„Leichtigkeit gewinnen – die Kunst des Loslassens“

„Leichtigkeit gewinnen – die Kunst des Loslassens“ – Frauenwochenende in Naundorf vom 13. – 15.05.22

organisiert vom Bistum, geleitet von Rebekka-Chiara Hengge

Hans im Glück12 Frauen waren neugierig auf dieses Thema und offen für ganz besondere Tage der Ruhe.

Es begann mit einem mir ungeliebten Märchen, das vom „Hans im Glück, was wir gemeinsam gelesen haben und auf einem ca. 5 m langen Tapetenrollenweg mit Holzhäusern und Figuren ins Bild setzten. Wir sprechen über das Märchen, unsere Emotionen … und heben dann das Märchen in die Dimension unseres Lebensweges. Versuchen die Bilder des Märchens für uns zu deuten:

Der Goldbatzen: Wir überlegen jeder für sich, „was das Gold meines Lebens“ ist, was ich für Talente habe, was ich gut kann und wie ich damit umgehe.

Das Pferd – ein Statussymbol: Was sind meine Statussymbole, auf welche Pferde setze ich?

Die Kuh – ein nährendes Muttersymbol: Die Mutter-Kind-Rolle ist vorbei, wir sind erwachsen, übernehmen Verantwortung und verstecken uns nicht hinter „Vater Staat“ oder „Mutter Kirche“.

Das Rasthaus auf dem Weg: Wo kann ich ausruhen, Kräfte sammeln, was tut mir gut?
Lieder wie dieses und einige Tänze waren nicht nur Pausen im Denken, sondern halfen uns miteinander und mit uns Selbst in Verbindung zu kommen.„You cann’t kill the Spirit, she is like a mountain, old and strong, she goes on an on“

Das Schwein – „Schwein gehabt“: Welchen Luxus erlaube ich mir? Was kann ich genießen?

Die Gans: Es waren wohl die Gansfedern, die uns weiche Ruhekissen geben, die Rebekka-Chiara veranlassten uns die Frage zu stellen, auf was ich aufmerksam mache. Wo bin ich lachend, helfend, arbeitend schaffend unterwegs. – Es war schwer das für sich selbst zu sagen. Deshalb sagten wir uns gegenseitig Dinge, wo er für uns wichtig war und uns auf Dinge aufmerksam gemacht hat.

Der Scherenschleifer – Symbol des goldenen Handwerks: Was ist mein Handwerk, was gibt mir die finanzielle Basis im Leben?
Hans steigt von seinem Ross herab, wird zum Scherenschleifer. So wie er den Goldbatzen eintauscht ist auch das ein Symbol für den gesellschaftlichen Abstieg. Und trotzdem kommt er bei der Mutter an uns sagt: „So glücklich wie ich, gibt es keinen Menschen unter der Sonne.“
Haben oder Sein – was ist wirklich wichtig?

Der Brunnen, in den der Schleifstein fällt:
LOSLASSEN – ZIEHEN LASSEN – ABGEBEN
Dinge, die mich bedrücken, loslassen, – auch Bewährtes, Erlerntes, Schweres. – Auch das Schwere darf einmal zu Ende sein. – Traditionen, Konventionen, Prägungen, Muster, Einstellungen, Erwartungen an mich selber, an das Leben. – Abgeben von Enttäuschungen, Verletzungen, Materielles kann man loslassen …

Rebekka-Chiara lud uns ein, einzeln in den Brunnen zu schauen. Ich sah mein Spiegelbild und begriff, dass Loslassen mit meiner Selbstwahrnehmung zu tun hat, dass es wichtig ist, meine Gefühle, meine Bedürfnisse wahrzunehmen. Im Brunnen konnten wir uns eine Postkarte mit dem Bild Die Frau am Jakobsbrunnen von Sieger Köder „Ich bin es, der mit dir spricht“ nehmen.

Rebekka- Chiara ermunterte uns, den „Brunnen der Selbsterkenntnis nicht zu umgehen“, sondern hineinzuschauen. So wie ich bin, darf ich sein.

Der Weg unserer Tapetenrolle ein Symbol für unser Leben: Wir kommen vom väterlichem Gott, der uns ins Leben schickt. Und gehen zum mütterlichem Gott, der uns in die Arme nimmt. oder mit den Paulusworten: „In ihm bewegen wir uns, leben und sind wir.“
In diesem Sinne feierten wir einen gemeinsamen Sonntagsgottesdienst im Freien, brachten verschiedenen Blumen aus dem Garten, unsere Lieder, Tänze und unseren Dank vor ihn. Gestärkt gingen wir auseinander und dankten Rebekka-Chiara von ganzen Herzen. Einmalig!!!

Uta Graba