Liturgie am Dienstag – 7. April

Foto: BKN

Zu Beginn

Als die Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus in Kraft traten, wurden viele Menschen aus räumlich engen Büros und Betrieben nach Hause geschickt. Nur „systemrelevante Personen“ sollten vor Ort bleiben und ihren Dienst tun.

„Systemrelevante Personen“ – Wer sind wohl für Gott systemrelevante Personen? Wen braucht er, um „sein System“, sein Reich, seine Welt am Laufen zu halten und auf rechter Bahn zu führen?

Gehöre ich dazu, Gott? Brauchst du mich? Weißt du überhaupt von mir? Oder gehöre ich zu denen, auf die man verzichten kann?

Lass mich deine Antwort hören, Gott.


Meditation zur
Tageslesung aus dem Buch Jesaja (Jes 49,1-6)

1Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt. 

 Im Schoß meiner Mutter hast du mich schon gekannt, hast meinen Namen gerufen, mein Ohr geweckt?

 2Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zum spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher. 

 Du hast nach mir geschaut, dich gekümmert. Hast auf mich aufgepasst und mich versteckt, wenn es hart kam. Und du hattest einen Plan.

 3Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will. 

 Das hatte ich nicht erwartet, Gott: eine große Verheißung hast du mir mitgegeben. Mir!

4Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott. 

 Ja, ich habe mich bemüht. Mit ganzer Kraft mich engagiert. Du weißt, es war nicht immer leicht. Nutzlos vertane Zeit? Verschaff` mir Recht, o Gott.

 5Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt, und mein Gott war meine Stärke. 

 Ich will es glauben: Schon im Mutterleib hast du mich zu Großem bestimmt: Menschen von dir zu erzählen und heimzuführen zu dir. Systemrelevant? Für dich keine Frage, keine Sekunde hast du an mir gezweifelt.

 6Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

Foto: BKN

Jetzt habe ich es gehört und verstanden, Gott: Aufrichten, heimführen, Licht sein – das gibst du uns mit, noch ehe du uns losschickst in diese Welt.
Gott, steh mir bei, steh uns bei, dass wir nicht nutzlos unsere Zeit vertun. Du brauchst uns, dein Reich zu bauen. Du bist unsere Stärke, wenn wir uns ängstigen.
Aufrichten, heimführen, Licht sein – dachte ich es mir doch, Gott, dass du mich brauchst und nicht auf mich verzichten willst.

Foto: BKN


AUFRUF

 Morgen ist Gottes

 Lebe den heutigen Tag,
Gott schenkt ihn dir.
Lebe ihn in Ihm.
Der morgige Tag gehört Gott,
nicht dir.
Lege nicht auf Morgen
die Sorgen von heute.
Morgen ist Gottes, er sei ganz Ihm.
Der Augenblick, der jetzige,
ist ein gebrechliches Brücklein.
Wenn du es mit dem Bedauern
von gestern belastest
und mit den Sorgen von morgen,
dann gibt es nach,
und du verlierst den Boden.
Das Vergangene? Gott vergibt es.
Die Zukunft? Gott schenkt sie.
Lebe den Tag von heute
in Gemeinschaft mit ihm.

(Schwester Odette (Kleine Schwester Jesu; geboren 1932 in Frankreich,
1995 in Algerien von einem Dschihadisten erschossen) zitiert in: „Mitten in der Welt“


Segensgebet

Dass der heutige Tag gelinge,
dass die Sorgen uns nicht klein und untätig machen,
dass wir heute nicht im Gestern hängen
oder für Morgen unsere Kraft verwahren.
Dass wir heute unseren Platz einnehmen,
aufrichten, heimführen, Licht sind.
Dazu segne uns, du wunderbarer Gott,

Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen!

 

Text und Fotos: Rebekka-Chiara Hengge