Liturgie am Feiertag – 1. Mai

1.Mai – Gedenktag des Heiligen Josef, der Arbeiter

Heute, am 1. Mai, dem weltweiten „Tag der Arbeit“ ist auch der Gedenktag des „Heiligen Josef, der Arbeiter“, dem Bräutigam von unserer Gottesmutter Maria und ebenso der Beginn des Marienmonates Mai.

Pius XII. führte 1955 diesen Gedenktag ein, nachdem Papst Pius IX. 1870, den heiligen Josef schon zum Schutzpatron der katholischen Kirche erklärt hatte und Papst Leo XIII. 1889 in seiner Enzyklika „Quamquam pluries“ Josef nachdrücklich würdigte.
Im Volk wird Josef als Vater Jesu beschrieben: Mt 13,55 „Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns?“, Joh 1,45 „Jesus aus Nazareth, den Sohn Josefs“. Doch wird auch die Wirkung des Heiligen Geistes erwähnt als der Engel Gabriel zu Maria kam, ihr die Geburt Jesu ankündigte und sie fragte: Lk 1,35 „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne. Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“

Josef, der durch seine davidische Abstammung (Mt 1,16 ; Lk 3,23) Bindeglied zwischen dem Königshaus David und dem Messias ist, war ein Mann des Glaubens und Vertrauens auf göttliche Geheimnisse.
Er nahm Maria auf Weisung des Engels, der ihm nachts im Traum erschienen war, zu seiner Frau.
Jesus wird in diese heilige Familie hineingeboren, wächst in ihr behütet auf und lernt von Josef den Beruf des Zimmermanns in Nazareth und erfährt dort auch alle Seiten menschlicher Arbeit.

Bartolomé Esteban Murillo, Die heilige Familie mit dem Johannesknaben (zwischen 1655 und 1660): im Hintergrund Josef als Handwerker

Die Arbeit gehört zum Plan Gottes, denn wir sollen die Schöpfung pflegen und hüten, auch wenn Gott in Genesis 1,28 zu Adam und Eva sprach: „Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, …“, heißt das nicht, sie aus Egoismus und Profitsucht auszubeuten und zu zerstören.
Die Arbeit soll jedem einzelnen und seiner Familie den Unterhalt ermöglichen.
Die Arbeit soll uns Würde geben und uns auch Gott ähnlich machen, denn er ist auch immer am Werk.

Gott, du Schöpfer der Welt, du hast den Menschen
zum Schaffen und Wirken bestimmt.
Auf die Fürsprache unseres Schutzpatrons,
des heiligen Josef, der mit seiner Hände Arbeit
die Heilige Familie ernährte,
gib uns Kraft und Ausdauer,
damit wir deinen Auftrag auf Erden erfüllen
und so den verheißenen Lohn empfangen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung aus dem Neuen Testament – Kol 3,14-15.17.23-24

14 Vor allem bekleidet euch mit der Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist!
15 Und der Friede Christi triumphiere in euren Herzen. Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!
17 Alles, was ihr in Wort oder Werk tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Dankt Gott, dem Vater, durch ihn!
23 Tut eure Arbeit gern, als wäre sie für den Herrn und nicht für Menschen;
24 ihr wisst, dass ihr vom Herrn das Erbe als Lohn empfangen werdet. Dient Christus, dem Herrn!

Evangelium – Mt 13,54-58         Die Ablehnung Jesu in seiner Heimat

54 Jesus kam in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen in ihrer Synagoge, sodass sie außer sich gerieten vor Staunen und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Machttaten?
55 Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder?
56 Leben nicht auch alle seine Schwestern unter uns? Woher also hat er das alles?
57 Und sie nahmen Anstoß an ihm. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat und in seiner Familie.
58 Und er wirkte dort nicht viele Machttaten wegen ihres Unglaubens.

Lied zum Mitsingen:

1. Alles meinem Gott zu Ehren in der Arbeit, in der Ruh!
Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.
Meinem Gott nur will ich geben Leib und Seel, mein ganzes Leben.
Gib, o Jesu, Gnad dazu; gib, o Jesu, Gnad dazu.

2. Alles meinem Gott zu Ehren, alle Freude, alles Leid!
Weiß ich doch, Gott wird mich lehren, was mir dient zur Seligkeit.
Meinem Gott nur will ich leben, seinem Willen mich ergeben.
Hilf, o Jesu, allezeit; hilf, o Jesu, allezeit.

3. Alles meinem Gott zu Ehren, dessen Macht die Welt regiert,
der dem Bösen weiß zu wehren, dass das Gute mächtig wird.
Gott allein wird Frieden schenken, seines Volkes treu gedenken.
Hilf, o Jesu, guter Hirt; hilf, o Jesu, guter Hirt.

4. Alles meinem Gott zu Ehren, der dem Himmel uns geweiht,
unser Leben will verklären nach den Leiden dieser Zeit!
Gott allein will ich vertrauen, um ihn einst im Licht zu schauen:
Gib, o Jesu, dein Geleit; gib, o Jesu, dien Geleit.

Christus weiß, wie mühselig Arbeit sein kann. Darum bitten wir ihn voller Vertrauen:

      • Für jene, die unter der Last ihrer Arbeit zu zerbrechen drohen.
      • Für die Kinder, die in vielen Ländern schon in jungen Jahren zur Arbeit gezwungen werden.
      • Für die Arbeitslosen, die sich von der Allgemeinheit vergessen und ausgeschlossen fühlen.
      • Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer um gerechten Ausgleich der Interessen.

 

    • Gott schicke uns auch Engel, die uns weiterhelfen,

       wenn wir unsicher und ratlos sind,

       wenn wir traurig und in Sorgen sind,

       wenn wir uns nach Licht und Liebe sehnen.

       Lass uns auch, wie Josef es konnte,

       deine Stimme in dem Lärmen dieser Welt hören,

       deiner Botschaft vertrauen und auch danach leben,

       würdiger Arbeit nachgehen, die Unterhalt verschafft.

       

      Einen Engel sende uns Gott, der bei uns bleibt in diesen Tagen,

      der uns vor allem Bösem bewahrt und uns segne. – Amen

      Mit segensreichen Grüßen

      Kirchenmusiker Marco Gulde