Liturgie am Samstag – 28. März

Der Acker in Anatot
(Jeremia 32)

 

 

 


„Danke dafür, dass ihr beherzt das `Danach´ plant. Das ist wichtig in dieser spannenden Zeit“,
so schreibt eine Frau aus der Gemeinde, als ich anfrage, ob sie wieder mit dabei sein wird im RKW-Team Ende August 2020 – vorausgesetzt die Corona-Pandemie lässt dies zu.

 

 

Gebet
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Du bist der Atem der Ewigkeit, du bist der Weg in die neue Zeit.
Du bist die Hand, die uns schützend nimmt, du bist das Korn, das dem Tod entspringt.
Du bist die Klage in Angst und Not, du bist die Kraft, unser täglich Brot.
Du bist das Ohr, das die Zukunft hört, du bist der Schrei, der die Ruhe stört.
Du bist das Kreuz, das die Welt erlöst, du bist der Halt, der uns Mut einflößt.
Du bist das Leben, du bist das Leben, du bist das Leben, Gott.

T.: Thomas Laubach, Winfried Pilz, M.: Thomas Nesgen, in: Liederwald Nr. 505

Biblische Betrachtung

Vor über 30 Jahren bin ich auf den Acker in Anatot aufmerksam geworden. Eine Erzählung im Buch
Jeremia (Jer 32), die wir im Gottesdienst leider nicht hören. Die Überschrift lautet: Der Ackerkauf in der Notzeit. Jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie ist sie mir besonders wichtig.
Kurz erzählt: Im 6. Jh. vor Chr. belagert das Heer des Königs von Babel Jerusalem. Der Prophet Jeremia sitzt während des feindlichen Ansturms im Wachhof des Königs in Haft,  weil er die Verschleppung des Volkes nach Babel mitsamt König geweissagt hatte. In dieser bedrohlichen Lage bekommt Jeremia im Gefängnis Besuch von einem Verwandten. Und, als gäbe es in dieser Situation nicht Wichtigeres zu bereden, bietet dieser seinen Acker zum Kauf an. „Kauf ihn dir!“ Ein Acker im belagerten Land, eingenommen von einem übermächtigen Feind. Jeremia aber: „Da erkannte ich, dass es das Wort des Herrn war… So kaufte ich den Acker in Anatot ((Vers 8-9)… Denn so spricht der Herr der Heere, der Gott Israels: Man wird wieder Häuser, Äcker und Weinberge kaufen in diesem Land“ (Vers15).
Was für eine Hoffnungsgeschichte, mehr noch, eine Mutmachgeschichte in schwerer Zeit: Es wird eine positive Zukunft geben. Es gibt eine Zeit nach der Katastrophe. Gott steht dafür ein. Er sagt es zu.

 „Danke dafür, dass ihr beherzt das `Danach´ plant.“

Und vielleicht kehren wir nach überstandener Pandemie nicht einfach zum Alltag zurück.
Wie wäre es, wenn wir schon jetzt unseren „Acker in Anatot“ kaufen:
Ein Zukunftsland, das geprägt ist von unserer derzeitigen Achtsamkeit und Fürsorge füreinander. Wissen wir doch, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind und wie gut es uns und der geschundenen Schöpfung tut, uns als Menschheitsgeschwister zu erleben.

Gebet

Du bist der Atem der Ewigkeit, du bist der Weg in die neue Zeit…
Erneuere jetzt unsere Herzen und Gedanken,
dass wir mutig in eine neue Zeit gehen,
dass wir für einander einstehen,
dass wir reich werden an Mitgefühl und Solidarität,
dass wir fest stehen in der Hoffnung auf deine gute Zukunft, Gott.
Du bist das Leben, du bist das Leben, du bist das Leben, Gott.

Segen

Segne uns mit der Weite des Himmels,
segne uns mit der Wärme der Sonne,
segne uns mit der Frische des Wassers,
himmlischer Vater, segne uns.

Segne uns mit dem Rauschen der Wälder,
segne uns mit der Ernte der Felder,
segne uns mit der Kraft der Tiere,
himmlischer Vater, segne uns.

Segne uns mit den Träumen der Kinder,
segne uns mit der Liebe der Eltern,
segne uns mit den Geschichten der Alten,
himmlischer Vater, segne uns.

T.: Kinderkirchentagsteam, M.: Peter Jansens, in: Liederwald Nr. 463

Rebekka-Chiara Hengge

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