Impuls am Freitag, 7. Januar 2022

Stern (Markuskirche)

Beginn: Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, der Himmel und Erde erschaffen hat.

Eröffnungslied GL 738: Oh Betlehem, du kleine Stadt
O Bethlehem, du kleine Stadt, wie stille liegst du hier, du schläfst, und goldne Sternelein ziehn leise über dir.
Doch in den dunklen Gassen, das ewge Licht heut scheint für alle, die da traurig sind und die zuvor geweint.

Des Herren heilige Geburt verkündet hell der Stern, ein ewger Friede sei beschert den Menschen nah und fern;
denn Christus ist geboren, und Engel halten Wacht, dieweil die Menschen schlafen die ganze dunkle Nacht.

O heilig Kind von Bethlehem, in unsre Herzen komm, wirf alle unsre Sünden fort und mach uns frei und fromm!
Die Weihnachtsengel singen die frohe Botschaft hell: Komm auch zu uns und bleib bei uns, o Herr Immanuel.

Kyrie GL 159 (bitte schlagen Sie die wundervolle Melodie im Gotteslob nach)
Licht, das uns erschien, Kind vor dem wir knien: Herr erbarme dich.
Dem sich der Himmel neigt, dem sich die Erde beugt: Christus, erbarme dich.

Glanz der Herrlichkeit, König aller Zeit: Herr erbarme dich.

Warnung:
Man soll die Bibel nicht als Steinbruch nutzen, aus dem man sich einen netten Satz wie einen Brocken auswählt und zurechthaut. Es geht immer um die ganze Geschichte, den Kontext, die Verweise. Aber heute kann ich der Versuchung nicht wiederstehen…

Evangelium nach Matthäus, Kapitel 4 , Verse 12-17.23-25:
[..] das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. [..]

Betrachtung:
Ein letztes Mal darf ich in der Weihnachtszeit diesen verheißungsvollen Satz vom Licht noch hören. Fast fühle ich schon, wie er schwindet. Ganz vergänglich ist er uns heute in der Zeitform der Vergangenheit gesagt. Dabei will ich ihn doch greifen, endlich zu fassen, zu halten bekommen, diesen uralten Satz der Verheißung. Soviel Dunkelheit ist in der Welt und mir. Ich merke, wie sie sich zu Weihnachten etwas hebt, wie ich die Wärme spüren, die von dem Stall, den Engeln, dem kleinen Kind mit seinen Eltern und eben von dem Stern ausgeht. Und während ich noch stehe und staune, verrinnen die Tage. Morgen geht es im Evangelium um die Speisung der 5000, übermorgen um die Taufe im Jordan. Wichtig allemal, aber was ist dann mit dem Licht der Weihnacht?
Ich will es heute noch einmal festhalten, noch einmal die Lieder singen und von den Süßigkeiten dieser Tage kosten, damit es nicht nur eine Sternschnuppe war, bei der ich mir kurz die Augen reibe und gar nicht sicher bin, ob da wirklich etwas war am Himmel. Denn ohne das Licht, das fühle ich, werde ich das Jahr nicht durchhalten können mit all seinen Anforderungen, Aufgaben, Sorgen und Dunkelheiten.
So entzünde ich eine Kerze als Widerschein des hellen Lichtes und schaue noch einmal auf die Krippe:

Lied GL 256:
Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dir’s wohlgefallen.

Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden.

Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht’, wie schön sind deine Strahlen!

Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen!

Segenszusage:
Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

P.S.: Unser Herrnhuter Stern strahlt noch bis zum 2. Februar, wenn die Tage schon wieder von selbst ein ganzes Stück heller werden.

(Christoph Nitsche)