Liturgie am Ostermontag 13. April

Im Mittelpunkt dieses Hausgottesdienstes steht die Emmauserzählung.

Nach dem Evangelium kann man sich mit einigen Impulsfragen austauschen, das Brot teilen und sich auf den Weg machen. In die Geschichte der Emmausjünger eintauchen und sich beschenken lassen

Den eigenen Blick weiten, nicht allein sein, Fürbitte für andere halten: so können wir uns miteinander verbinden und uns vom auferstandenen Christus neue Perspektiven schenken lassen.

 

Aus dem Sorgenstrudel zur Aufmerksamkeit und ins Gebet kommen.

Sorgen bringen unsere Gedanken in ein unruhiges Kreisen. Sie legen sich wie ein grauer Schleier über unsere Gegenwart. Sie verhindern, dass wir uns und unsere Umwelt achtsam wahrnehmen. Um zur Aufmerksamkeit zu gelangen, helfen mir mein Körper und diese Fragen:

  Wie bin ich da – hier und jetzt? Was beschäftigt mich?
  Was kommt jetzt auf mich zu?

Ich sitze, gehe oder stehe bewusst aufrecht, achte ein paar Atemzüge lang auf meinen Atem und bleibe einen Moment in der Stille.

Gebet

Um meinen Weg mit Dir zu gehen
wecke in mir die Aufmerksamkeit,
dass ich sehe, wenn Du mir entgegenkommst,
dass ich höre, wenn Du mir eine Frage stellst,
dass ich bereit bin, wenn Du mich öffnen willst
für Deine Gegenwart in Anderen.


Aus dem Lukasevangelium, Kapitel 24, 13-35

13 Und siehe,
zwei von ihnen wanderten an diesem Tag in ein Dorf
namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
14 Sie sprachen miteinander über all das,
was sich ereignet hatte.
15 Und es geschah,
während sie redeten und ihre Gedanken austauschten,
kam er, Jesus, nahe und ging mit ihnen.
16 Doch ihre Augen waren gehalten,
sodass sie ihn nicht erkannten.
17 Er fragte sie:
Was sind das für Worte, die ihr einander zuwerft beim Gehen?
Da blieben sie niedergeschlagen stehen.
18 Es antwortete einer von ihnen mit Namen Kleopas und sprach zu ihm:
Du bist der Einzige, der in Jerusalem wohnt
und nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?
19 Er fragte sie:
Was denn? Sie antworteten ihm:
Das mit Jesus aus Nazaret.
Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.
20 Doch unsere Hohepriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.
21 Wir aber hatten gehofft,
dass er der sei, der Israel erlösen werde.
Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.
22 Doch auch einige Frauen von den unseren haben uns in Ekstase versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab,
23 fanden aber seinen Leib nicht.
Als sie zurückkamen, erzählten sie,
es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe.
24 Einige von uns gingen dann zum Grab
und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten;
ihn selbst aber sahen sie nicht.
25 Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen,
deren Herz zu träge ist,
um alles zu glauben, was die Prophetinnen und Propheten gesagt haben.
26 Musste nicht der Christus das alles erleiden und so in seinen Lichtglanz gelangen?
27 Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Prophetinnen und Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
28 Und sie kamen nahe zu dem Dorf, zu dem sie unterwegs waren.
und er tat so, als wolle er weitergehen,
29 aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns;
denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er hinein, um bei ihnen zu bleiben.
30 Und es geschah,
als er mit ihnen zu Tisch lag, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen.
31 Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn;
und er wurde unsichtbar, getrennt von ihnen.
32 Und sie sagten zueinander:
Brannte nicht unser Herz in uns, wie er unterwegs mit uns redete und uns die Schriften eröffnete?
33 Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren.
34 Diese sagten:
Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.
35 Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt
und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Übersetzung: Bettina Eltrop, orientiert an der Einheitsübersetzung 2016

Wir lesen den Text

Wir lesen den Abschnitt in Ruhe (mehrfach) gründlich durch und versuche ihn zu erfassen. 

Dabei helfen mir die Fragen:

  • In der Emmauserzählung spielt die sinnliche Wahrnehmung eine große Rolle.
    Ich achte auf das Wortfeld „sehen, Augen …“ Was kann ich entdecken?
  • Ich gehe der Dynamik nach, die durch Fragen und Antworten entsteht:
    Welche Impulse setzen Fragen, Antworten, Vorwürfe,
    Aufforderungen und Erzählungen im Gespräch?
  • Ich achte darauf, wie Jesus im Text dargestellt wird,
    wie vorsichtig der Text die Begegnung mit dem Auferstandenen formuliert …

Der Text liest mich

Ich höre, was mir der Text für mein Leben und Glauben sagen kann:

  • Ich schlüpfe in die Person der namenlosen zweiten Person,
    die mit Kleopas und Jesus unterwegs ist – und lese den Text nochmals.
    Welches Wort spricht mich besonders an?
  • Wir teilen das  Brot mit anderen in Seinem Namen
  • Wir machen einen Osterspaziergang und nehme das Wort auf den Weg mit 

Segensbitte 

Der Herr schenke uns Osteraugen,
die im Tod bis zum Leben,
in der Schuld bis zur Vergebung,
in der Trennung bis zur Einheit,
in den Wunden bis zur Herrlichkeit,
im Menschen bis zu Gott,
in Gott bis zum Menschen,
im Ich bis zum Du
zu sehen vermögen.
Und dazu alle österliche Kraft.
Das gewähre uns der dreieinige Gott, 

(+) der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Amen. 

Und es geschah,
als er mit ihnen zu Tisch lag, nahm er das Brot,
sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen.
Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn;
und er wurde unsichtbar, getrennt von ihnen.
Und sie sagten zueinander:
Brannte nicht unser Herz in uns, wie er unterwegs mit uns redete und uns die Schriften eröffnete?

Ein gesegnetes Osterfest
auf dem Weg mit Ihm, der uns entgegen kommt.

Thaddäus Posielek
Bilder und Text: T.P.