Liturgischer Impuls für den 25. März 2020 – Maria Verkündigung

Lied zur Einstimmung:                       Maria, dich lieben ist allzeit mein Sinn (GL 521)

Maria, eine junge Frau, erfährt von einem Engel, dass Gott Großes mit ihr vorhat. Sie wird einen Sohn empfangen, dem sie den Namen Jesus geben soll. Maria sinnt über die Worte des Engels nach und lässt sich darauf ein. Dies ist zutiefst beeindruckend.

Könnte ich das auch? Das Fest hat eine weihnachtliche Dimension in sich. In der Ferne leuchtet ein Licht auf. In der Weihnachtsnacht  bringt Maria ihren Sohn zu Welt  Damit erfüllen sich die Prophezeiungen aus dem Alten Testament

 

Gebet

Du, Gott, bist großartig, größer als wir es je erfassen können. Für Dich ist nichts unmöglich. Durch Maria ist dein Sohn in die Welt gekommen, er ist Mensch geworden und hat unter uns gewohnt. Lass uns offen sein für dich, so wie es Maria war. Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn, Amen.

 

Tagesevangelium:  Lukas 1, 26–38

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt.

[…] (https://www.bibleserver.com/EU/Lukas1%2C26-38) […]

Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.

Impuls

Sicher werden Sie nach den Worten aus der Schrift Bilder in Ihrem Kopf haben. Ich war vor einiger Zeit zu einer Tagung in Würzburg. Am Abend bin ich den Spuren Riemenschneiders durch die Stadt gefolgt und war ergriffen von einer Verkündigungsszene oberhalb des Nordportales an der Marienkapelle. Maria ist als eine junge Frau mit einer Lilie dargestellt, die im Gebet versunken ist. Von links tritt ein Verkündigungsengel auf sie zu. Gott thront in einer Mandorla darüber. Von Gott Vater scheint es ein Band zu geben hin zu Maria, als ob die Stimme Gottes in ihr Ohr mündet. Schaut man genauer hin, so kann man eine kleine Figur entdecken. Dies könnte das Jesuskind sein. Diese Darstellung hat mich angerührt und ich musste etwas schmunzeln.

Maria ist ein Mensch, der sich auf Gott einlässt. Der Engel spricht sie dreimal an. Sie stellt sich zurück. Sie ist aufmerksam, offen und ehrlich. Sie nimmt ihre Fragen wahr und spricht diese aus. Sie braucht Zeit. Jede Hinwendung des Engels führt zu einer tieferen Dimension. Maria vertraut auf den Herrn, sie vertraut darauf, dass für ihn nichts unmöglich ist. Sie sagt ein entschiedenes „Ja“.

Immer wieder gibt es im alltäglichen Leben Momente, wo wir nicht weiter wissen und uns in einer Situation verfangen haben. Wir vergessen, dass Gott mit uns ist und wir nicht allein sind. Gott erwartet nicht, dass wir unsere alltägliche To-Do-Liste abgearbeitet haben. Welch eine Erleichterung.

Er schenkt sich uns, doch wie können wir ihn empfangen? Indem wir uns durch das Läuten der Kirchenglocken unterbrechen lassen, indem wir eine Kerze entzünden, indem wir einen Moment innehalten und mit ihm ins Gespräch kommen oder indem wir einer Melodie eines Kirchenliedes nachgehen.

Maria kann für uns Menschen von heute ein Beispiel sein. Gott tritt mit ihr in ein Zwiegespräch. Es geht nicht darum, zu handeln, sondern sich Gott hinzugeben und ihn handeln lassen. Maria vertraut darauf, dass für Gott nichts unmöglich ist und sie sagt ja.

Gott möchte, dass wir Vertrauen haben wie Maria und unser „Ja“ dazugeben.

 

Lassen sie uns einen Moment in Stille verweilen.

 

Der Engel rüttelt dich wach.

Gott tritt herein, in deinen Tag.

Neige ihm dein Ohr zu.

Habe Mut, dich zu öffnen.

Lass dich berühren.

Wandlung wird geschehen.

Du weißt, er ist mit dir.

Sprich ein „Ja!“.                                                           (Dorit Nitsche)

 

Gebet

Lassen sie uns das Vaterunser beten ganz im Bewusstsein, dass wir uns Gott hingeben, ihn an uns handeln zu lassen und wie Maria darauf vertrauen, dass für Gott nichts unmöglich ist.

Lied zum Abschluss:               Groß sein lässt meine Seele den Herrn (GL 792)

Segen

Gott, du hast Maria auserwählt und bist durch sie Mensch geworden. Wir sind wie Maria  berufen, Jesus Raum in uns und unserer Welt zu geben. Gib uns die Kraft dafür. So bitten wir um deinen Segen für diesen Tag – im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. – Amen.

(Dorit Nitsche)