Liturgie am Montag – 6. April

Ich möchte Sie einladen, die heutige Liturgie mit einem Körpergebet zu beginnen.

Ich stelle mich aufrecht hin.
Jeden Morgen stehe ich auf-
und stelle mich dem Leben.
Fest stehen meine Füße auf sicherem Boden.
Ich bin geerdet. Ich habe Halt.

Ich strecke meine Arme nach oben.
Ich richte mich zum Himmel aus,
zu dir, Gott, möchte ich eine Verbindung aufnehmen.

Ich kreuze meine Arme vor der Brust.
Ich danke dir, Gott,
für meinen vielfältigen Körper!

Ich forme meine Hände zu Schalen.
Ich bin bereit, zu empfangen,
und bereit, zu geben.

Ich strecke meine  Arme zur Seite, mit den Handflächen nach oben.
So öffne ich mich diesem Tag-
mit allem, was er für mich bereit hält.
Alles Schöne, alles Schwere–
alles, was kommt, darf sein!

Ich verneige mich.
In Achtung und Ehrfurcht verneige ich mich vor dir,
mein Gott, vor diesem Tag
und vor meinen Mitmenschen.

Ich richte mich auf.
Ich beginne den Tag in deinem Namen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Amen.

Gedanken zum Tagesevangelium Joh 12,1-3.7

https://www.bibleserver.com/EU/Johannes12

Jesus ist bei der Familie von Maria, Marta und Lazarus zu Besuch. Vorletzten Sonntag haben wir gehört, wie Jesus Lazarus vom Tod auferweckt hat. Jesus ist ein Freund der Familie. Er ist zum Essen eingeladen. Alle freuen sich, dass er da ist. Maria salbt Jesus mit kostbarem Öl die Füße, und trocknet sie mit ihren Haaren ab. Maria möchte Jesus zeigen, wie sehr sie ihn schätzt, wie sehr sie ihn mag.
Für Jesus weist diese Handlung schon auf seinen baldigen Tod hin: Maria salbt seine Füße für den Tag seines Begräbnisses.
An dieser Stelle geht es um den Leib, der gewürdigt und mit kostbarem Öl gepflegt wird. Denn der Leib ist nicht nur der Ort, in dem unsere Seele wohnt, er ist auch der Ort, in dem Gott zu Hause sein möchte. In Jesus war Gott ganz zu Hause.
Immer wieder werden Leib und Seele getrennt. Doch das eine kann ohne das andere nicht sein. Ich bin nur mit Leib und Seele ganz, wirklich.
Alles Wohltuende, was ich meinem Leib zukommen lasse, ist also auch ein Ausdruck meiner Liebe zu Gott, weil Gott in meinem Leib Heimat gefunden hat. Zugleich ist mein Leib auch das zuhause für meine Seele, während meiner Lebenszeit hier auf Erden.

Gerade jetzt in dieser Zeit geht es um unseren Leib, dass er heil und gesund bleibt oder gesund wird. Die ganze Welt ist darauf bedacht vorsichtig mit der Gesundheit des Leibes jedes einzelnen Menschen umzugehen.
Tun wir es mit dem liebevollen Blick auf Gott, der in uns wohnen möchte.
Tun wir es für unsere Seele, damit auch sie sich in unserem Leib geborgen fühlt.
Tun wir es heute, morgen und jeden Tag neu.

Fürbitte
Gott, mit Leib und Seele wollen wir lebendig und heil sein.
Wir Menschen leiden an körperlichen Einschränkungen und Krankheiten.
Wir Menschen fühlen uns seelisch gefangen.
Lass uns aufmerksam sein für die Leiden unserer Mitmenschen und für unsere eigenen Schwachstellen.
Lass uns erkennen, wo und wie wir uns anderen Menschen heilend zuwenden können.
Gott, du bist der Retter, der seine heilenden Hände tröstend und helfend auf die Wunden aller Menschen legt. Gieße dein Heil und deinen Segen reichlich über uns aus. Amen.

Segen
Herr, segne meine Hände,
dass sie behutsam seien,
dass sie halten können,
ohne zu Fesseln zu werden,
dass sie geben können ohne Berechnung,
dass ihnen innewohnt die Kraft, zu trösten und zu segnen.

Herr, segne meine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
dass andere sich wohlfühlen können unter meinem Blick.

Herr, segne meine Ohren,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen.
dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not, dass sie verschlossen seien für Lärm und Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.

Herr, segne meinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe, was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
das er Anvertrautes bewahre.

Herr, segne mein Herz,
dass es Wohnstatt sei deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leid und Freude teilen kann.

(St. Martin, 4. Jahrhundert)

(Text + Foto Patricia Sorek)