Liturgie am Mittwoch – 1. April

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Liturgischer Impuls für den 1. April 2020

 

Lied zur Einstimmung:                       Wir glauben Gott im höchsten Thron (GL 355)

Sind wir wirklich frei? Nein, würden die meisten Menschen gegenwärtig sagen. Wir sind in unserer Freiheit eingeschränkt durch die Corona-Krise. Wir können uns nicht wie gewohnt mit Freunden treffen oder gar in den Gottesdienst gehen. Wir sind aufgefordert, Distanz zu halten. Einfach mal so jemanden zu umarmen ist uns nicht möglich.

Dass scheint doch alles auszuhebeln, woran wir glauben: „Liebe deinen Nächsten“. Aber richtig zeigen dürfen wir es derzeit nicht.

Jesus spricht heute auch zu den Juden über Freiheit und dort gibt es ebenfalls einige Verständnisprobleme.

 

Tagesevangelium:  Johannes 8,31-42

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger.

[…] (https://www.bibleserver.com/EU/Johannes8%2C31-42) […]

Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

Impuls

Am vergangenen Freitag konnte ich den Gottesdienst und die Segensspendung durch den Papst für alle Menschen auf diesem Erdenkreis am Bildschirm verfolgen. Es hat mich ergriffen und ich war angerührt. Da war das Benennen der gegenwärtigen Situation, der Dank an alle, die sich in irgendeiner Weise für Menschen einsetzen und das gemeinsame Gebet und Verweilen bei Gott. Da habe ich mich ganz nah bei IHM gefühlt.

Es gibt manchmal im Alltag diese Situationen, wo wir uns Gott nahe fühlen. Vielleicht stimmen wir ein in ein Loblied. Ich spüre dann die Zeilen des Liedes „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt damit ich lebe …“ in mir aufsteigen. Vielleicht ist es mit Gottes Gegenwart auch so, wie wenn uns ein guter Freund besucht.

Doch im alltäglichen Leben ist dies manchmal deutlich schwieriger. In unserem Leben tun wir Dinge, die uns von Gott entfernen. Dadurch werden wir unfrei. Manchmal kann es sein, dass wir wie Gott sein wollen, dann kann die Beziehung zu ihm Risse bekommen oder gar brechen. Wir sind dann gefangen in unseren eigenen Netzen.

Wir möchten ja seine Jünger sein, doch manchmal sind seine Worte für uns nicht zu begreifen. Wahrheit meint die rechte Lebensführung aus dem Glauben heraus. Wir kennen aus der Bibel die Worte von Johannes „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“.

Wir dürfen darauf vertrauen, dass Christus die Wahrheit ist und uns den Weg ins Leben zeigt. Folgen wir Christi Worten und Werken, so kommen wir der Freiheit näher. Es geht darum, dass wir uns heute bewusst für die Freiheit entscheiden und jeden Tag wieder neu.

Wenn wir bei Gottes Wort  und seiner Freiheit bleiben möchten, so kann uns die Frage helfen: „Was ist Gottes Wille für mich mein Leben?“. Es gilt, diese Frage jeden Tag neu in meinen Alltag hinein zu buchstabieren. Lassen wir uns auf Jesu Worte ein und handeln aus der Liebe zu Gott und dem Nächsten, dann sind wir ein Stück näher bei Gott und können seine Freiheit erahnen.

Freiheit meint nicht die Unabhängigkeit gegenüber anderen Menschen, sondern die Beherrschung und Überwindung unserer Schwächen. Wenn wir Gottes Wort hören, es für richtig akzeptieren und danach unser Leben ausrichten – dann können wir frei werden.

 

Lassen Sie uns hier einen Augenblick in Stille verweilen.

 

Sehnsucht nach Freiheit tief in mir.

Fragen steigen aus der Tiefe herauf.

Wo kann ich, Gott, deinem Wort Raum geben?

Wie kann ich, Gott, deine Wahrheit erkennen?

Mein Gott, machst du mich frei?

Komm, tritt auf mich zu.

Löse du meine Fesseln.

Ich möchte mit Dir gehen.

 

Gebet

Lassen Sie uns das Vaterunser beten ganz im Bewusstsein, dass wir darauf vertrauen dürfen, dass du, Gott, uns heraus führst aus dem Dunkel und unseren Fallstricken.

 

Lied zum Abschluss:               Herr, unser Herr, wie bist du zugegen (GL 414)

Segen

Herr, ich bedarf deiner Hilfe, damit ich dein Wort verstehe und in ihm bleiben kann.
Herr, ich bitte dich um die Kraft, damit ich mich für deine Freiheit entscheide und ihr nachfolge.
So bitten wir um deinen Segen für diesen Tag – im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes – Amen.

Dorit Nitsche