JVA-Gottesdienst-Brief am Dreifaltigkeitssonntag

3faltigkeitskleeblatt

(auch das Kleeblatt ist ein Bild der Dreifaltigkeit)

(Derzeit dürfen keine Ehrenamtlichen zum Gottesdienst in die JVA, es dürfen auch nur in sehr kleinen Gruppen überhaupt Gottesdienste gefeiert werden. Daher bekommen die Gefangenen für jeden Sonntag einen Gottesdienst-Brief.)

Liebe Mitfeiernde unserer Gottesdienste!

Von Woche zu Woche freuen wir uns, dass die Zahlen der Menschen, die an Corona erkranken und erkrankt sind, endlich wieder niedriger werden. Wir hoffen weiter, dass wir bald wieder mit Ihnen gemeinsam Gottesdienst feiern können. Noch ist es nicht soweit, die Vorfreude darauf bleibt uns dennoch. Wir wollen uns heute trotz Entfernung nahe sein und gemeinsam Gottesdienst feiern: drinnen und draußen. Heute feiern wir das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit Gottes. (Es ist ein bisschen so wie Wasser, das wir in verschiedenen Formen kennen: als Flüssigkeit, als Eis und als Wasserdampf.) Gott ist bei uns in drei Gestalten: in Gestalt unseres himmlischen Vaters, dessen Kinder wir sind; in Gestalt Jesu Christis, der uns den Weg zum Vater zeigt; in Gestalt des Heiligen Geistes, der uns immer neu mit seiner Kraft beschenkt. Der eine Gott schenkt uns immer wieder seine Liebe auf unterschiedliche Art und Weise.

Zu diesem, unseren Gott lassen Sie uns miteinander und füreinander beten, und beginnen: im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Verheißene Beistandschaft
Rechtlos glauben – dass Gott auf krummen Zeilen gerade schreiben wird.
Schutzlos hoffen – dass aus etwas Bösem mit seiner Hilfe noch Gutes entstehen kann.
Machtlos lieben – und darauf vertrauen, dass sie sich als stärker erweist als Tod und Teufel.
Bei sich bleiben – und dabei die Welt und ihre Menschen im Herzen behalten, weil sie uns anvertraut sind als Gabe und Aufgabe.
Bei Gott bleiben – jeden Tag neu, mit einem Wort aus seinem Mund mit seinem Sohn als Freund an der Seite.
Komm, Heiliger Geist!

Zum Mitsingen oder Mitsummen: Oh heiligste Dreifaltigkeit:

  1. Dein Wesen, Herr, o Gott, dein Licht begreift ein Mensch auf Erden nicht;
    die Sonn in ihrer Herrlichkeit ist Gleichnis deiner Wesenheit.
  2. Gott Vater, du die Sonne bist, der Glanz dein Sohn, Herr Jesus Christ,
    die Wärme ist des Geistes Bild, der alle Welt mit Leben füllt.
  3. Nie war ohn Glanz die Sonne klar, nie ohne Sohn der Vater war,
    der Heilge Geist von beiden geht, wie wärm aus Sonn und Glanz entsteht.
  4. O großer Gott, o ew’ges Licht, wir können dich anschauen nicht;
    was wir auf Erden nicht verstehn, gib, daß wir das im Himmel sehn!

Evangelium nach Matthäus, Kapitel 28:
In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen:
Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Gedanken zum Bibeltext:
Wir hören heute, wie der auferstandene Jesus letzte Worte an seine Jünger richtet, bevor er zu seinem Vater in den Himmel zurückkehrt. Das ist so etwas wie ein Vermächtnis, die wichtigste Botschaft an seine engsten Freunde. Er hat die Jünger schon früher mehrfach in die Nachbardörfer geschickt, damit sie den Menschen vom Glauben an Gott erzählen, und nun schickt er sie sogar zu allen Völkern!

Aus der Geschichte wissen wir, dass die Jünger und ihre Nachfahren es geschafft haben, die christliche Botschaft nahezu in die ganze Welt zu tragen. Aber nicht immer haben sie dabei so liebevoll und friedlich gehandelt, wie Jesus es ihnen und uns vorgelebt hat. Daher ist es auch eine Herausforderung an uns selbst, der Taufe und den Geboten Jesu treu zu bleiben, wenn wir mit anderen Menschen zusammenkommen. Auch wir sollen echte Jünger Jesu werden! Das ist nicht immer einfach. Manchmal sind wir uns so sicher, Recht zu haben, ein andermal sind wir der Verzweiflung nahe. Aber was immer auch geschieht, wir dürfen auf die Verheißung Jesus bauen: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Ein gesungenes Glaubensbekenntnis zur Vertiefung:
Gott ist dreifaltig einer; der Vater schuf die Welt,
der Sohn hat uns erlöset, der Geist uns auserwählt.
Dies glaub ich und so leb ich und will im Tod vertraun,
dass ich in meinem Leibe soll meinen Gott anschaun.

Fürbitten:
Für alle, die Gottes Glauben weitertragen:
Lass sie ein Abbild Deiner Liebe sein. –
Christus, erhöre uns!

Für alle, die Gott nicht kennen:
Schicke ihnen einen Jünger von heute. –
Christus, erhöre uns!

Für alle, die sich alleine fühlen:
Lass sie Deine Nähe spüren. –
Christus, erhöre uns!

Gebet und Segen
Gottes Kraft stärke deinen Rücken, sodass du aufrecht stehen kannst, wo man dich beugen will.
Gottes Zärtlichkeit bewahre deine Schultern, sodass die Lasten, die du trägst, dich nicht niederdrücken.
Gottes Weisheit bewege deinen Nacken, sodass du deinen Kopf frei heben und ihn frei dorthin neigen kannst, wo deine Zuneigung vonnöten ist.
Segen sei mit dir. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Herzlich grüßen wir, denn auch wenn wir uns nicht sehen, sind unsere Gedanken immer wieder bei Ihnen.  Bis zum hoffentlich baldigen Wiedersehen wünschen wir Ihnen von Herzen eine gesegnete Zeit.  Bleiben Sie behütet und gesund!

Viele Grüße von P. Sorek, U. Wicklein und C. Nitsche