Liturgie am Montag, 16. März

Gotteslob, Bibel, Kreuz und Kerze

ZUR EINSTIMMUNG

GL Nr. 283

 TAGESGEBET

Barmherziger Gott,

deine Kirche kann nicht bestehen ohne dich,

sie lebt allein von deiner Gnade.

Reinige und festige sie

und führe sie mit starker Hand.

Darum bitten wir durch Jesus Christus,

deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,

der mit dir und dem Heiligen Geist

lebt und herrscht in Ewigkeit.

Amen

ANTWORTPSALM

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser,

so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.

Meine Seele dürstet nach Gott,

nach dem lebendigen Gott.

Wann darf ich kommen

und Gottes Antlitz schauen?

Sende dein Licht und deine Wahrheit, damit sie mich leiten;

sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung.

So will ich zum Altar Gottes treten,

zum Gott meiner Freude.

Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben,

Gott, mein Gott. (Ps 42, 2-3; Ps 43, 3.4)

(Die ganzen Psalmen 42 und 43 stehen im GL unter der Nr. 42)

ZUR BETRACHTUNG

Wenn man den ganzen Psalm liest, betrachtet, dann erfährt man, dass der Beter sich in Not sieht. Der Beter erfährt sich selbst in Gottesferne: „Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?“ (V3)

Gott wird als Lebenselixier beschrieben. Die Nähe zu Gott, das bei Gott „vor seinem Angesicht“ (vgl. V3) sein dürfen, ist für das Überleben notwendig. Und dafür braucht es nicht zwingend das Verweilen im Tempel.

Zu der eigenen Suche nach Gott, zu dem eigenen Erleben der Gottesferne kommt dann noch die Anfrage, die spöttische Frage der Umwelt hinzu: „man sagt zu mir den ganzen Tag: Wo ist nun dein Gott?“ (V4).

Der Beter versucht sich selbst zu motivieren: „Das Herz geht mir über, wenn ich daran denke, wie ich zum Haus Gottes zog in festlicher Schar mit Jubel und Dank …“ (V5)

Das „Harre auf Gott …“ (V6) klingt schon fast wie ein trotziges: Ich muss durchhalten!

Der Beter macht die Erfahrung, dass er Gottes Licht und Leitung (vgl. Ps 43,3) braucht. Es braucht Gottes Leitung, Gottes Führung, Gottes Beistand, um zu IHM zu kommen.

Kennen wir nicht auch solche Momente, in denen wir nach Gott suchen, nach ihm schreien, uns nach ihm sehnen – und da ist NICHTS?

Kennen wir es nicht auch, dass unsere Umwelt uns höhnisch fragt: „Wo ist denn dein Gott? Was tut denn dein Gott?“

Dann braucht es die Erinnerung an Momente, in denen ich Gott begegnen durfte.

Vor allem aber braucht es IHN.

Es braucht meine Erkenntnis, dass ich allein nichts vermag. Es braucht meine ehrliche Bitte: Sende du mir Hilfe, sei du meine Hilfe.

Und es braucht (oft) einen langen Atem.

Ja, es braucht jenes: „Harre[n] auf Gott“ (Ps 42,6.12.; Ps 43,5)

ZUR VERTIEFUNG

GL Nr. 422

ABSCHLUSS

GL Nr. 20,2

Pfarrer Ludger M. Kauder