Liturgie am Freitag, – 20. März

Bild privat: Elbe und „Arche“ und Licht

Einführung 

Tödliche Viren sind unser unsichtbarer Feind in diesen Tagen. Der unsichtbare Gott will das menschlich Sichtbare schützen und stärken.

Zu Ihm dürfen wir mitbringen, was uns bewegt, was wir auf dem Herzen haben, wofür wir danken oder bitten möchten. Das Sichtbare und das Unsichtbare. 

Wir dürfen uns Seiner Barmherzigkeit anvertrauen, um selbst barmherzig zu werden;
Seiner Gegenwart anvertrauen um selbst Mut und Kraft für die Gegenwart zu finden. 

Er hat uns in Jesus Christus seine Liebe gezeigt und erfahren lassen. An ihn, seinen Sohn, wenden wir uns: 

Kyrie-Rufe 

Herr erbarme Dich – Du siehst auf mich
Christus erbarme Dich – Du siehst auf mich
Herr erbarme Dich – Du siehst auf mich

Tagesgebet
Gütiger Gott, lass deine Gnade und Gegenwart mächtig werden in unseren Herzen, damit wir imstande sind, unsere Gegenwart mit all den täglichen Zumutungen gut zu meistern.
Darum bitten wir im Vertrauen auf Dich, Jesus Christus. Amen.

Lesung aus dem Buch Hosea 14, 2-10

Zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott

So spricht der Herr:

2 Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld.

3 Kehrt um zum Herrn, nehmt Worte der Reue mit euch, und sagt zu ihm: Nimm alle Schuld von uns, und lass uns Gutes erfahren! Wir danken es dir mit der Frucht unserer Lippen.

4 Assur kann uns nicht retten. Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten, und zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott. Denn nur bei dir findet der Verwaiste Erbarmen.

So spricht der Herr:

5 Ich will ihre Untreue heilen und sie aus lauter Großmut wieder lieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel abgewandt.

6 Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit es aufblüht wie eine Lilie und Wurzeln schlägt wie der Libanon.

7 Seine Zweige sollen sich ausbreiten, seine Pracht soll der Pracht des Ölbaums gleichen und sein Duft dem Duft des Libanon.

8 Sie werden wieder in meinem Schatten wohnen; sie bauen Getreide an und gedeihen wie die Reben, deren Wein so berühmt ist wie der Wein vom Libanon.

9 Was hat Efraim noch mit den Götzen zu tun? Ich, ja, ich erhöre ihn, ich schaue nach ihm. Ich bin wie der grünende Wacholder, an mir findest du reiche Frucht.

10 Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es. Ja, die Wege des Herrn sind gerade; die Gerechten gehen auf ihnen, die Treulosen aber kommen auf ihnen zu Fall.

 

Schriftbetrachtung 

„Mir bringt das nichts, wenn ich zum Gottesdienst gehe!“, so höre ich dann und wann in Gesprächen. Ich frage dann meistens zurück: „Was bringen Sie denn mit zur heiligen Messe?“ – „Wie meinen Sie das?“ – „Na, Sie haben sich doch sicher überlegt: Welche Bitten habe ich heute auf dem Herzen? Wofür möchte ich danke sagen? Um wen mache ich mir Sorgen? Was bewegt mich aus der Zeitungslektüre oder aus den Gesprächen, die sich ergaben? Was lege ich bei der Gabenbereitung oder in anderen Gebeten Gott ans Herz?“ – 

Hosea lädt das Gottesvolk ein: Bringt Worte der Reue mit! Viel ist schief gelaufen, aber Gott will für die Seinen wieder blühendes Leben. Er ist nicht nachtragend. Er träumt von Menschen, die wieder nach ihm „duften“, die gerne in der Hektik und Glut des Alltags in seinem Schatten leben. Er hofft darauf, dass sie unterscheiden können zwischen Gott und Götzen, zwischen Heil und „Heilsangeboten“, zwischen Zuneigung und leeren Versprechungen. 

Gott vergleicht sich mit dem grünenden Wacholder, an dem wir reiche Frucht finden. Für mich ist dieses Wort schon lange ein Hinweis auf den „Christbaum“, der voller Leben, Licht und Heil für die ganze Welt hängt, der mitten im Grau und im Tod des Winters hartnäckig darauf verweist: Es gibt Leben. Ich bin das Leben. 

Vielleicht schaffen wir es die Früchte, die Gott uns vielfältig und das ganze Jahr über anbietet, seinen Dienst an uns, zu pflücken. Ich glaube, dann geht niemand leer nach Hause. Denn ein Wort der Vergebung oder der Ermutigung, die Erinnerung: „Vergiss das Lieben nicht!“, die Stärkung im österlichen Mahl, die Zusage von Segen und die Einladung zum Frieden, all das können wir alle gut gebrauchen. Jeden Tag.  (Albert L. Miorin)

Vater unser

Schluss

untergangsstimmung

eine unsichtbare sinflut
bricht über uns herein

reißt sichtbar
unseren alltag mit sich

und das rettungsboot
so archeuntypisch

heißt zuhause
heißt mitgefühl

heißt alleinsein
und zusammenhalt

doch völlig egal
was noch kommt

die olivenzweigtaube
ist schon unterwegs

(Wolfgang Metz)  


Segen

Gott, der Vater, den wir in Geist und Wahrheit anbeten,
schenke uns seinen Segen und seine Liebe. – Amen.

Gott, der Sohn, dessen liebevolle Zuwendung wir erhoffen und brauchen,
schenke uns seinen Segen und seine Liebe. – Amen.

Gott, der Heilige Geist, in dem die Begegnung am Jakobsbrunnen stattfand,
schenke uns seinen Segen und seine Liebe. – Amen.

Und der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
erfülle uns und führe uns zur Begegnung des österlichen Lebens. – Amen. (Norbert Riebartsch)

Thaddäus Posielek