Liturgie am Montag – 4. Mai

Beginn

Wir beginnen im Namen Gottes, des Vaters,
im Namen Gottes, des Sohnes,
und im Namen Gottes, des Heiligen Geistes. Amen.

Gebet

Du, unser Gott,
sieh auf uns und höre uns an:
Wir suchen nach dem richtigen Weg,
der uns aus dem Corona-Tal führt.
Du, Jesus, bist der gute Hirt.
Führe uns auf Zukunftsweiden,
die uns nähren,
die Wasser, Baum und Blume schützen
und das Herz des Menschen heilen.

GlaubensZeugnis

Eine Frau aus der Gemeinde schreibt:

Ich habe weit Schlimmeres erlebt als die Corona-Krise.
Wusste oft nicht weiter, weil ich das Tal der Tränen so lange durchschritt.
Und doch fand ich Wasser, Blumen und Begegnungen am Wegesrand, die meinen Durst stillten, Hoffnung gaben.
Verlassen war ich nie von Gott, nur die nicht endenden Ereignisse ließen mich verzweifeln.
Doch als ich losließ…, wurde ich reich beschenkt.
Ich bin dankbar für diese Erfahrungen.

Aus dem Tagesevangelium (Johannes 10,14)

In jener Zeit sprach Jesus:
14Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,
15wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.

Psalm 23

Das Bild des Guten Hirten ist ausgemalt im Psalm 23.

Auch wenn nur noch wenige von uns mit Weide, Schaf und Hirt zu tun haben, so ist dieser Psalm doch vielen Menschen bekannt. Kalil Gibran schreibt in ‚Jesus Menschensohn’ „im Grunde sind wir ja alle Bauern und haben etwas übrig für Weingärten; der Hirte, die Herde und das verlorene Schaf leben in den Gefilden unserer Erinnerung ebenso wie die Pflugschar, die Weinkelter und die Tenne.“

Psalm 23 hat viele Menschen angeregt, ihre eigenen Worte hinein zu dichten. Der Text von Wilhelm Wills spricht mich besonders tief an. Jede einzelne Zeile – stets sind es nur wenige Worte – lohnt sich zu meditieren oder doch kurz in die eigene Seelentiefe fallen zu lassen.

 

psalm 23

mein hirt

ist gott

der herr –

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mir fehlt nichts

er führt mich

mitten durch wüsten

zu einer OASE

und lässt mich finden

einen quell

 

er lenkt meine sehnsucht

und meine neugier

die groß ist

und lässt mich finden meinen weg

 

und wenn ich auch oft

durch dunkle tiefen muss

bis an den rand des todes

ich fürchte nicht

meinen untergang

 

denn DU

verborgener

begleitest mich

 

dein stock

den ich spüre an meinem leib

sagt mir

dass du mich nicht

aus dem auge verlierst

 

und was mich bedrückt

wird plötzlich zum trost

und du leitest mich

auf des messers schneide

durch dunkelheit

die umschlägt in licht

 

du hast immer

zur rechten zeit

einen tisch mir gedeckt

und wenn ich meine

jetzt hat ER mich verlassen

dann fällt plötzlich

brot aus der luft

 

du erfrischt mein gesicht

wenn angstschweiß

mir auf der stirne steht

und wenn meine zunge

am gaumen klebt

und ich sprachlos bin

kommt unverhofft

ein schluck hoffnung

 

mein weg ist gezeichnet

von glück

und angst

und glück

und immer aufs neue

umgibst du mich

mit zeichen der freundschaft

DU

 

Bitte um SEINEN Segen

Nichts kann uns trennen von dir, Gott.
Schenk diese Erfahrung uns allen,
besonders aber jenen,
die nicht wurzeln in dir.

Amen.

 

Text und Fotos: Rebekka-Chiara Hengge