haben: „ … macht alle Menschen zu meinen Jüngern; …
und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten haben.“ (Mt 28,19a.20a)

2. Altar: Für unser Volk und alle in Staat und Gesellschaft Verantwortlichen
Nachdem wir eben an der 1. Station für die Kirche und alle Christen gebetet haben, richten wir unseren Blick nun auf unser Volk und alle, die in Staat und Gesellschaft Verantwortung tragen. In unserem Grundgesetz heißt es, dass alle Staatsgewalt vom Volk ausgeht. Als Christen in dieser Gesellschaft sollen wir zugleich Salz der Erde und Licht der Welt sein. Wir haben den Auftrag, unseren Staat und unsere Gesellschaft mitzuprägen.
Dabei geht es zu allen Zeiten um die Würde der Menschen, um den Schutz der Familie und des Gemeinwesens, um Hilfen für die kulturelle Entwicklung, um die Verantwortung für die Welt der Arbeit, um die Sorge für Schwache, Kranke und Alte.
Beten wir deshalb für unser Land und seine Menschen, vor allem für die, die Verantwortung für andere übernommen haben.

3. Altar: Die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit
„Macht Euch die Erde untertan“ – dieser Zuspruch Gottes steht schon am Anfang Seiner Geschichte mit uns Menschen. Er fordert uns auf, die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit zum Wohle und zum Nutzen der gesamten Schöpfung einzubringen. Gerade angesichts weltweiter Verflechtungen, begrenzter Ressourcen und einer einseitigen Ausrichtung auf Wachstum mahnt uns die biblische Botschaft, die Schöpfung zu bewahren, sie zu hegen und zu pflegen.
In seiner Verkündigung und in seinem Handeln weist uns der Herr selbst immer wieder auf die Verwobenheit alles Geschaffenen hin: die Lilien im Felde als Sinnbild für natürliche Pracht, der Feigenbaum und seine Frucht und nicht zuletzt das winzige Weizenkorn, das in die Erde gelegt neue Kraft entfaltet und mannigfach Frucht trägt – unser Leben gelingt, wenn wir uns im Netzwerk Gottes, in seiner Schöpfung, verankern und dankbar entgegennehmen, was er uns schenkt.

4. Altar: Für die Stadt Dresden mit ihren Stadtteilen und ihren Bewohnern
In einer Welt, die immer enger zusammenrückt, fühlen sich dennoch viele Menschen verloren und beklagen eine zunehmende Anonymität. Da kann uns der Ort, in dem wir leben, ein Gefühl der Heimat und der Identität vermitteln. Im Miteinander der Bewohner kann Solidarität wachsen, die gegen Alleinsein und Isolation hilft. Als Christen wollen wir den einen Gott bezeugen, der in der Gemeinschaft vieler erlebbar wird. Jesus sandte Jünger aus, um diese Nähe Gottes zu verkünden. Die Kirche lebt in lebendigen Gemeinschaften. Beten wir um Gottes liebenden Beistand und treusorgende Begleitung für unseren Ort und seine Bewohner.

Die Kinder fertigten schönen Blumenschmuck und streuten auch mit sichtlicher Freude Blumen.
Besonders erfreulich, dass auch evangelische Christen aus unserer Nachbargemeinde „Maria am Wasser“ dabei waren.
Fotos Uta Graba

Beim anschließenden Beisammensein bot sich Gelegenheit, mal ungezwungen über „Gott und die Welt“ zu reden, sich auszutauschen, sich kennenzulernen.

Die Begegnungen beim leckeren gemeinsamen Essen und den Führungen durch die Kapelle des Kronprinzen Georg bzw. die Schlosskapelle wurden wertvolle Kontakte geknüpft.
So erfuhren wir, dass das Altarbild, der zu Mariä Himmelfahrt 1878 geweihten Kapelle von Frau Oer gemalt wurde. Ihr Onkel war bis in die 1960ziger Jahre in Pieschen in St. Josef Pfarrer.
Fotos Eva Kottek, Rebekka-Chiara Hengge

Herzliches Dankeschön allen, die an der Organisation beteiligt waren: Ein rundum gelungener Höhepunkt in unserem Gemeinde- und Pfarreileben, der sich würdig in die Tradition einreiht und Mut macht für Weiteres.

Eva Kottek