Friedens-Impuls am 4. März 2022

Liedruf (GL 286):
Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet, wachet und betet!

Evangelium nach Matthäus, Kapitel 9, 14-15:
In jener Zeit kamen die Jünger Johannes‘ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.

Auslegung:
Bei diesem Evangelium denke ich sofort an das Buch Kohelet aus dem Alten Testament: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“. Wir beginnen die Fastenzeit, in der wir uns eigentlich auf uns, unser Leben und unseren Glauben besinnen wollen, und gleichzeitig ist hinter der Grenze eines Nachbarlandes ein Krieg ausgebrochen, den die Meisten von nicht mehr für möglich hielten.
Für viele ist eine ruhige Selbstbetrachtung unmöglich angesichts des Leides, dass nun in Europa entsteht. Und so ist jetzt die Zeit, zu helfen: Mit Spenden oder Hilfeleistungen, mit Worten oder Taten, mit Gebet oder Kerzen. Jede und jeder kann dazutun, was gerade leistbar ist.

Gebet beim Anzünden einer Kerze:
Herr, ich komme,
um wenigstens eine Kerze anzuzünden.
Ich weiß, eine Kerze ist kein großes Opfer.
Sie ist fast nichts von mir,
fast nichts von meiner Arbeit, von meinem Geld,
denn sie kostet nicht einmal so viel
wie eine einzige Mahlzeit.
Sie ist nur ein Zeichen,
das Zeichen, dass ich einen Augenblick
schweigend vor Dir bleiben will.
Ein Zeichen, dass ich gekommen bin,
weil ich weiß,
dass Du hier bist,
dass Du bei denen bist,
die sich nach Frieden sehnen,
dass Du nicht fern bist denen,
die unter Krieg und Gewalt leiden,
denen, die aus ihren Häusern vertrieben wurden.
Denen, die in unsere Stadt kommen
auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben.
Ich biete Dir diese Kerze an,
weil ich weiß, dass Du der wahre Frieden bist.

Liedruf (GL 827):
Herr, gib uns Deinen Frieden, gib uns deinen Frieden.
Frieden, gib uns deinen Frieden, Herr gib uns deinen Frieden.

(Gebet: unbekannt, Bilder und Auslegung: Christoph Nitsche)