Liturgie am Dienstag – 24. März

„Ströme von lebendigem Wasser brechen hervor“

(T. u. M.: Sr. Lenore Heinzl, Liederwald Nr. 500)

 

 

 

 

 

 

Foto: privat

Mehr als sonst überlegen wir in diesen Tagen, wann wir wirklich aus dem Haus müssen, wen wir wirklich aufsuchen sollten, wann wir wirklich zum Einkaufen müssen, was wir wirklich brauchen.

Unnötiges, nicht Dringliches, nicht Lebensnotwendiges kann warten. Mehr als sonst haben viele von uns jetzt Zeit nachzusinnen: Was brauchen wir wirklich in unserem Leben? Welches sind die Quellen, die mein Leben wirklich speisen?
Der Glaube an die Gegenwart Gottes unter uns ist eine solche Quelle.

Die Tageslesung aus dem Buch des Propheten Ezechiel führt uns mitten hinein in den heilbringenden Lebensstrom Gottes:

 Lesung aus dem Buch Ezechiel  (Ez 47, 1-9.12)

1Der Mann, der mich begleitete, führte mich zum Eingang des Tempels zurück, und ich sah, wie unter der Tempelschwelle Wasser hervorströmte und nach Osten floss; denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar.

2Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und ließ mich außen herum zum äußeren Osttor gehen. Und ich sah das Wasser an der Südseite hervorrieseln.

3Der Mann ging nach Osten hinaus, mit der Messschnur in der Hand, maß tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser gehen; das Wasser reichte mir bis an die Knöchel.

4Dann maß er wieder tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser gehen; das Wasser reichte mir bis zu den Knien. Darauf maß er wieder tausend Ellen ab und ließ mich hindurchgehen; das Wasser ging mir bis an die Hüften.

5Und er maß noch einmal tausend Ellen ab. Da war es ein Fluss, den ich nicht mehr durchschreiten konnte; denn das Wasser war tief, ein Wasser, durch das man schwimmen musste, ein Fluss, den man nicht mehr durchschreiten konnte.

6Dann fragte er mich: Hast du es gesehen, Menschensohn? Darauf führte er mich zurück, am Ufer des Flusses entlang.

7Als ich zurückging, sah ich an beiden Ufern des Flusses sehr viele Bäume.

8Er sagte zu mir: Dieses Wasser fließt in den östlichen Bezirk, es strömt in die Araba hinab und läuft in das Meer, in das Meer mit dem salzigen Wasser. So wird das salzige Wasser gesund.

9Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen, alles, was sich regt, leben können, und sehr viele Fische wird es geben. Weil dieses Wasser dort hinkommt, werden die Fluten gesund; wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben.

12An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihr Laub wird nicht welken, sie werden nie ohne Frucht sein. Jeden Monat tragen sie frische Früchte; denn das Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum. Die Früchte werden als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.


Foto: privat

Betrachtung
In diesen Tagen gehe ich gerne an der Elbe entlang. Sie ist satt gefüllt. Mächtig fließt sie dahin in ihrem breiten Bett. Wenn ich dieses Bild in mein Inneres nehme und als Gottesstrom deute, der „in unsere Wüste sich gießt, ein Strom, der ins ewige Leben fließt“ (Gl 211.9), dann erfüllt mich das mit Kraft und Zuversicht.

Gebet
Du Gott des Lebens,
es sind die Bilder deiner Schöpfung, in denen du zu uns sprichst.
Gerade jetzt umgibst du uns mit lebendigem Wasser,
mit wärmendem Sonnenlicht,
mit aufbrechenden Frühlingsblumen,
mit tröstendem Vogelgesang.
Öffne unsere besorgten Herzen für den Strom deiner Liebe,
damit wir leben und aufblühen.
Besänftige unsere Angst,
sei nahe den Kranken
und nimm die Sterbenden in deine Arme.

Rebekka-Chiara Hengge