Liturgie am Dienstag, 17. März

Liturgischer Impuls für den 17. März 2019

 

Lied zur Einstimmung: Schweige und Höre (GL 433, 2)

Gebet

Herr, sei du uns nahe in diesen Tagen. Sei uns gnädig. Sei bei uns in unserem menschlichen Versagen. Gib uns die Kraft zur Umkehr und Versöhnung. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

Tagesevangelium: Matthäus 18, 21-35

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, …
[…] (Kompletter Text des Evangeliums) […]

Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

 

Impuls

Wann haben Sie das letzte Mal vergeben?
Wann haben sie um Verzeihung gebeten?

Patzer wie ein hartes Wort oder eine abweisende Geste sind menschlich und passieren mir und ihnen. Diese können uns verletzen, entmutigen oder auf Distanz halten. Doch mit dem Verzeihen tun wir uns oft schwer.

Fehlerhaftes Handeln führt uns von Christus fort. Doch wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns liebt, uns entgegenkommt und unsere Sünden vergibt. – Welch eine Gnade! – So kann Heilung erfolgen. Christus lebt es uns vor, lassen sie uns mutig sein und seinem Ebenbild folgen.

Es ist eine Grunddimension menschlichen Lebens, mit seinem Gegenüber in Beziehung zu sein in all den Höhen und Tiefen des Lebens. Immer da, wo wir den Nächsten übersehen, ihm Leid zufügen oder schuldig werden, da leidet die Beziehung zum Anderen, so können Verletzungen entstehen.

Das Wort Entschuldigung ist schnell gesprochen und kommt nicht immer aus der Tiefe unseres Herzens. Damit die Verletzungen heilen können, braucht es einerseits die Einsicht in mein schuldhaftes Verhalten, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, Umkehr sowie Demut zu zeigen. Andererseits auch ein Offensein für die Worte der Anderen, ihre Nachsicht und Barmherzigkeit.

Auch als Vergebender kann ich mir die Frage stellen: Könnte es sein, dass ich auch etwas zur Schuld des Anderen beigetragen habe?

Es bedarf der Einübung, dem Anderen immer wieder zu verzeihen. Nicht einmal, sondern viele Male. Immer wieder neu vergeben. So haben wir es auch in der heiligen Schrift lesen können.

Schuld und Vergebung

Immer wieder neu
erkennen
Versagen – Leid – Fehler – Schuld

Immer wieder neu
eingestehen
Anhalten – Bereuen – Umkehr

Immer wieder neu
vergeben
Anderen – Mir

Immer wieder neu
erfahren
Erbarmen – Barmherzigkeit – Versöhnung

(Dorit Nitsche)

 

Lassen sie uns das Vaterunser beten ganz im Bewusstsein, dass wir im Alltag Schuld auf uns laden, aber auch den Anderen die Schuld verzeihen.

 

Lied zum Abschluss: Hilf, Herr, meines Lebens (GL 440)

Herr, du kommst uns entgegen. Lass mich nicht bei mir stehenbleiben, sondern lass mich auf den Anderen zugehen zu können. Gib mir die Kraft, die Hand zur Versöhnung zu reichen. So bitten wir um deinen Segen für diesen Tag.

 

Dorit Nitsche