Liturgie am Montag – 27. April

Petrus Canisius
Foto Eva Kottek

Heute am Gedenktag des Hl. Petrus Canisius lade ich Sie zunächst ein, nachzuspüren, wer der Patron der Pillnitzer Gemeinde war und was er uns heute auf unseren Weg mitgeben kann. Danach wollen wir uns mit dem heutigen Tagesevangelium darauf einlassen, Gottes Willen zu suchen.

Beginnen wir unsere Andacht mit dem Kreuzzeichen:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

 Petrus Canisius lebte von 1521-1597. Als einer der ersten Jesuiten wird er auch zweiter Apostel der Deutschen genannt. Er war ein großer Prediger und Gelehrter, “… der sich unermüdlich für die katholische Kirche eingesetzt hatte, um ihren Fortbestand zu sichern und ihre Lehre zu verbreiten. Obwohl ihn deshalb viele nur als kämpferischen Gegenreformator sehen, verzichtete Canisius, im Gegensatz zu vielen Theologen seiner Zeit, bewusst auf gehässige Polemik und bemühte sich, durch Katechese, Predigt und Erziehung die Kirche zu reformieren und die Glaubensspaltung zu überwinden.“ (Quelle: https://jesuiten.at/project/petrus-canisius/)
Mehr über Petrus Canisius ist auf unserer Homepage zu erfahren (https://st-martin-dresden.de/st-martin/gemeinde-pillnitz/patron/).

Was können wir von Petrus Canisius für unser Leben heute übernehmen?
Auch wenn die meisten von uns keine Theologen sind, so sind wir doch alle durch unsere Taufe berufen, für unsere Mitmenschen Zeugen Gottes zu sein und seine Werke zu verkünden. Machen wir uns das immer wieder bewusst und tun es mit den Gaben, die Gott uns persönlich dafür mitgegeben hat.

 Lied: Gott liebt diese Welt (Gotteslob 464)

Um den Auftrag Gottes für uns zu entdecken und auszuführen, steht er uns als Heiliger Geist zu Seite. Nehmen wir uns mit dem heutigen Tagesevangelium Zeit, Gott und seinen Willen für uns konkret zu suchen.

 + Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 6,22-29)
In jener Zeit
22sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die Jünger allein abgefahren waren.
23Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten.
24Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus.
25Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
26Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
27Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
28Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?
29Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Lassen Sie das Evangelium auf sich wirken und überlegen Sie, welche Stellen des Evangeliums Sie besonders angesprochen haben und was das für Ihr Leben in der momentanen Situation bedeuten könnte.

In einem weiteren Schritt lade ich Sie ein, folgende Verse langsam zu wiederholen und den entsprechenden Fragen nachzugehen:

24Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus.
 – Mache ich mich überhaupt auf den Weg, suche ich Jesus? Wie intensiv suche ich ihn?

 25Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
 – Wo habe ich Jesus gefunden, wo ist er mir in meinem Leben begegnet?

 26Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
 – Warum suche ich Jesus? Erkenne ich seine Zeichen?

 27Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
 – Wie ist das Verhältnis meiner Bemühungen um das alltägliche Leben, um meine Freizeit verglichen mit meinen Bemühungen um mein geistliches Leben?

 28Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?
 – Ich will in mich hineinhören, will Jesus fragen, was mein Weg ist, was Gott mir im Leben mitgegeben hat, womit ich seine Werke vollbringen kann.

 29Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
 – Himmlischer Vater, Du hast uns Deinen Sohn gesandt, damit wir in Jesus Dich erkennen und erfahren, was Du von uns willst. Sende uns auch Deinen Geist, dass wir offen werden für Deine Zeichen und erkennen, wo Du uns brauchst.
 
 Lied: Suchen und fragen (Gotteslob 457)
 

Segensbitte:
Gestärkt durch das Wort Gottes, inspiriert durch das Beispiel von Jesus Christus und in der Gewissheit, dass der Heilige Geist uns immer begleitet, auch wenn wir meinen, Gott nicht zu erkennen, bitten wir um den Segen für unseren Auftrag immer wieder Zeugen Gottes zu sein: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

 Lied: Meine Hoffnung und meine Freude (Gotteslob 365)

Text: Martin Geibel