Liturgie am Montag – 30. März

Sehet,
Jesus hat die Hand,
uns zu fassen ausgespannt.
Kommt!

Wohin?

In Jesu Armen
sucht Erlösung,
nehmt Erbarmen,
suchet!

Wo?

In Jesu Armen.
Lebet, sterbet, rufet hier,
bleibet!

Wo?

In Jesu Armen.

 

 

„Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen!“ (Joh 12, 32.)

Scheinbar ist dieses Wort ein Paradoxon.
Denn wenn wir auf unsere Kreuze blicken, dann werden wir sagen: Das geht überhaupt nicht. Das geht nicht, da er, Jesus, ja an seinem Kreuz festgemacht ist. Wie will er irgendjemanden an sich ziehen, da er seine Hände nicht gebrauchen kann?!

S. Bach hat diesen Gedanken aus dem Evangelium in seiner Matthäuspassion verarbeitet.

Sehet, Jesus hat die Hand, uns zu fassen ausgespannt;
Kommt!          wohin?                      in Jesu Armen
sucht Erlösung, nehmt Erbarmen,
suchet!            wo?                             in Jesu Armen.
Lebet, sterbet, bleibet hier,
ihr verlassnen Küchlein ihr,
bleibet             wo?                             in Jesu Armen.

Ein paar Gedanken dazu:

Sehet, Jesus hat die Hand, uns zu fassen ausgespannt:

  1. ich muss hinsehen
  2. die Hand Jesus ist – wenn auch gewaltvoll/schmerzvoll – ausgespannt
    • die Hand ist offen
    • es ist keine Faust
  3. er will uns fassen
    • aber nicht gewaltsam
    • berühren etc.
  4. sucht Erlösung
    • ich muss sie suchen
    • sie kommt (nicht) immer automatisch
  5. nehmt Erbarmen
    • es ist mir angeboten
    • es liegt an mir, ob ich es annehm

Wenn ich von der Erde erhöht sein werde, dann könnt ihr das Angebot meiner Liebe, des Erbarmens etc. sehen, dann sind meine Arme weit offen, um jeden, der da kommen will, an mich zu drücken

Bei J. S. Bach tauchen aber auch die Fragen auf, welche wir am Anfang stellten: Wie soll das denn gehen?
Da singt die Solostimme – quasi in Stellvertretung Jesu – „Kommt, nehmt, sucht“
Und die Menschen – wir – der Chor fragt: „Wo?“
Und wieder antwortet das Solo: „In Jesu Armen.“
Man könnte sagen: Wenn ich am Kreuz erhöht bin, dann werde ich
alle an mich ziehen wollen und können. Dort kann jeder Erbarmen und Leben finden.
Mensch: komm, suche und lasse dich in die offenen Arme Jesu fallen. Dort findest du Heil und Leben.

 

(zum Anhören der Bach´schen Musik: https://www.youtube.com/watch?v=TcNIlAYwAEA)

Bilder und Text: Pfarrer Ludger M. Kauder

Hier stehen die vergangenen Tagesliturgien: https://st-martin-dresden.de/wege-zu-gott/liturgie/tagesliturgie/