Liturgie am Dienstag – 12. Mai

Frieden und Gutes!

Paz y bien!
Pax et Bonum!
Pace e bene!
Mír a dobrý!
Paix et bien!
Pokój i dobro!
Мир и добро!
Vrede en goed!
Fridden a gutt!
Béke és jó!
Nabad iyo wanaag!
Salamu alaikum!
Rauhaa ja hyvää!

 

 

Beginnen wir unsere Liturgie im Namen dessen, der uns Frieden und Heil schenkt: im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Unfriede herrscht auf der Erde
(Gotteslob Nr. 828)

  1. Unfriede herrscht auf der Erde. Kriege und Streit bei den Völkern
    und Unterdrückung und Fesseln zwingen so viele zum Schweigen.
    Friede soll mit euch sein. Friede für alle Zeit!
    Nicht so, wie ihn die Welt euch gibt, Gott selber wird es sein.
  2. In jedem Menschen selbst herrschen Unrast und Unruh ohn’ Ende
    selbst wenn wir ständig versuchen Friede für alle zu schaffen.
    Friede soll mit euch sein…
  3. Lass uns in deiner Hand finden, was du für alle verheißen.
    Herr, fülle unser Verlangen, gib du uns selber den Frieden.
    Friede soll mit euch sein….

Im heutigen Tagesevangelium (Joh 14, 27-31a) geht es um den Frieden, den Jesus uns gibt:

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.“ (v. 27)
https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-05-12

Jesus schenkt den Jüngern SEINEN Frieden. Unser Papst Franziskus bezeichnete  diesen Frieden als „großes Geschenk Jesu“ an seine Jünger, als „Abschiedsgeschenk“. Der Friede Jesu ist „ein kostbarer Schatz, den einen Christen auszeichnet“.
Was ist das Besondere an Jesu Frieden?
Er ist nicht Waffenstillstand. Er ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg. Er ist nicht die Ruhe vor dem Sturm.
Es ist ein tiefer Frieden, den Jesus schenkt, ein Frieden, „der das Herz zum Lächeln bringt“, wie es Papst Franziskus sagt: „In Frieden im Herzen, im Gewissen leben, in Frieden in der Familie leben, in Frieden in der Gemeinschaft leben, in Frieden leben.“
Wie kann das gehen angesichts der vielen Sorgen und Nöte, Zwänge und Schwierigkeiten unseres Lebens? Wie kann da Frieden in uns sein?
Es ist nicht immer nur das eine oder das andere da: Sorgen und kein Friede, oder Friede und keine Sorgen.
Auch wenn unser Leben voller Nöte ist, ist der Frieden Jesu anwesend, denn es ist, so Papst Franziskus, ein Frieden, „der weit unten ist, weit unten, sehr tief in all diesen Dingen. Ein Frieden, den niemand wegnehmen kann, ein Frieden, der ein Geschenk ist, wie das Meer, das in der Tiefe ruhig ist und an der Oberfläche sind die Wellen“. „In Frieden mit Jesus zu leben bedeutet, diese Erfahrung in sich zu tragen, die während aller Prüfungen, aller Schwierigkeiten, aller ›Drangsale‹ erhalten bleibt.“
Papst Franziskus sagt weiter, dass wir diesen Frieden Jesu nicht mit „menschlichen Mitteln erhalten“ können. „Es ist der Heilige Geist in uns, und dieser Heilige Geist gibt uns die Kraft.“ Um dieses Geschenk, die Gabe des Friedens können wir immer wieder bitten.
Sie wird uns immer wieder geschenkt werden, verlassen wir uns darauf! Das ist der Frieden, den die Welt nicht geben kann.
Frieden, den die Welt, den wir uns gegenseitig geben können, menschliches Miteinander, hilft uns, im Frieden Jesu zu bleiben, ihn immer wieder zu empfangen, ihn in uns zu festigen und wachsen zu lassen.
(http://www.vatican.va/content/francesco/de/cotidie/2019/documents/papa-francesco-cotidie_20190521_friede-herz.html)

Beten wir gemeinsam darum, dass wir Werkzeuge SEINES Friedens sind:
Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Komm näher Friede
(Liederwald Nr. 306)
Komm näher, Friede, die Erde braucht dich für ihre neue Gestalt.
Komm näher, Friede, die Erde braucht deine Gestalt.
                  Komm näher, Friede, Friede komm!
Komm näher, Friede, die Welt ersehnt dich für ihr ganz neues Gesicht.
Komm näher, Friede, die Welt ersehnt dein Gesicht.
                  Komm näher, Friede, Friede komm!
Komm näher, Friede, der Mensch verzweifelt ohne dein tröstendes Wort.
Komm näher, Friede, der Mensch verzweifelt ohne dein Tun.
                  Komm näher, Friede, Friede komm!
(T.: Th. Lauterbach, M.: Th. Quast)

Im franziskanischen Kontext gibt es weltweit das Segenswort: „Pax et Bonum!“ Das heißt übersetzt: „Frieden und Gutes“ oder „Frieden und Heil“.  Es ist ein Gruß, ein Wunsch, eine Sehnsucht nach Heilsein, eine Fürsprache, ein Friedenszeichen, ein Segen, den wir uns zusprechen und wünschen können – beim Wiedersehen und Auseinandergehen, in schwierigen Situationen, in freudvollen Zeiten. Das Segenswort passt für mich zum Frieden, den Jesus gibt. Es ist ein allumfassender, mein Leben umfassender, tiefgehender Segen für gelingendes, heilvolles Leben jeder und jedes einzelnen, für gelingendes Leben in Gemeinschaft, in Beziehungen, im Miteinander und für gelingendes Leben mit Jesus Christus. „Pax et Bonum!“ ist Ausdruck meiner wohlwollenden inneren Haltung, die ich allem Lebendigen gegenüber einnehme.

Entnommen hat der hl. Franz von Assisi das Segenswort aus dem Lukasevangelium (Lk 10,5), in dem es bei der Aussendung der Jünger heißt: „Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus.“ Als Franz anfangs noch ohne Brüder zum Betteln unterwegs war und an die Häuser klopfte, begrüßte er die Menschen so.
Passend zum Segen „Pax et Bonum“ gibt es eine Geste:

Friede, Friede, Friede sei mit dir
Nicht jene Stille, die den Tod verkündet,
Da, wo es früher einmal Leben gab,
Wo man kein Wort und keine Tat mehr findet:
Nicht die Stille überm Grab.

                  Friede, Friede, Friede sei mit dir.
Der tiefe Friede, den wir nicht verstehen.
Der wie in Strom in unser Leben fließt:
Der Wunden heilen kann, die wir nicht sehn.

Weil es Gottes Friede ist.
                  Friede, Friede, Friede sei mit dir.
Der Friede Gottes will in dir beginnen;
Du brauchst nicht lange, bis du es entdeckst:

Was Gott in dich hineinlegt, bleibt nicht innen,
Friede, der nach außen wächst.
                  Friede, Friede, Friede sei mit dir.

(Manfred Siebald)

 

Gebet

Auf unseren Wegen, die wir heute gehen, wollen wir in Frieden den Menschen begegnen, die uns entgegenkommen: den freundlichen und besonders den unfreundlichen, den liebevollen und besonders den liebesbedürftigen, den friedvollen, aber besonders auch den friedlosen. Schenken wir durch die Begegnung den Frieden Gottes, den wir in uns tragen, weiter:
                  Der Friede sei mit dir! Frieden und Heil!

(nach Te deum Mai 2020)

Segen
Keinen Tag soll es geben
(Liederwald Nr. 301)
1. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mir die Hände reicht.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mit mir Wege geht.
Und der Friede Gottes, der höher ist als unsre Vernunft, der halte unsren Verstand wach und unsre Hoffnung groß und stärke unsre Liebe.
2. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mir die Hoffnung stärkt.
Und der Friede Gottes, …
3. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mich mit Geist beseelt.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mir das Leben schenkt.
Und der Friede Gottes, …

(T.: U. Seidel, M.: Th. Quast)

 

Und so segne uns, und alle, die wir in unserem Herzen tragen, denen wir begegnen, an die wir denken, der liebende Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

(Text und Foto: Patricia Sorek)