Liturgie am Montag – 23. März

„Man muss mit allem rechnen, auch mit dem Guten!“ (Gabriel Barylli)

Wir wissen im Moment überhaupt nicht, mit wem oder was wir zukünftig rechnen können, wie es weiter geht mit unserem Leben auf dieser, unserer Erde.
Wie lange wird die Krise dauern? Können wir an unser altes Leben anknüpfen oder werden wir verändert leben?
Unsicherheit, Angst, Ungewissheit , eingeengt sein, abgeschnitten sein…diese Zustände bestimmen im Moment unser Leben.
Als ich das Bild sah, das uns meine Kollegin zuschickte, richtete sich mein Blick auf das Gute, das in unserer derzeitigen Situation geschehen kann:
Damit kann ich rechnen:
mit guten Worten einer Nachricht,
mit dem Verbunden-sein durchs Telefon,
mit einer Gebetsgemeinschaft per Skype,
mit Hilfsangeboten,
mit dem Nicht-auf-die Zeit schauen müssen…
Ich kann damit rechnen, dass Dinge geschehen, die mich positiv stimmen, zum Lachen bringen, die für – zumindest virtuelle – Gemeinschaft sorgen.
Das allerwichtigste für mich jedoch ist, dass ich immer mit Gottes Schutz rechnen kann!
Wird Gott mich und uns nicht auch in dieser unwegsamen Zeit begleiten, so wie er es schon oft getan hat?! Meine Hoffnung darauf nährt sich aus der Zusage Gottes, an die ich glaube, dass jede und jeder Einzelne Gott so wichtig ist, dass er uns nicht im Stich lässt. „Sie ist eine Hoffnung, die bis zum Himmel reicht. Das Vertrauen, das uns hoffen lässt heißt G o t t v e r t r a u e n.“
(Te deum März 2020)

Zur Hoffnung und Vorfreude soll uns auch die heutige
Tageslesung aus dem Buch Jesaja (65,17-21) ermutigen:

So spricht der Herr:
17Seht, ich erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Man wird nicht mehr an das Frühere denken, es kommt niemand mehr in den Sinn.
18Nein, ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das, was ich erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel und aus seinen Einwohnern Freude.
19Ich will über Jerusalem jubeln und mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort
lautes Weinen und lautes Klagen.
20Dort gibt es keinen Säugling mehr, der nur wenige Tage lebt, und keinen Greis, der nicht das volle Alter erreicht; wer als Hundertjähriger stirbt, gilt noch als jung, und wer nicht hundert Jahre alt wird, gilt als verflucht.
21Sie werden Häuser bauen und selbst darin wohnen, sie werden Reben pflanzen und selbst ihre Früchte genießen.

Gebet
Gott, hilf uns, zu wachsen in den Erfahrungen des Glaubens an dich, den Lebendigen, und dir immer wahrhaftiger zu vertrauen, damit uns der Mut nicht ausgeht in den Herausforderungen des Lebens und wir die Hoffnung, das Leben mit aufbauen und durchtragen zu können, nie aufgeben. Amen
(nach Te deum März 2020)

Fürbitten

Beten wir für alle, die sich in dieser Zeit um die Menschen in Not und Krankheit kümmern.
Beten wir für alle, die unter Krankheit, Angst, Trauer und  Einsamkeit leiden.
Beten wir für alle Verantwortlichen in Politik, Medizin und Gesellschaft.
Beten wir um Gottes Schutz und Segen für unsere Welt.
Du, der du uns Heiler, Beschützer und Lebensstrom bist, bleib in unserem Leben, sei unser Begleiter und gieße Deine Heilkraft über deine Erde aus.
Um deine Umarmung, Gott, bitten wir dich durch Christus unseren Bruder, der gemeinsam mit dem Heiligen Geist liebt und Leben schenkt, jetzt und zu jeder Zeit. Amen

Segen: Geh unter der Gnade

Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen;
geh in seinem Frieden, was auch immer du tust.
Geh unter der Gnade, hör auf Gottes Worte;
bleib in seiner Nähe, ob du wachst oder ruhst.

Alte Stunden, alte Tage lässt du zögernd nur zurück.
Wohlvertraut wie alte Kleider sind sie dir durch Leid und Glück.

Neue Stunden, neue Tage, zögernd nur steigst du hinein.
Wird die neue Zeit dir passen? Ist sie dir zu groß zu klein?

Gute Wünsche, gute Worte wollen dir Begleiter sein.
Doch die besten Wünsche münden alle in den einen ein:

Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen;
geh in seinem Frieden, was auch immer du tust.
Geh unter der Gnade, hör auf Gottes Worte;
bleib in seiner Nähe, ob du wachst oder ruhst.

(T. u. M. Manfred Siebald, Liederwald Nr. 450 )

Patricia Sorek