Liturgie am Samstag – 23. Mai

Wir beginnen im Namen des Vaters, der uns liebt,
im Namen des Sohnes, der uns an sich zieht,
und im Namen des Heiligen Geistes, der uns bewegt. Amen.


Wir haben das Fest Christi Himmelfahrt gefeiert. Jesus „ist dann mal weg“. Er hat zugesagt, uns einen Platz zu bereiten in den vielen Wohnungen im Hause seines Vaters. (Joh 14,2)

Dieses Bild lässt mich nicht los, ist es doch der Magnet, der uns zieht zum Vater, solange wir auf dieser Erde leben: Die Sehnsucht nach dem „Haus des Vaters“, nach dem Einssein mit und bei Gott. Bischof Hemmerle, Aachen (gest. 1994) meint sogar, dass wir „DIESSEITS der Grenze“ nur leben können, wenn wir „DRÜBEN ein Haus haben“. Seinen Text „Ein Haus jenseits der Grenzflüsse“ möchte ich Ihnen heute zur Meditation und zur Stärkung vorlegen.

 

Ein Haus jenseits der Grenzflüsse

Wir alle stehen an Grenzflüssen
und wollen uns
DIESSEITS der Grenzen einrichten.
Aber wir müssen ÜBER die Grenzen,
wie über Flüsse
und auf die ANDERE Seite zugehen.

Aber die andere Seite lädt nur EIN,
wenn dort ein HAUS steht,
größer und ERHABENER
als bloß „mein“ Haus,
und wenn dieses Haus
ZUGLEICH doch MEINES ist.

Haus eines ANDEREN – und MEIN Haus:
Ja, vielleicht ist das ein Bild
für ERLÖSUNG:
„Über jedem Grenzfluss steht ein HAUS,
SEIN Haus – MEIN Haus!“

Und EIGENTLICH
kann ich auch nur
DIESSSEITS der Grenze LEBEN,
wenn ich DRÜBERN ein HAUS habe.
Ich kann nicht leben,
wenn die AUSSICHT
nur ins LEERE und WESENLOSE geht.

(Bischof Hemmerle, Aachen)

 

Das HAUS – ein Bild für

  • EIN DACH ÜBER DEM KOPF HABEN
  • EINEN-PLATZ-HABEN
  • DAHEIMSEIN
  • HEIMAT HABEN
  • DAZUGEHÖREN
  • GEBORGENHEIT
  • IN GEMEINSCHAFT SEIN

Glücklich alle, die schon DIESSEITS ein solches HAUS haben, und SELIG jene, die schon HIER und HEUTE das jenseitige Haus in sich erahnen und zumindest gelegentlich darin wohnen – in einem Gottesdienst, in Gebet und Meditation, bei einem Bibelgespräch, im Zusammensein mit Glaubensgeschwistern, in Zeiten, da Glaube, Hoffnung und Liebe uns tragen.

 

Gebet 

Jesus, wie glücklich können wir sein, zum Glauben an dich gefunden zu haben.
Wir danken dir und beten für alle Menschen

  • die von innerer Leere erfüllt sind
  • die von Sinnlosigkeit geplagt werden
  • die der Verzweiflung nahe sind
  • die an einem Abgrund stehen
  • die im Sterben liegen und nach Dir rufen.

Sei Ihnen heute besonders nahe und lege Ihnen die Ahnung ins Herz, dass sie das „HAUS jenseits der Grenze“ schon jetzt in ihrem Innern finden können. Amen.

Segen
Segne diese Erde, Vater,
segne deine Schwestern und Brüder, Jesus,
segne unser irdischer Haus, Heiliger Geist. Amen.

 

Rebekka-Chiara Hengge
Text und Bild