Impuls am Dienstag, 21. Dezember

Bauchgefühl

Gerade in dieser Adventszeit werden vielleicht noch mehr Plätzchen und Stollen als sonst genascht, wenn man schon nicht soviel unternehmen kann. Und auch an Weihnachten gibt’s manchmal den einen oder anderen Nachschlag zu viel. Dann zeigt der eigene Bauch in der Regel an, dass es nun genug ist. Diese Art von Bauchgefühl kennen wir sicher alle. Aber auch, wenn es nicht ums Essen geht, spricht man oftdarüber, dass man auf den eigenen Bauch hört – und nicht auf den Kopf -, oder dass man ein komisches Bauchgefühl hat.

Ein sehr gutes Bauchgefühl hat Johannes, der heute im Tagesevangelium seinen allerersten Auftritt hat. Lustigerweise hat er dieses Bauchgefühl im Bauch. Er ist nämlich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht geboren.

 

Evangelium Lk 1, 39-45

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

 

Johannes hat sein eigenes Leben komplett darauf ausgerichtet, die Menschen so gut wie möglich auf das vorzubereiten, was Gott mit Jesus in die Welt gebracht hat. Aber schon damals, noch im Bauch seiner Mutter hat er bereits gespürt, dass es mit Jesus etwas ganz Besonderes auf sich hat. Er ist ja nicht umsonst ein Heiliger 🙂

Vieles von dem, was Johannes instinktiv schon wusste wird im folgenden Weihnachtslied als Frage an Maria formuliert. Diese Perspektive lässt nochmal manches an der schon fast etwas kitschigen Weihnachtsgeschichte in neuem Licht erscheinen.

https://www.youtube.com/watch?v=uaRpeMT1tjQ

 

Mary, did you know that your baby boy
Would one day walk on water?
Mary, did you know that your baby boy
Would save our sons and daughters?Did you know that your baby boy
Has come to make you new?
This child that you delivered, will soon deliver youMary, did you know that your baby boy
Will give sight to a blind man?
Mary, did you know that your baby boy
Will calm the storm with his hand?

Did you know that your baby boy
Has walked where angels trod?
When you kiss your little baby
You kiss the face of God

The blind will see, the deaf will hear
The dead will live again
The lame will leap, the dumb will speak
The praises of the Lamb

Mary, did you know that your baby boy
Is Lord of all creation?
Mary, did you know that your baby boy
Would one day rule the nations?

Did you know that your baby boy
Is heaven’s perfect Lamb?
That sleeping child you’re holding is the great, I Am.

Maria, wusstest du,
dass dein neugeborener Sohn eines Tages übers Wasser laufen würde?
Maria, wusstest du,
dass dein neugeborener Sohn unsere Söhne und Töchter retten würde?Wusstest du,
dass dein neugeborener Sohn gekommen ist, um dich neu zu machen;
dass dieses Kind, das du zur Welt gebracht hast,
dich bald erlösen wird?Maria wusstest du,
dass dein neugeborener Sohn einen Blinden sehend machen würde?
Maria wusstest du,
dass dein neugeborener Sohn mit seiner Hand den Sturm beruhigen würde?Wusstest du,
dass dein neugeborener Sohn gelaufen ist, wo Engel schreiten;
dass wenn du dein kleines Baby küsst, du das Gesicht Gottes küsst?

Die Blinden werden sehen,
die Tauben werden hören,
die Toten werden wieder leben,
die Lahmen werden springen,
die Stummen werden sprechen
die Lobpreise über das Lamm.

Maria wusstest du,
dass dein neugeborener Sohn der Herr der ganzen Schöpfung ist;
Maria wusstest du,
dass dein neugeborener Sohn eines Tages die Völker regieren würde?

Wusstest du,
dass dein neugeborener Sohn des Himmels vollendetes (Opfer-) Lamm ist;
dass dies schlafende Kind, das du hältst, der große „Ich bin“ ist?

Hat Maria tatsächlich das alles gewusst, in Kopf und Herz?

Vielleicht können wir heute einmal darüber nachdenken, wie wir mit unserer Intuition umgehen:
Worauf höre ich, wenn ich Entscheidungen treffen muss: Auf meinen Kopf oder den Bauch bzw. das Herz? Und wie fühl ich mich damit?

Wir können dankbar sein für Johannes „Im-Bauch-Bauchgefühl“ und auch, dass Maria auf ihres gehört hat. Sonst könnten wir nicht bald Weihnachten feiern.

 

 

(Antonia Kirtzel)