Liturgie am Dienstag – 31. März

Schau mich an, Gott!

Offen will ich alles vor dich legen – hier bin ich, Gott.
Schau mich an, Gott. –
Ich schaue dich an, Gott,
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir,
nach Hilfe rufe ich in meiner Not.
Leih mir dein Ohr, mein Schrei komme zu dir –
ich ringe, Gott, mit meinem Tod.

Wie Rauch vergehen meine Tage,
wie Kohlen in der Feuerglut.
Ich liege einsam, wache, klage,
in Scherben liegt mein Lebensmut.

Sieh, ich vergaß mein Brot zu essen,
versengt wie Gras verdorrt mein Herz,
kann nichts als Seufzen, bin vergessen
und ausgezehrt von  meinem Schmerz.

Längst ist die Kraft in mir zerbrochen.
Soll ich schon sterben? Wenn’s geht, nicht!
Ein Wort von dir, mir zugesprochen –
und Dunkles weicht und es wird Licht.

(Text: Eugen Eckert nach Psalm 102)

Wie der Beter dieses Psalms können wir auch heute, in dieser Krisenzeit, das Gespräch mit Gott aufnehmen.
Wir können unsere tiefsten (Todes-)Ängste und Nöte, alle unsere Sorgen, unseren Schmerz, unsere Unzulänglichkeit klagend vor ihn legen, und es von ihm anschauen lassen.

Schau mich an, Gott!

Stille

Wir können das auch stellvertretend tun für alle Menschen, die sich besonders jetzt in einer schwierigen Notlage befinden:

Wir denken an die Flüchtlinge auf der ganzen Welt.
Wir denken an alle, die an einer schweren Krankheit leiden,
und an die, die damit allein gelassen sind.
Wir denken an alle, die im Sterben liegen, vor allem an die,
die nicht besucht und begleitet werden können.
Wir denken an alle Trauernden.
Wir denken an alle, die unter häuslicher Gewalt leiden.
Wir denken an alle Haftentlassenen, die ihren Weg zurück in die Gesellschaft suchen.
Wir denken an alle abhängigen Menschen.
Wir denken an alle, deren Leben aus den Fugen geraten ist.
Wir denken an alle, die Angst haben.
Wir denken an alle, die der Lebensmut verlassen hat.

Schau sie an, Gott!

Dass Gott uns anschaut, darauf können wir vertrauen.
Im Buch Numeri schenkt Gott seinen Segen,
der Zuspruch und Beistand verspricht:
„Der HERR segne dich und behüte dich.
Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“ (Num 6,24-26)

Stille

Rufen wir in einem weiteren Psalm Gott an, seine Engel auszusenden,
um durch leidvolle Lebenstage getragen zu werden:

 

Gott befiehl doch deinen Engeln

Gott befiehl doch deinen Engeln,
heute mir ganz nah zu sein.
Vor dem großen Ungewissen
stehe ich sonst sehr allein.

Gott befiehl doch deinen Engeln,
wenn du nicht zu viel verlangst,
hier an meinem Bett zu bleiben,
standzuhalten meiner Angst.

Gott befiehl doch deinen Engeln,
aufzupassen auf mein Herz,
denn es windet sich in Sorgen
und es schreit in seinem Schmerz.

Gott befiehl doch deinen Engeln,
mich zu führn im finstern Tal,
denn dann fürchte ich kein Unglück,
weiß ich um dich allzumal.

Gott befiehl doch deinen Engeln,
mir jetzt Schild und Schutz zu sein.
Wenn mich deine Engel tragen,
stößt mein Fuß an keinen Stein.

(T: Eugen Eckert nach Psalm 91)

Gebet

Lassen wir uns begleiten in dieser Stunde und durch diesen Tag
vom allumfassenden, heilvollen Segen Gottes,
dass er alle
Angst in Mut,
Not in Hoffnung,
Sorge in Zuversicht,
Zweifel in Glauben
VERWANDELT.

Schau mich an, Gott,
dass mein Glaube an Kraft gewinnt
und ich mich unter deinem Schutz sicher fühle,
in dieser Stunde, an diesem und an allen folgenden Tagen.
Schau mich an, Gott,
und segne mich und alle, die mir am Herzen liegen.
Segne alle, die niedergedrückt sind durch ihr Leid.
Schau uns an, Gott!

Und so segne und behüte uns der HERR,
ER lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig.
ER wende uns sein Angesicht zu und schenke uns Frieden.

Amen.

Patricia Sorek

(Fotos: privat)