Liturgie am Donnerstag – 26. März

Beginnen wir diese Gebetszeit im Namen dessen, in dem wir leben, uns bewegen und sind:
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gott, Du bist gut – auch wenn wir Dich nicht verstehen.
Du liebst uns – auch wenn wir auf Abwege geraten.
Du bist uns nahe – auch wenn wir Dich nicht spüren.
Schenke uns immer wieder neu das Vertrauen in Deine Gegenwart und Treue.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, der uns gelehrt hat,
Dich Vater zu nennen und Dir unser Leben und unsere Bitten anzuvertrauen.
Amen.

Lesung aus dem Buch Exodus (32,7-14)

Während Mose sich auf dem Berg Sinai aufhielt, hat das Volk Israel sich in der Wüste ein goldenes Kalb gemacht und dieses angebetet. Gott will deshalb Israel vernichten: „Es ist ein hartnäckiges Volk“, gegen das Sein Zorn entbrannt ist. Mit Mühe stimmt Mose Gott um, indem er Ihn an Seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob erinnert.

Das Volk Israel zieht durch die Wüste – es hat die „Fleischtöpfe Ägyptens“ hinter sich gelassen. Aber die Menschen sind unzufrieden: Die Wüste bietet keine Abwechslung, sondern wirft jeden einzelnen auf sich selber zurück. Und das kann sehr anstrengend sein!

Als Mose lange auf dem Berg Sinai ist und von Gott die Bundestafeln erhält, verliert das Volk die Geduld. Sie wollen einen Gott zum Anfassen, um den sie herumtanzen können, der ihr Mittelpunkt ist und den sie so dann gerne anbeten. Dieses „Goldene Kalb“ mag uns heute fremd sein – aber dennoch lohnt es sich, sich zu fragen:
– Was ist der Mittelpunkt meines Lebens, um den ich „herumtanze“?
– Wen oder was bete ich – mehr oder weniger klammheimlich vielleicht – an?
– Was ist mir so wichtig, dass ich alles andere hintanstelle?
– …

Krisenzeiten wie die jetzige, in denen kaum noch etwas so zu sein scheint, wie wir es gewohnt waren, und sich Unsicherheit, Ungeduld, … breitmachen, sind dazu prädestiniert, uns selbst unsere Schwachstellen zu offenbaren – denn wir können uns nicht mehr so leicht von ihnen ablenken.
Legen wir all unsere Nöte, unsere Grenzen und das, was uns bewegt, in das folgende Lied hinein:

„Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte;
komm uns zu Hilfe mit göttlicher Kraft.
Mit deinem Beistand uns allzeit behüte,
der uns befreit und Geborgenheit schafft.
Hör unser Bitten; die Angst in uns wende;
Feuer des Heiligen Geistes uns sende!

Hilf unserm Glauben, wenn mutlos wir werden;
Lichtblick und Freude erblühen aus dir.
Dein Reich des Friedens lass wachsen auf Erden;
Werkzeuge deiner Verheißung sind wir.
Lehr uns aus Glaube und Liebe zu handeln
und so uns selbst und die Welt zu verwandeln.“

(GL 272,1-2; Text: Raymund Weber)

Angeschaut
von dir,
durchschaut
wie Glas,
was siehst du, Gott,
in mir?
Ich laufe mit den
Sternen,
Vögeln,
Wolken
von dir fort.
Und laufe doch,
ich lauf und wein
mit meinen Scherben
immer nur
in dich hinein.

Amen.
(Silja Walter)

 

Und so kann auch uns die Verheißung gelten, die der Prophet Jesaja dem Volk Israel in der Zeit der babylonischen Gefangenschaft – fern vom Tempel in Jerusalem – verkündet: „So spricht der HERR…: Siehe, nun mache ich etwas Neues. Schon sprießt es, merkt ihr es nicht? Ja, ich lege einen Weg an durch die Wüste und Flüsse durchs Ödland…, um mein Volk, mein erwähltes, zu tränken.“
(Jes 43,16a.19-20)

Fürbitten

Jesus ermutigt uns immer wieder neu, unsere Bitten vor Seinen und unseren Vater zu bringen. So beten wir
– für alle Menschen, die in inneren oder äußeren Nöten sind…
– für alle Einsamen…
– für jene, die sich um uns und die für uns sorgen: in medizinischen Berufen, im Lebensmittelhandel, im Aufrechterhalten der öffentlichen Ordnung und der Versorgung…
– für die Politiker und Machthaber…
– für die Kranken…
– für die Sterbenden…

Du, unser Vater, lässt uns nicht allein. Du siehst, was in unseren Herzen verborgen ist. Vertrauensvoll beten wir zu Dir mit den Worten, die Jesus uns gelehrt hat:

Vater unser…

Segen

Gott, Dein Segen ist wie unser Atem, ohne den wir nicht leben können.
Begleite und segne uns und alle Menschen, die uns verbunden sind – Du, der unbegreifliche, barmherzige und gegenwärtige Gott: der Vater + der Sohn + der Heilige Geist. Amen.

 

Foto und Text: Elisabeth Meuser