Laudes – Neu verfasst

Eine kleine Gruppe von Gemeindemitgliedern betet fast täglich über Skype die Laudes (Info)
Für den heutigen Tag hat eine der Beter*innen eine Laudes mit modernen Worten neu interpretiert.

Gerne möchten wir diese Texte auch anderen Gemeindemitglieder zur Verfügung stellen.

 

Freitag, den 31. Juli 2020
Lesejahr 2
17. Woche im Jahreskreis

Laudes

V O Gott, komm mir zu Hilfe.
A Herr, eile mir zu helfen.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
A Wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

HYMNUS – Familie

Gott, Vater
Du bist der Ursprung. Du bist der Gründer unserer Familie.
Obwohl Du größer bist, als alles, was ich mir vorstellen kann, darf ich Dich Vater nennen.
Du hast mich mit allem Guten ausgestattet, um ein Segen zu sein. Manchmal werde ich das vergessen und manchmal werde ich mich weit von Dir entfernen. Zu jedem Zeitpunkt meines Weges darf ich jedoch darauf vertrauen, dass Du mich mit offenen Armen empfängst, wenn ich zu Dir nach Hause komme.

Maria, Mutter
Du bist eine besondere Frau, wenn Gott-Vater Dich außerwählt hat, die Mutter seiner Kinder zu sein. Deine bedingungslose Liebe und Dein grenzenloses Vertrauen sind mir Vorbild.
Wenn der kalte Sturm des Lebens an mir zerrt, umhüllst Du mich mit Deiner Liebe, wie ein wärmender Mantel.
Mutter, Du gibst mir ein Gefühl der Sicherheit, weil ich weiß, dass Du meine Fürsprecherin bei Gott-Vater bist, wenn ich Mist gebaut habe.

Jesus, Sohn
Du bist mein großer Bruder zu dem ich aufsehe und dem ich nacheifern will. Du nimmst mich an der Hand und lässt mich an Deiner Erfahrung teilhaben.
Wenn ich Sorgen habe, darf ich zu Dir kommen und meine Erfolge feierst Du mit mir, egal zu welcher Uhrzeit. Wenn ich mich im Alltag meines Lebens verirre, dann findest Du einen Weg, damit wir wieder in Kontakt kommen.
Ich bin gesegnet, Dich als Bruder zu haben.

Heiliger Geist
Du bist das Band, das uns als Familie zusammenhält. Du bist die Verbindung zwischen unseren Herzen, die nichts und niemand zerreißen kann.
Egal an welchen entgegengesetzten Orten wir uns befinden, Du sorgst dafür, dass wir immer wieder zueinanderfinden.
Du bist unser Vertrauen.
Du bist unsere Vergebung.
Du bist unsere Liebe.

Ich, Kind
Oft begreife ich es nicht, dass ich Teil dieser großartigen Familie sein darf. Ich fühle mich unzulänglich und unbedeutend. Was habe ich schon zu bieten? Meinen Platz in unserer Familie zu finden, fällt mir unglaublich schwer.
Trotz meiner Zweifel spüre ich den Samen, die Idee von mir, mit der Du, Vater, mich gezeugt hast und dann will ich mich auf den Weg machen, damit Du stolz auf mich sein kannst.
Weil Du mein Vater bist, weichst Du mir dabei nicht von der Seite, obwohl ich das eigentlich nicht immer möchte, weil Du dadurch auch meine Schwächen siehst.
In meinen dunkelsten Stunden frage ich mich, womit ich Deine Fürsorge verdient habe. Deine Antwort darauf lautet jedes Mal: weil Du mich liebst. Einfach so.

Amen.

PSALMODIE

Vater, ich möchte es meinen Ahnen gleichtun. Gib mir Mut Dein Loblied zu singen.

Psalm 1

Psalmen, Worte meiner Ahnen, Jahrtausende alt*
länger als meine Vorstellung reicht.

Lieder des Volkes, Dank – Bitte – Lob – Klage – Weisheit*
begründet auf individueller Erfahrung.

Gotteserfahrung, ein altmodisches Wort*
Gotteserfahrung im Heute erlebt.

Meine Ahnen hatten keine Scheu, von ihren Erlebnissen mit Dir zu berichten*
warum werde ich als Spinner bezeichnet, wenn ich von meiner Begegnung mit Dir erzähle.

Ich möchte laut singen, meine Vorstellung von Dir mit anderen teilen, gemeinsam über neue Wege philosophieren, +
die sowieso nur möglich sein können, weil Du uns vorantreibst*
aber ich bin nicht mutig genug, um mich mit den Mitteln der Moderne steinigen zu lassen.

Die Bibel, Worte die Deine Geschichte erzählen, mehr als zweitausend Jahre alt+
mir fällt es schwer, den Freund, der Du für mich bist, darin wiederzufinden*
ich frage mich, warum wir aufgehört haben, Deine Geschichte weiterzuschreiben.

Ehre sei meinem Vater und meinem Bruder *
und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Vater, ich möchte es meinen Ahnen gleichtun. Gib mir Mut Dein Loblied zu singen.

PSALMODIE

Vater hilf uns, damit wir uns wieder auf das besinnen, was Du uns gelehrt hast.

Psalm 2

Psalmen, Worte meiner Ahnen, Jahrtausende alt*
länger als meine Vorstellung reicht.

Lieder des Volkes, Dank – Bitte – Lob – Klage – Weisheit*
begründet auf individueller Erfahrung.

Meine Erfahrung, ich gebe sie heute kund*
in dem Bewusstsein, dass sie den nächsten Tag nicht überdauert.

Wir haben aus Deinem Vermächtnis, Herr, eine Religion gemacht*
dabei hast Du uns gelehrt eine Beziehung mit Dir zu führen.

Wir hegen und pflegen die Traditionen um der Traditionen Willens+
haben Angst die vertrauten Mauern einzureißen*
wir würden dahinter womöglich erkennen, dass unser Glaube nicht stark genug ist, um Deine Liebe auszuhalten.

Wir katalogisieren uns gegenseitig, stecken uns in Schubladen und versehen uns mit einem Werte-Stempel*
Du hast das nie getan. Für Dich ist jeder Mensch gleich wertvoll.

Worte unserer Ahnen verwenden wir als Waffe+
zur ausschließlichen Bewahrung des Alten oder zum ungestümen Aufbruch ins Neue*
dabei hat uns der Weg mit Dir doch gezeigt, dass es die absolute Menschen-Wahrheit nicht gibt.

Nur Du bist Gott+
Nur Du bist absolut*
Du bist Liebe.

Du hast die Welt als einen Ort gestaltet, der sich weiterentwickelt, um für den Ausdruck Deiner Liebe unendliche Möglichkeiten zu schaffen+
wenn es uns nicht gelingt, für Deine Liebe ein neues Kleid aus dem gewebten Stoff unserer Ahnen zu schneidern, werden wir nackt untergehen*
wirst Du uns trotzdem retten?

Ehre sei meinem Vater und meinem Bruder *
und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Vater hilf uns, damit wir uns wieder auf das besinnen, was Du uns gelehrt hast.

PSALMODIE

Danke, dass ich einen weiteren Tag auf Deiner Erde verbringen darf und meine Liebe zu Dir, mir hilft, mein Bestes zu geben.

Psalm 3

Psalmen, Worte meiner Ahnen, Jahrtausende alt*
länger als meine Vorstellung reicht.

Lieder des Volkes, Dank – Bitte – Lob – Klage – Weisheit*
begründet auf individueller Erfahrung.

Ich begrüße den Morgen mit einem Lied auf den Lippen*
danke, dass Du, Vater, mich aufgeweckt hast.

Ich lache, tröste und umarme. Ich weine, bin wütend und ungeduldig+
ich verzeihe, reiche meine Hand und liebe. Ich staune, segne und lobpreise Dich*
all das ist nur möglich, weil Du mich dazu befähigst.

Du gibst mir Energie in Form von Worten, Gefühlen, Beziehungen und Speisen*
danke, dass Du mich nährst.

In unterschiedlichsten Gestalten begegnest Du mir an diesem Tag*
verzeih, wenn ich Dich nicht immer erkenne.

Neben den vielen wundervollen Dingen, erlebe ich auch welche, die ich nicht verstehe*
Du gibst mir Hoffnung, dass sie für Dich Sinn machen und gibst mir Möglichkeiten an die Hand, sodass ich damit umgehen kann.

Wenn mir alles zu viel wird, lädst Du mich ein, mich an Deiner Schulter für eine Weile auszuruhen*
ich kann frei atmen.

Wahrscheinlich bin ich an diesem Tag nicht der Retter der Welt und Deine Fußstapfen sind mir viel zu groß*
aber bestimmt werde ich für irgendjemanden an diesem Tag die Welt bedeuten.

Ich werde mich von diesem Tag mit einem Lied auf den Lippen verabschieden*
in der Gewissheit, dass Du die Monster in den Schatten der Nacht vertreibst, damit ich gut schlafen kann.

Nicht immer konnte ich an diesem Tag meinen Erwartungen gerecht werden und manchmal fiel es mir schwer, mich selbst zu lieben+
Ich verspreche Dir, Vater, dass ich morgen wieder mein Bestes versuchen werde*
danke, dass Du mich liebst. Einfach so.

Ehre sei meinem Vater und meinem Bruder *
und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Danke, dass ich einen weiteren Tag auf Deiner Erde verbringen darf und meine Liebe zu Dir mir hilft, mein Bestes zu geben.

EVANGELIUM

Mt 13,54-58

In jener Zeit
kam Jesus in seine Heimatstadt
und lehrte die Menschen dort in der Synagoge.

Da staunten alle
und sagten: Woher hat er diese Weisheit
und die Kraft, Wunder zu tun?
Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns?
Heißt nicht seine Mutter Maria
und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder?
Leben nicht alle seine Schwestern unter uns?
Woher also hat er das alles?

Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab.

Da sagte Jesus zu ihnen:
Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen
wie in seiner Heimat und in seiner Familie.
Und wegen ihres Unglaubens
tat er dort nur wenige Wunder.

RESPONSORIUM

V Ich preise Dich Herr, mein Vater* von Ewigkeit zu Ewigkeit. A
V Du lässt mich an Deinen Wundern teilhaben* A von Ewigkeit zu Ewigkeit.
V Ehre sei meinem Vater und meinem Bruder und dem Heiligen Geist. A

BENEDICTUS

Gepriesen sei Gott, unser Vater.

Gepriesen sei unser Vater, der Gott aller Menschen! *
Denn er hat uns Kinder besucht und uns Erlösung angeboten;

er hat uns einen starken Beistand geschickt *
seinen menschgewordenen Sohn, unseren Bruder Jesus.

Unser Vater hat sein, zum Anbeginn der Zeit gegebenes Versprechen verkündet,*
durch den Mund unserer Ahnen, den Prophetinnen und Propheten.

Gott-Vater rettet uns immer wieder aus unseren Fehlern und vor unseren Feinden *
und aus der Hand aller, die uns mit Hass, Mobbing und Spott begegnen;

er spricht täglich sein Erbarmen neu aus, das er bereits unseren Ahnen hat zuteilwerden lassen†
und erinnert uns an unseren heiligen Bund als Familie, *
an die Idee von mir, mit der er mich gezeugt hat;

er hat uns die Fähigkeit geschenkt, dass wir, trotz unserer Zweifel und Unvollkommenheit, †
ihm dienen können und für unsere Familie und unsere Mitmenschen ein Segen sind, in Heiligkeit, Gerechtigkeit und Liebe *
unter seinen wachsamen Augen, all unsre Tage.

Und wir, seine Kinder, können Prophetinnen und Propheten des Höchsten heißen; †
wenn wir dem Herrn, unserem Gott mit offenem Herzen und wachem Verstand vorangehen *
und ihm den Weg bereiten.

Wir werden ein Segen für alle Menschen sein, wenn wir seine Liebe leben und uns die Hand reichen*
zur Hilfe, zur Vergebung unseres Fehlverhaltens und unserer Sünden.

Durch die absolute Liebe unseres Gott-Vaters *
werden wir immer einen Platz in seinem Herzen haben.

Er hat uns Fähigkeiten gegeben, damit wir das Licht in der Dunkelheit unserer Mitmenschen sein können+
damit wir die Flamme seiner Liebe weitergeben können, weil sie niemals erlöschen wird*
dadurch lenken wir unsere Schritte auf den Weg des Friedens und eines Miteinanders im Sinne unseres Vaters, Gott.

Ehre sei meinem Vater und meinem Bruder *
und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit *
und in Ewigkeit. Amen.

Gepriesen sei Gott, unser Vater.

BITTEN

Zu Gott-Vater, der uns gezeugt hat, lasst uns beten:

A Vater, lass Dein Antlitz in unserem Herzen leuchten und schütze uns mit Deiner starken Hand.

Du hast uns das Vermächtnis Deiner Liebe hinterlassen, hilf, dass wir sie in unserem Alltag weitergeben können und in alle Winkel der Welt.

Hilf uns dabei, die Idee von uns, mit der Du uns gezeugt hast, groß werden zu lassen, damit wir ein Segen sein können.

Um Deine Schöpfung zu bewahren und zu heiligen, müssen wir zu der besten Version unseres Selbsts werden. Hilf uns dabei mutig und stark genug zu sein, neue Möglichkeiten auszuprobieren und an unserer Unvollkommenheit zu arbeiten.

Herr, der Geschichte, die die Menschen über Dich erzählen entnehme ich an vielen Stellen, dass Du ein Vorreiter warst. Dass Du die Menschen aufgebracht und sie mit unbequemen Fragen konfrontiert hast. Dadurch hast Du ihnen einen Spiegel vorgehalten und viele haben darin erkannt, dass sie falschen Schönheiten nachjagen.
Der kostbare Spiegel ist durch unsere Unfähigkeit längst zerbrochen und wir streiten uns, wie viele Generationen vor uns darüber, wie die nächste Schicht Deines Make-Ups aussehen soll.
Herr, bitte tränke uns mit Deinem Mut, damit wir genau wie Du es uns gezeigt hast, uns gegenseitig wachrütteln und unbequeme Fragen stellen. Lass uns die dicke Schicht des Make-Ups, dass Dein Antlitz überlagert entfernen und Deine wahre Schönheit erkennen, die nicht durch unsere Hand beeinflusst ist.

(Bitten in besonderen Anliegen)

A Vater, lass Dein Antlitz in unserem Herzen leuchten und schütze uns mit Deiner starken Hand.

Lasst uns beten, wie der Herr uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

ORATION & SEGEN

Gott, Du mein Vater, Du wünscht Dir von mir, dass ich ein Segen für Deine Welt bin.
Ich möchte Dich gerne stolz auf mich machen und Dir zeigen, wie sehr ich Dich liebe, indem ich Dein Vermächtnis weitergebe.
Deshalb bitte ich Dich um Deinen Segen,
damit ich den Stürmen einen Regenbogen entgegensetzen kann,
damit ich Tränen mit einem Lächeln trocknen kann,
damit ich die Zuversicht hinter jeder Sorge sehen kann,
damit ich stark genug bin, um meine Hilfe anzubieten,
damit ich ein wahrer Freund sein kann, in Zeiten der Not,
damit mir eine schöne Melodie für jeden Seufzer über die Lippen kommen kann und
damit ich auf ewig eine unauslöschliche Flamme Deiner Liebe bin.
Amen.

 

(Texte und Graphik: Ein Gemeindemitglied von St. Martin)