Liturgie am Donnerstag 2. April

GOTT, WO BIST DU?
Ich seh‘ Dich nicht,
ich hör‘ Dich nicht,
ich spür‘ Dich nicht
– nicht einmal, wie einen leisen Windhauch –,
ich fühl‘ mich so allein!

WO BIST DU?

Dein Name ist doch:
„ICH BIN DA“.
Warum verbirgst Du Dich??
Hörst Du mich?

WO BIST DU??

 

Mit den Worten der „Litanei von der Gegenwart Gottes“ (GL 557) von Huub Oosterhuis suche ich nach Gott. Ich lade Sie ein, in dieses Gebet einzustimmen und es Zeile für Zeile gleichsam zu „kauen“:

„Zeig Deine Nähe, dass wir Dich spüren.
Weck Deine Stärke, komm und befreie uns.
Sei hier zugegen, damit wir leben.
Sei hier zugegen, stark wie Feuer. …
Komm und befreie uns, damit wir leben.
Komm, uns zu retten, Licht in der Frühe. …
Sei hier zugegen mit Deinem Leben,
in unsrer Mitte, Gott bei den Menschen.
Herr aller Mächte, Gott für die Menschen.
Zeig uns Dein Angesicht, gib uns das Leben. …

Komm, sei uns nahe, damit wir leben. …
Du bist auch heute Gott für die Menschen.
Seit Menschen leben, bist Du uns nahe.
Gott, Du bist heilig. Wer kann Dich sehen?
Unendlich fern von uns und doch so nahe.
Doch Du bist nicht der Gott, den wir uns denken,
lässt Dich nicht finden, bist wie ein Fremder,
weiser als Menschen ist Deine Torheit
und Deine Ohnmacht stärker als Menschen.

Wer bist Du, Gott? Wie ist Dein Name?
Heiliger Gott, unsterblicher Gott.
Sei hier zugegen, lass uns nicht sterben. …
Lass uns nicht fallen zurück in den Staub.
Send Deinen Geist aus, Neues zu schaffen.
Flamme des Lebens, Licht unsres Lichtes.
Send Deinen Geist aus, neu uns zu schaffen. …

Gib dieser Erde ein neues Angesicht.
Mit allen Menschen, wo sie auch leben, …
rufen wir Dich: Sei hier zugegen.
In dieser Stunde, Gott, sei uns nahe. …

Wie lange müssen wir noch auf Dich warten?
Erscheine wieder und schaffe den Frieden. …
Licht, das uns leuchtet, gib neues Leben. …
Auf Dich vertrauen wir, auf den Lebendigen.
Könntest Du jemals Vertrauen enttäuschen?“

Stille


Fürbitten

Gott, auch wenn wir Dich und Deine Wege nicht verstehen können – wir glauben, dass Du unser Vater bist und dass wir Dich, wie Jesus sagte, um alles bitten dürfen.

  • Sei bei allen Menschen, die sich einsam fühlen, die in eine Lebenskrise geraten.
  • Sei bei allen Menschen, die Gewalt erleiden.
  • Sei bei allen Menschen, die krank und auf Hilfe angewiesen sind.
  • Sei bei allen Menschen, die derzeit bis an die Grenzen ihrer Kraft arbeiten, um anderen zu helfen, und bei allen, die ihre Arbeit schmerzlich vermissen.
  • Sei bei allen Menschen, die zweifeln und verzweifeln.

Legen wir all unsere Bitten und unseren Dank, unsere Sorgen, Ängste und Freude, alles, was unsere Herzen bewegt, in das Gebet, das Jesus uns zu beten lehrte:

Vater unser im Himmel …

 

Segen:

Es wachse in Dir der Mut,
Dich einzulassen
auf dieses Leben
mit all seinen Widersprüchen,
mit all seiner Unvollkommenheit,


dass Du beides vermagst:
kämpfen und geschehen lassen,
ausharren und aufbrechen,
nehmen und entbehren.

Es wachse in Dir der Mut,
Dich liebevoll wahrzunehmen,
Dich einzulassen
auf andere Menschen
und ihnen teilzugeben
an dem, was Du bist und hast.

Sei gesegnet, Du,
und mit Dir die Menschen,
die zu Dir gehören,
dass Ihr
inmitten dieser unbegreiflichen Welt
den Reichtum des Lebens erfahrt.

(Antje Sabine Naegeli)

 

Und so segne uns der treue, verborgene und doch gegenwärtige Gott – der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

 

Fotos + Text: Elisabeth Meuser