Liturgie am Mittwoch – 8. April

Wir sind heute mitten in der Karwoche. Alles ist in dieser Woche anders als gewohnt.
Wir können nicht feiern wie gewohnt, uns auch nicht treffen wie gewohnt.
Mit vielen Menschen aber sind wir dennoch verbunden. Mit Menschen, die nicht nur an sich, sondern auch an andere denken und für sie da sind; die beten und sich um andere sorgen;
Gottes Wort hören oder lesen, die seine Verheißungen beim Wort nehmen und miteinander im Vertrauen verbunden sind. 

Eine Kerze wird entzündet…

Jesus spricht: Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern gehen,
er wird das Licht des Lebens haben und es auch sein.

Das Kreuzzeichen …

Lied – gebetet EG 452: Er weckt mich alle Morgen – Jochen Klepper (1938)

1. Er weckt mich alle Morgen;
er weckt mir selbst das Ohr.
Gott hält sich nicht verborgen,
führt mir den Tag empor,
daß ich mit seinem Worte
begrüß’ das neue Licht.
Schon an der Dämmerung Pforte
ist er mir nah und spricht.

2. Er spricht wie an dem Tage,
da er die Welt erschuf.
Da schweigen Angst und Klage;
nichts gilt mehr als sein Ruf!
Das Wort der ewigen Treue,
die Gott uns Menschen schwört,
erfahre ich aufs neue
so wie ein Jünger hört.

3. Er will, daß ich mich füge.
Ich gehe nicht zurück.
Hab’ nur in ihm Genüge,
in seinem Wort mein Glück.
Ich werde nicht zuschanden,
wenn ich nur ihn vernehm’:
Gott löst mich aus den Banden!
Gott macht mich ihm genehm!

4. Er ist mir täglich nahe
und spricht mich selbst gerecht.
Was ich von ihm empfahe,
gibt sonst kein Herr dem Knecht.
Wie wohl hat’s hier der Sklave –
der Herr hält sich bereit,
daß er ihn aus dem Schlafe
zu seinem Dienst geleit’!

5. Er will mich früh umhüllen
mit seinem Wort und Licht,
verheißen und erfüllen,
damit mir nichts gebricht;
will vollen Lohn mir zahlen,
fragt nicht, ob ich versag’.
Sein Wort will helle strahlen,
wie dunkel auch der Tag!

 

Gebet:

Du, Gott, bist uns Vater und Mutter.
Du birgst uns in deinem Schoß
und verleihst uns Flügel.
Du schenkst uns deinen Geist.
Wir danken dir für diesen Tag,
für die bunten Farben draußen,
für das Gezwitscher der Vögel,
für die Schönheit, die uns umgibt.
Unsere Fragen und Zweifel kennst Du.
Wir bitten dich um Mut,
Gelassenheit und Geduld.
Und dass uns das Dach nicht auf den Kopf fällt,
die Hoffnung keine Löcher bekommt
und die Nerven mit uns nicht durchgehen.
In der Gemeinschaft deiner Kinder sind wir nicht allein.
Verbunden mit Jesus,
unserem Bruder, Freund und Herrn.
Manfred Wussow

 

Lesung aus dem Buch Jesaja 50,4-9a

4. Gott, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern,
damit ich verstehe, die Müden zu stärken
durch ein aufmunterndes Wort.
Jeden Morgen weckt er mein Ohr,
damit ich höre wie Schüler hören.

5. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet.
Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.

6. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen,
und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen.
Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.

7. Und Gott, der Herr, wird mir helfen;
darum werde ich nicht in Schande enden.
Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel;
ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

8. Er, der mich freispricht, ist nahe.
Wer wagt es, mit mir zu streiten?
Lasst uns zusammen vortreten!
Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit?
Er trete zu mir heran.

9a. Siehe, Gott, der Herr, wird mir helfen.

 

Stille

Fürbitten:

Am ersten Tag hast du, Gott, das Licht geschaffen.
Jetzt geht uns jeden Morgen die Sonne auf.
Ihr halten wir das Gesicht entgegen.
Die Wärme tut uns gut.
Wir danken dir für die vielen kleinen und wunderbaren Lebenszeichen.

  • Täglich werden wir von neuen Zahlen heimgesucht, die das Coronavirus schreibt. Sie verteilen sich über die ganze Welt. Viele Menschen sind arm und schutzlos.
    Sie haben kein frisches Wasser, keine Hygiene und kaum etwas zu essen.
    Hilf uns, hinter jeder Zahl einen Menschen zu sehen, den du liebst.
  • In Kliniken stehen Betten bereit, Ärzte, Pfleger und Therapeuten sind rund um die Uhr im Einsatz. Viele Menschen transportieren, lagern und verkaufen Lebensmittel und Medikamente, in Ämtern und Banken werden unendlich viele Anträge bearbeitet, um Menschen und Unternehmen finanziell abzufedern.
    Schenke Menschen die Kraft, Unmögliches möglich zu machen.
  • In vielen Häusern und Einrichtungen können alte Menschen nicht besucht werden,
    Sterbende sind alleine. Ihre Angehörige auch. Für Trauer gibt es keinen Raum mehr. Viele Wohnungen sind zu klein. Die häusliche Gewalt nimmt zu.
    In den sozialen Medien fallen Menschen über Menschen her. Die Angst vor der Zukunft raubt Menschen den Schlaf. Hilf uns, Solidarität und Nähe neu zu lernen.
  • Junge Leute gehen für ältere Menschen einkaufen und übernehmen Besorgungen.
    Neue Netzwerke entstehen. Es werden Lieder gedichtet und gesungen.
    Museen öffnen virtuell ihre Pforten und Schätze. Kirchengemeinden mühen sich, digitale Möglichkeiten aufzubauen, Menschen nahe zu sein.
    Abends werden in Fenstern Kerzen angezündet und die Glocken läuten.
    Schenke uns Phantasie, müden und verzagten Menschen beizustehen.

Wenn uns die Dinge über den Kopf wachsen,
Gedanken sich im Kreise drehen,
Vertrautes über Nacht abhandenkommt –
dann schenke uns einen trotzigen Glauben,
der es mit Tod und Teufel aufnimmt.
Wir wollen 1001 Geschichten schreiben von deiner Liebe.
In Christus, dem Licht der Welt.
Manfred Wussow

 

Vater unser 

Segen:

Es segne uns und alle, die uns am Herzen liegen,
alle Kranken und die, die sich um sie sorgen und ihnen beistehen,
der gute und barmherzige Gott:
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. – Amen.

Bilder und Text Thaddäus Posielek