Liturgie am Samstag – 18. April

Herr, öffne meine Lippen, meine Ohren meine Augen und mein Herz.
Damit ich heute dein Lob verkünde.

Du wirst den Tod in uns wandeln in Licht
(Liederwald Nr. 605)

Du wirst den Tod in uns wandeln in Licht,
dem Leben gibst du ein neues Gesicht,
die Tränen trocknen, die Trauer zerbricht,
denn du stehst auf, du bist Leben und Licht.

Du wirst das Schweigen erfülln mit Gesang,
die Stimme findet zu Sprache und Klang,
auch unser Herz singt, es ist nicht mehr bang,
denn du stehst auf, du bist Stimme und Klang.

Die Zweifel ruhn, sie erkennen den Sinn
und all die Not trägt uns reichen Gewinn.
Die Leere führst du zur Zuversicht hin,
denn du stehst auf, du bist Inhalt und Sinn.

Den müden Glauben bestärkst du mit Mut,
und Freude brennt auf aus der Glut.
Wir gehen frei, wie die Liebe es tut,
denn du stehst auf, du bist Freude und Mut.
(Text und Musik: K. Stimmer-Salzeder)

Was lässt mich glauben?

Das Tagesevangelium aus Mk 16,9-15 berichtet über die Erscheinungen des Auferstandenen

Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht. Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen und auch ihnen glaubte man nicht. Später erschien Jesus den Elf selbst, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!

Gedanken zum Evangelium:
Allein durch das Erzählen von Jesu Botschaft entsteht noch nicht der Glaube an Jesus. Das konnten wir eben im Markusevangelium lesen. Den Menschen, die Jesus begegnet sind, wird nicht geglaubt.

Was würden Sie sagen, wenn Ihnen jemand von seiner Begegnung mit Jesus erzählt?
Fiele es Ihnen leicht, es zu glauben, oder würden Sie es bezweifeln?


Es ist schön, wenn jemand Zeugnis von Jesus ablegt und für seine Begegnung mit Jesus Worte findet. Möglicherweise fällt es mir leichter, an Jesu Botschaft zu glauben, wenn ich sie mit meinen Sinnen erleben und erfahren, sie spüren darf.
Ich möchte nicht nur vom Glauben hören, ich möchte ihn erfahren, erleben, erspüren.
Der Glaube ist nicht nur eine Verstandessache und eine geglaubte Tatsache, zu der ich Ja sage, sondern ist ein „Durchdringen des Geglaubten mit allen Sinnen.“ (Te Deum April 2020)
Symbolisch für Jesu Auferstehung ist die Feier (s)eines Mahles. Mein/ unser Glaube will verkostet und geschmeckt werden. Ich darf Jesu Liebe auch körperlich in mich aufnehmen.
(nach Te Deum April 2020)
Wir sind Menschen mit allen Sinnen. Wir leben nicht nur von Worten, die wir hören und sagen, sondern von Berührungen, die unserem Leib und unserer Seele gut tun und die wir in der Coronazeit schmerzlich vermissen!

Zeichenhaft und sinnlich sind auch unsere Sakramente: das Hand-Auflegen; das Salben der Hände, der Füße und des Hauptes; das Hand-Reichen; das Schmecken des Brotes und des Weines.

 

Bei der Taufe unserer Kinder habe ich den Effata-Ritus besonders eindrücklich in Erinnerung:

„Effata“ heißt: „Öffne dich!“
Wie Jesus dem Taubstummen Mund und Ohren geöffnet hat, öffne er dem Täufling Ohren, Mund und Sinne, dass er Gottes Wort höre und erfahre, dass er seinen Glauben bekenne, gute Beziehungen zu den Menschen, zu Gott und zu sich selbst aufnehmen kann, zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes.

Möge es uns gelingen, das Evangelium, die frohe Botschaft, nicht nur mit Worten weiterzusagen, sondern Gottes Zuwendung einander sinnlich weiter zu schenken, im guten, friedlichen Miteinander: mit einem freundlichen Blick, einem Lächeln, einem Segenszeichen auf die Stirn, einer Umarmung, im gemeinsamen Mahl…
Im Moment haben wir diese Möglichkeiten nicht. Freuen wir uns jetzt schon darauf, sehnen wir uns nach der Zeit, wenn das alles wieder möglich sein wird. Versuchen wir, miteinander in Kontakt zu bleiben durchs Telefon, durch Kartengrüße, durch Gebete …
Vielleicht gelingt es uns, einander anzuvertrauen, wie wir mit Jesus in Berührung kommen, wie seine frohe Botschaft in unser Leben hinein wirkt, wo wir Jesus Liebe wahrnehmen und „schmecken“.

Fragen wir uns gegenseitig, wo wir Gottes Liebe erleben und finden, aber auch, wo wir sie vermissen und verzweifelt suchen.

Wenn es dann wieder möglich ist, gehen wir los, bleiben wir nicht bei uns selbst, bringen wir in unserem Alltag die Menschen durch unser Handeln mit dem Auferstandenen in Berührung …

Zurück zu Maria aus Magdala. Lassen wir uns heute von ihr fragen:
Glauben SIE mir?
Was bedeutet die Auferstehung für SIE heute?

Vielleicht finden wir Antwort in der ökumenische Jahreslosung, die bei Mk 9,24 steht:
„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“

Gebet:
Jesus hilf mir, fester an dich zu glauben. Führe mich, leite mich, belebe mich, durchdringe mich mit der Lebendigkeit deines Heiligen Geistes.
Öffne meine Augen, meine Ohren und mein Herz, dass ich dich erkenne, deine Botschaft vernehme, dich in meinen Mitmenschen finde, in deiner Schöpfung, in mir selbst.


Segen:

Mercy is falling, is falling, is falling,
mercy it falls like the sweet spring rain.
Mercy ist falling, is falling, is falling all over me.

Hey ho, I receive Your mercy.
Hey ho, I receive Your grace.
Hey ho, I will dance forever more.

Herr, deine Gnade, sie fällt auf mein Leben
so wie der Regen im Frühling fällt.
Herr, deine Gnade, sie fließt und durchdringt mich ganz.

Hey ho, du schenkst mir Gnade.
Hey ho, und Barmherzigkeit.
Hey ho, ich will tanzen Herr vor dir.

(Text und Musik: David Ruis Deutsch: Ute Spengler)

(Text und Foto: Patricia Sorek)