Impuls am Mittwoch, 22. Dezember 2021

Am heutigen Tag hören wir  im Tagesevangelium den berühmten Lobpreis Marias auf das Kind das Mensch wird, das Magnificat (Lk1, 46-55)

Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

So mächtig wird dieser Herr beschrieben, so stark, so groß.
Und dann denke ich an das Kind das gerade geboren wird, das so ohnmächtig, so klein wirkt.

Diese Tage ist mir eine ganz andere Darstellung der Geburt Jesu begegnet:

The Creation of Man (2017)

Eine echte Geburt – Ja Jesus wird ganz Mensch.
Eine Maria, die schreit – Wie die meisten Frauen bei einer Geburt.

Die Bibel erzählt nichts von der Geburt selbst, plötzlich ist das Kind in reinliche Windeln gewickelt, die reine Maria sitzt selig daneben – was für ein unrealistisches Bild – was für eine Überhöhung von Maria.
Aber wir wissen auch, Maria war Frau und Mutter, sie hatte genauso Angst um ihr Kind, als es sich im Tempel herumtrieb.

Dieses Bild zeigt mir ganz besonders um was es an Weihnachten geht:

Wenn Gott als Mensch zur Welt kommt, dann kommt er als Mensch zur Welt
– als Säugling, schreiend und hilflos.
– zerknittert und erstmal nicht ganz so schön.
– wie jeder Mensch unter Schmerzen geboren.

Menschlich eben !

Lassen wir uns diese Tage auf dieses Geheimnis ein:
Gott ganz als Mensch zu sehen – und in den Menschen immer auch ein Stück von Gott.

(Hochgeladen von Alexander Narr)